Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobilfunk: Höhere Reichweiten durch Ulmer Winzling

24.01.2011
Das Institut für Mikroelektronik der Universität Ulm entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Ulmer Unternehmen Ubidyne einen neuartigen Chip, der die Empfangseigenschaften von Mobilfunkstationen deutlich verbessern soll.

„Mit ganz entscheidenden Vorteilen für die Betreiber der Systeme“, sagt Professor Maurits Ortmanns, seit Sommer 2008 Direktor des Instituts. Weniger Stromverbrauch der Anlagen unter anderem und vor allem höhere Reichweiten. „Das reduziert die Zahl der benötigten Anlagen, erhöht die Flexibilität und verringert die langfristigen Wartungskosten .“


Kleiner Winzling, große Wirkung


Die Tendenz bei der Chip-Entwicklung im Institut für Mikroelektronik der Uni Ulm ist eindeutig: Immer kleiner, aber immer leistungsfähiger

Das vom Bundesforschungsministerium (BMBF) mit 550 000 Euro geförderte Projekt ist dieser Tage angelaufen. Den Förderbescheid hatte Ministerin Professorin Annette Schavan im Dezember persönlich überbracht.

Viel Geld für einen absoluten Winzling also. „Wir arbeiten hier mit hochskalierten Nanometer-Technologien“, erklärt Ortmanns. Das heißt: Die Strukturen des künftigen Chips werden allenfalls unter einem Rasterelektronenmikroskops erkennbar sein. Entstehen soll das Minibauteil dem Wissenschaftler zufolge ziemlich unspektakulär: „90 Prozent sind Bildschirmarbeit, viel Rechnen vor allem, aber auch Diskussionen.“ Bis zur Druckvorlage reift der Chip in Ulm, hergestellt wird er dann von einer Spezialfirma in Taiwan.

„Eigentlich ist es für uns ein eher kleines Projekt, aber ein sehr intensives“, so Professor Ortmanns. Der relativ kurzen Laufzeit wegen nämlich. Gerade mal eineinhalb Jahre bleiben dem damit befassten Forschungsduo, bis der Chip einbaureif sein und seinen Zweck erfüllen soll: „Antennenanlagen mit mehr Intelligenz versehen.“ Denn der Markt warte darauf und Zeit bedeute in diesem Fall bares Geld für das seit 2006 in Ulm tätige Unternehmen mit inzwischen rund 50 Mitarbeitern, nach eigenen Angaben weltweit führender Anbieter im Bereich einer integrierten digitalen Antennen-Technologie für die Mobilfunkkommunikation mit inzwischen mehr als 50 Patenten auf diesem Sektor in den USA, in China und in Europa.

„Ein junges und kreatives Team“, wie das BMBF festgestellt hat, „mit Mitarbeitern aus 16 Nationen zumal, unter anderem aus Shanghai, Neu-Delhi und aus europäischen Nachbarstaaten“. Ubidyne sei überdies „ein gutes Beispiel für die Bedeutung und die Auswirkungen der Wissenschaftsstadt Ulm auf die Wirtschaft in der Region“.

„Damit haben wir im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 800 000 Euro an Drittmitteln für neue Projekte eingeworben“, freut sich der Institutschef, mehr als eine halbe Million seien es im Vorjahr gewesen. Von renommierten Partnern überdies, darunter auch EADS und Infineon. Im Fokus dabei stets neue, immer kleinere und leistungsfähigere Chips, für Mobiltelefone, aber nicht nur. Viele der aktuellen Kooperationen basieren Professor Ortmanns zufolge auf einer Technologie, die sein Institut in den vergangenen Jahren im Rahmen eines Projekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) entwickelt hat.

„Zunächst noch eher als Grundlagenforschung, aber schon durchaus mit dem Ziel einer späteren Anwendung.“ Erfolgreich jedenfalls, wie die jetzt anstehende Implementierung der neuen Chip-Architektur in konkrete Vorhaben belegt. Interessant aber auch unter wissenschaftlichen Aspekten, wie der Ulmer Forscher betont: „Die Ergebnisse führten schon bisher zu viel beachteten Publikationen, weitere dürften folgen.“

Willi Baur | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Glasses Guide: Neues Tool zur Auswahl von Datenbrillen und Anwendungen
15.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Einzigartige Infrastruktur für Deep Learning – DFKI erhält ersten NVIDIA DGX2 Supercomputer Europas
11.10.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ultraleichte und belastbare HighEnd-Kunststoffe ermöglichen den energieeffizienten Verkehr

19.10.2018 | Materialwissenschaften

IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Raum für Bildung: Physik völlig schwerelos

19.10.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics