Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was geschieht mit Flugzeugen, wenn die Strömung abreißt?

16.06.2010
Forscher simulieren den Moment des „Stall“ am Computer

Ein Flugzeug hält sich durch einen kontinuierlichen Verlauf der Strömung am Flügel in der Luft. Überziehen oder „Stall“ nennen Experten den Moment, wenn die Strömung um Tragflügel oder Triebwerk abreißt und es zu Verwirbelungen kommt. Dieses Überziehen zu berechnen galt lange Zeit aufgrund der komplexen und chaotisch anmutenden Vorgänge als nahezu unmöglich. Mithilfe von Hochleistungsrechnern wollen Wissenschaftler der DFG-Forschergruppe „Simulation des Überziehens von Tragflügeln und Triebwerksgondeln“ (FOR 1066) eben diese Prozesse simulieren.

Im Rahmen eines internationalen Symposiums an der Technischen Universität Braunschweig ziehen Experten aus Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland am 22. und 23 Juni 2010 an der Technischen Universität Braunschweig Bilanz.

Bei Flugzeugen kann die Strömung zum Beispiel bei zu langsamem Flug oder bei besonderen Wettersituationen abreißen. Die Piloten müssen dann schnell reagieren, damit das Flugzeug nicht abrupt absackt oder seine Steuerbarkeit verliert. Entsprechende Warnsysteme sorgen in der Regel dafür, dass es gar nicht so weit kommt. Diesen Moment des „Stall“ an echten Transportflugzeugen unter den realen Bedingungen eines Landeanflugs zu testen, ist aufgrund der hohen Sicherheitsrisiken und Kosten ausgeschlossen.

Der „Stall“ ist eines der physikalischen Phänomene, die den Möglichkeiten des Fliegens enge Grenzen setzen. „Wenn es uns gelänge, diese Grenzen in Zukunft bei gleicher Flugsicherheit zu erweitern, könnte das Fliegen wirtschaftlicher und umweltfreundlicher werden“, erläutert Prof. Rolf Radespiel, Sprecher der Forschergruppe. „Wir wollen daher das Verhalten von Transportflugzeugen an diesen Flugbereichsgrenzen so weit wie möglich verstehen.“ Die neueste Generation der Hochleistungsrechner und Simulationsmethoden macht es möglich. Die Forschergruppe erarbeitet eine wissenschaftlich fundierte Methode, um die Grenzphänomene beim Überziehen am Computer genauestens nachzustellen. Sie untermauert diese Ergebnisse dann mit den Daten aus aktuellen Experimenten. Die Wissenschaftler untersuchen die Entstehung und Auswirkungen des Überziehens an den Tragflügeln und im Triebwerk, wo die Verwirbelungen zu hohen Belastungen führen können. Erstmals betrachten sie nicht nur, was geschieht, wenn ein Flugzeug zu langsam fliegt, sondern nehmen auch die Auswirkungen von wetterbedingten Störungen ins Visier.

Die Forschergruppe wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in einer ersten Arbeitsperiode über drei Jahre mit insgesamt 1,8 Millionen Euro gefördert. In zwei Transferprojekten sind auch die Unternehmen Rolls-Royce-Deutschland und Airbus mit eigenen finanziellen Mitteln beteiligt.

Kontakt:

Professor Dr.-Ing. Rolf Radespiel
Institut für Strömungsmechanik
Sprecher der DFG-Forschergruppe FOR 160
Technische Universität Braunschweig
Bienroder Weg 3, 38106 Braunschweig
Tel. Nr.: +49 531 391 2970
E-Mail: r.radespiel@tu-braunschweig.de

Dr. Elisabeth Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-braunschweig.de/ism
http://www.for1066.tu-bs.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Kleinstsatellit UWE-4 auf dem Weg in den Orbit
18.12.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Clevere, digitale Unterstützung bei Liebherr
18.12.2018 | Optimum datamanagement solutions GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Bakterien ein Antibiotikum ausschalten

Forscher des HZI und HIPS haben entdeckt, dass resistente Bakterien den Wirkstoff Albicidin mithilfe eines massenhaft gebildeten Proteins einfangen und inaktivieren

Gegen die immer häufiger auftauchenden multiresistenten Keime verlieren gängige Antibiotika zunehmend ihre Wirkung. Viele Bakterien haben natürlicherweise...

Im Focus: How bacteria turn off an antibiotic

Researchers from the HZI and the HIPS discovered that resistant bacteria scavenge and inactivate the agent albicidin using a protein, which they produce in large amounts

Many common antibiotics are increasingly losing their effectiveness against multi-resistant pathogens, which are becoming ever more prevalent. Bacteria use...

Im Focus: Wenn sich Atome zu nahe kommen

„Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“ - dieses Faust’sche Streben ist durch die Rasterkraftmikroskopie möglich geworden. Bei dieser Mikroskopiemethode wird eine Oberfläche durch mechanisches Abtasten abgebildet. Der Abtastsensor besteht aus einem Federbalken mit einer atomar scharfen Spitze. Der Federbalken wird in eine Schwingung mit konstanter Amplitude versetzt und Frequenzänderungen der Schwingung erlauben es, kleinste Kräfte im Piko-Newtonbereich zu messen. Ein Newton beträgt zum Beispiel die Gewichtskraft einer Tafel Schokolade, und ein Piko-Newton ist ein Millionstel eines Millionstels eines Newtons.

Da die Kräfte nicht direkt gemessen werden können, sondern durch die sogenannte Kraftspektroskopie über den Umweg einer Frequenzverschiebung bestimmt werden,...

Im Focus: Datenspeicherung mit einzelnen Molekülen

Forschende der Universität Basel berichten von einer neuen Methode, bei der sich der Aggregatzustand weniger Atome oder Moleküle innerhalb eines Netzwerks gezielt steuern lässt. Sie basiert auf der spontanen Selbstorganisation von Molekülen zu ausgedehnten Netzwerken mit Poren von etwa einem Nanometer Grösse. Im Wissenschaftsmagazin «small» berichten die Physikerinnen und Physiker von den Untersuchungen, die für die Entwicklung neuer Speichermedien von besonderer Bedeutung sein können.

Weltweit laufen Bestrebungen, Datenspeicher immer weiter zu verkleinern, um so auf kleinstem Raum eine möglichst hohe Speicherkapazität zu erreichen. Bei fast...

Im Focus: Data storage using individual molecules

Researchers from the University of Basel have reported a new method that allows the physical state of just a few atoms or molecules within a network to be controlled. It is based on the spontaneous self-organization of molecules into extensive networks with pores about one nanometer in size. In the journal ‘small’, the physicists reported on their investigations, which could be of particular importance for the development of new storage devices.

Around the world, researchers are attempting to shrink data storage devices to achieve as large a storage capacity in as small a space as possible. In almost...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ulmer Forscher beobachten Genomaktivierung "live" im Fischembryo

18.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Notsignal im Zellkern – neuartiger Mechanismus der Zellzykluskontrolle

18.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Methode für sichere Brücken

18.12.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics