Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frühwarnsystem für Verkehrswege

03.02.2010
Das Erdbeben-Frühwarnsystem für Verkehrsinfrastrukturen "EWS Transport" ist eine gemeinsame Entwicklung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mit dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB).

Am 10.02.2010 wird das KIT für diese Entwicklung als "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" 2010 ausgezeichnet. Die Preisübergabe findet im Rahmen des 15. Informationstechnischen Kolloquiums Karlsruhe ab 15.00 Uhr im Fraunhofer IOSB statt. Vorgeschaltet ist eine Besichtigung der Betriebszentrale der Deutschen Bahn am Hauptbahnhof ab 12.30 Uhr. Medienvertreter sind zu beiden Veranstaltungen herzlich eingeladen. Anmeldung ist erforderlich.

Erdbeben sind Naturereignisse, die nicht langfristig vorhergesagt werden können. Die Folgen für die betroffenen Regionen sind verheerend, wie die Katastrophe in Haiti in diesen Tagen wieder verdeutlicht hat. An vielen Orten wird schnelle Hilfe benötigt, jedoch sind oft wichtige Infrastrukturen wie Transport- und Versorgungsnetze zerstört worden. Aus dem Naturereignis wird eine Katastrophe.

Um die Folgen von Naturereignissen für Infrastrukturen besser vorhersagbar zu machen, wird im Rahmen des Projektes "EWS Transport" ein Frühwarnsystem erprobt, das insbesondere Verkehrsteilnehmer vor größeren Schäden bewahren soll: Autobahnen, Eisenbahntrassen und vor allem Brücken können sonst zu tödlichen Fallen werden.

Schwerpunkt der bisherigen Untersuchungen im Projekt "EWS Transport" sind die Folgen eines Erdbebens auf den Schienenverkehr. Ziel ist dabei die direkte Erkennung eines sich gerade ereignenden Erdbebens, darauf aufbauend die Identifikation von gefährdeten Objekten, die sofortige Warnung betroffener Nutzer und eine schnelle Abschätzung von möglichen Schäden.

"Um die Möglichkeiten des Systems zu zeigen, haben wir eine Online-Demonstration entwickelt", erläutert Gesamtprojektleiter Professor Dr.-Ing. Eberhard Hohnecker von der Abteilung Eisenbahnwesen des Instituts für Straßen- und Eisenbahnwesen des KIT. " Damit können wir beispielhaft für Baden-Württemberg ein Erdbeben simulieren und die gesamte anschließende Ereigniskette verfolgen."

Ein interessanter Aspekt von "EWS Transport" ist die prinzipielle Möglichkeit, das vorhandene Schienennetz selbst als Frühwarn¬system und Netzzustandsdetektor zu nutzen. Das Erdbeben-Frühwarnsystem wäre ein Teil des Leit- und Sicherungssystems im schienengebundenen Verkehr. Die Leit- und Sicherungstechnik am Gleiskörper wird derzeit mit dem Ziel der technischen Interoperabilität zwischen den einzelnen EU-Staaten weiterentwickelt. Hierbei stellt sich die Frage, was bei dieser Weiterentwicklung beachtet werden muss, um die vorhandene Infrastruktur zur Erdbebenfrüherkennung, zur schnellen Schadensbilderstellung und zur langfristigen Überwachung des Netzzustandes nutzen zu können.

Das Verbundvorhaben EWS Transport besteht aus drei Teilprojekten, die von verschiedenen Instituten bearbeitet werden:

o Echtzeitseismologie für die Erdbebenfrühwarnung (Geophysikalisches Institut des KIT),

o Risikoeinschätzung und -minderung für Schienenverkehrswege (Abteilung Eisenbahnwesen am Institut für Straßen- und Eisenbahnwesen des KIT),

o Fachspezifisches Informations- und Kommunikationssystem (Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB), Karlsruhe).

Am 10. Februar 2010 wird das Projekt "EWS Transport" als "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" 2010 ausgezeichnet. Der Preis wird im Rahmen des 15. Informationstechnischen Kolloquiums Karlsruhe ab 15.00 Uhr im Fraunhofer IOSB, Fraunhoferstraße 1, 76131 Karlsruhe, übergeben. Schon im Vorfeld des Kolloquiums findet ab 12.30 Uhr eine Besichtigung der Betriebszentrale der Deutschen Bahn am Hauptbahnhof statt. Medienvertreter sind zu beiden Veranstaltungen herzlich eingeladen.

Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich unter
www.iosb.fraunhofer.de/?31317 oder
marion.hutzel@iosb.fraunhofer.de.
Der Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" wird seit 2006 von der Standortinitiative "Deutschland - Land der Ideen" gemeinsam mit der Deutschen Bank unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler ausgeschrieben. Das KIT war 2010 besonders erfolgreich und wird in diesem Jahr mit zwei weiteren Ideen in diesem Wettbewerb ausgezeichnet: Am 4. November 2010 für die "Karlsruher Stresstage" des House of Competence und am 18. Dezember 2010 mit dem Wasserstofftechnikum für eine sichere Wasserstofftechnologie.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung - Lehre - Innovation.

Weiterer Kontakt:

Inge Arnold
Presse, Kommunikation und
Marketing
Tel.: +49 7247 82-2861
Fax: +49 7247 82-5080
E-Mail: inge.arnold@kit.edu

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics