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Masterstudent baut Roboter, der räumlich sieht und lesen kann

20.05.2011
Mit dieser Form der Erkenntnisfähigkeit nehmen die Roboter aus der Entwicklungsschmiede des Roboterprofessors Dr. Hartmut Surmann die nächste Stufe der Evolution auf dem Weg zum autonomen Roboter. Entwickler Bernd Möller aus Datteln fängt nach seinem Abschluss als Mitarbeiter bei einem Unternehmen der GEA-Gruppe in Bönen/Kreis Unna an: Die „GEA Farm Technologies GmbH“ bietet unter anderem weltweit Robotik-Systeme in der Nutztierhaltung an.

Es gibt schon viele Roboter auf der Welt. Doch die meisten sind „eher dumm“, so die Meinung von Prof. Dr. Hartmut Surmann, „sie sind für genau einen mechanischen Zweck fest programmiert.“ Surmann entwickelt an der Fachhochschule Gelsenkirchen im Fachbereich Informatik mit seinen Studenten Roboter, die nach und nach immer einsichtfähiger werden.

Nachdem er im letzten Jahr Kleinrobotern aus handelsüblicher Hardware das Lesen beigebracht hat, ist jetzt die nächste Stufe der Roboter-Evolution gelungen: Der Master-Student Bernd Möller (28) aus Datteln hat als Abschlussarbeit einen Roboter aus handelsüblicher Hardware (unter anderem mit einem „Roomba“-Staubsaugroboter, der laut Surmann bereits sechs Millionen Mal weltweit verkauft wurde) gebaut, der nicht nur lesen kann, sondern außerdem seine Umwelt scannt und daraus eine virtuelle dreidimensionale Roboterwelt erschafft.

„Ein solcher realer Eindruck von der Umwelt ist nötig, damit sich ein Roboter selbstständig im Raum bewegen kann und sinnvolle Aufgaben bearbeitet“, so Surmann. Selbstständig heißt, ohne Fernsteuerung, ohne dass Menschen die vom Roboter übertragenen Bilder deuten und anwenden. Das macht „Robbi“ jetzt selber. Architekten oder Bauingenieure könnten sich auf diese Weise beispielsweise vom Roboter ein virtuelles Gebäudemodell anfertigen lassen, in dem alle Maße bekannt sind und daher direkten Zugang in Umbaupläne oder Aufmaße haben. Immobilienmakler könnten mit dem Raummodell ihren Kunden einen Eindruck von Wohnungen und Häusern vermitteln, ohne dass der Interessent seine bisherige Wohnung verlässt.

Mit diesem evolutionären Schritt ist der Roboter außerdem so schlau geworden, dass er sein selbst erworbenes Wissen auch an einfachere und damit billigere Roboter weitergeben kann. Sie wenden das Wissen dann nur an, indem sie beispielsweise als Scout Besucher zu bestimmten Räumen führen. Einen Eindruck von der Arbeitsweise des neuen Roboters liefert ein You-Tube-Video, das man unter dem Stichwort „RoblabFhGe“ dort aufrufen kann. Der darin zu erkennende Schattenmann an der Beobachtungskamera ist übrigens Hartmut Surmann.

Bernd Möller verlässt zum Ende des Sommersemesters die Hochschule als Master-Ingenieur und geht in den Kreis Unna zur Firma „GEA Farm Technologies“. Auch dort wird er es mit Robotern zu tun bekommen, denn das Unternehmen bietet automatische Melk- und Fütterungssysteme für die Milchviehhaltung an. An der Fachhochschule Gelsenkirchen wird derweil die Entwicklung voran getrieben. Im nächsten Schritt sollen die Roboter mit Android-Mobiltelefonen auch die Fähigkeit bekommen, über große Entfernungen vom Menschen zusätzlich gesteuert zu werden. Irgendwann werden sie dann tatsächlich zur Einsicht fähige und autonom handelnde Helfer, so wie es der Film „Der 200-Jahre-Mann“ vorweg nimmt. Noch aber ist die Intelligenz und damit die Erkenntnisfähigkeit des Menschen größer als die der immer schlauer werdenden Roboter.

Ihr Medienansprechpartner für weitere Informationen:
Prof. Dr. Hartmut Surmann, Fachbereich Informatik der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon (0209) 9596-777 oder 9596-483 (Dekanatssekretariat), E-Mail hartmut.surmann@fh-gelsenkirchen.de

Dr. Barbara Laaser | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-gelsenkirchen.de

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