Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KI, mein Freund und Helfer – Studie zu den Implikationen der Interaktion mit Künstlicher Intelligenz

12.11.2019

Künstliche Intelligenz (KI) durchdringt unser Privat- und Berufsleben immer stärker. Wir als Menschen interagieren daher in unserem Alltag immer öfter mit KI. Im Rahmen einer gemeinsamen Studie der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT sowie der Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) wurde daher analysiert, wie Unternehmen Interaktionen mit KI erfolgreich und umsichtig gestalten können. Die Studie ist ab sofort verfügbar und basiert neben einer fundierten wissenschaftlichen Recherche insbesondere auch auf einer umfassenden Interviewstudie mit 25 KI-Experten und -Lösungsanbietern.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Interaktionen und unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI einer sinnvollen Gestaltung bedürfen. "Es ist wichtig zu verstehen, wie wir Menschen mit Technologien interagieren werden, die uns auch in komplexen Denkaufgaben unterstützen und dabei individuell auf unsere Gedanken und Gefühle eingehen.


Drei Gruppen von Interaktionstypen: KI als Automat, KI als vielfältiger Helfer und KI als Partner.

© Fraunhofer FIT


Implikationen für die erfolgreiche Gestaltung von künftigen KI-Anwendungen.

© Fraunhofer FIT

Und umgekehrt müssen wir verstehen lernen, wie diese Technologien unsere Handlungen wahrnehmen, interpretieren und darauf reagieren", erklärt Prof. Dr. Nils Urbach, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Bayreuth und stellvertretender wissenschaftlicher Leiter der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT.

Bestehende KI-Anwendungsfälle lassen sich als Ergebnis der Studie in drei Gruppen von Interaktionstypen einordnen: Die erste Gruppe beschreibt KI als Automaten, wodurch Handlungen des Menschen als eine Art Schutzengel überwacht, abgesichert und bei Bedarf unterstützt werden.

Die zweite Gruppe, KI als vielfältiger Helfer, umfasst die Interaktionen in denen KI im Hintergrund Arbeiten des Menschen unterstützt, den Menschen bedarfsgetrieben mit Informationen versorgt oder im engen Austausch gemeinsame Ergebnisse erarbeitet werden.

Schließlich werden in der dritten Gruppe solche Anwendungsfälle gebündelt, in denen KI durch eine hohe Personalisierung und soziale Elemente in der Interaktion als eine Art bester Freund wahrgenommen wird.

Die verschiedenen Interaktionstypen können anhand von neun Gestaltungsdimensionen sowie mit Hilfe von zwei Kriterien unterschieden werden, die sich beide auf die Interaktion mit dem Menschen beziehen.

Zum einen ist die Handlungsfreiheit von KI-Lösungen unterschiedlich ausgeprägt: In manchen Fällen sollen sie nur auf explizite Befehle reagieren; in anderen Fällen ist es gewünscht, dass sie selbstständig entscheiden und handeln.

Zum anderen gibt es verschiedene Grade der Wechselseitigkeit: Je genauer die ungleichen Partner ihr Verhalten gegenseitig wahrnehmen, je mehr Informationen sie austauschen und je stärker ihre Handlungen einander beeinflussen, desto ausgeprägter ist ihre wechselseitige Interaktion.

Darüber hinaus beeinflussen weitere Faktoren die Akzeptanz und das Vertrauen in den Einsatz von KI im Alltag: Wichtig ist, dass die Transparenz der Interaktionen mit KI-Technologien bewusst gestaltet wird.

Ebenso sind spezifische Anpassungen an die individuellen Anforderungen des Nutzers (Personalisierung) und Ähnlichkeiten mit dem Menschen (Anthropomorphologie) für die Akzeptanz von KI-Lösungen wichtig.

Die Studie diskutiert darüber hinaus die Implikationen für eine erfolgreiche Gestaltung von Mensch-KI-Interaktionen in der Zukunft. Die Prognosen zur zukünftigen Entwicklung werden in zehn Thesen detailliert beschrieben.

"Unternehmen stellen bereits heute die Weichen für eine erfolgreiche Gestaltung zukünftiger Mensch-KI-Interaktionen. Unsere 10 Thesen zeigen unmittelbar den Handlungsbedarf in den Bereichen Strategie, Technologie und Organisation auf. Nur durch eine ebenso offene wie reflektierte Betrachtung von KI-Lösungen sowie deren Chancen und Grenzen in der Interaktion mit Menschen gelingt die Umsetzung in Unternehmen", so der EY-Partner Dr. Yilmaz Alan

Interessierte können unter folgendem Link weitere Informationen zur Studie erhalten und die vollständige Studie herunterladen: http://www.fim-rc.de/kompetenzen/ki/mensch-ki-interaktion

Kontakt:
Jan Jöhnk
Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT
Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement
Universität Bayreuth
jan.joehnk@fit.fraunhofer.de

Alex Deeg | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Industrie im Wandel
09.12.2019 | OPTIMUM datamanagement solutions GmbH

nachricht AIRPoRT: Mehr IT-Sicherheit in der Produktion
09.12.2019 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vulkan „F“ ist der Ursprung der schwimmenden Steine

09.12.2019 | Geowissenschaften

Magnetschwebetrennung in der Drogenfahndung - Analyse illegaler Substanzen in Pulver durch magnetische Levitation

09.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Luftverschmutzung: IASS legt erstes Emissionsinventar für Nepal vor

09.12.2019 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics