Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frühwarnsystem RAWIS in Katastrophenübung mit THW final getestet

23.05.2018

In einem realitätsnahen Katastrophenszenario hat das Fraunhofer FHR letzten Donnerstag mit sieben Projektpartnern das Radar-Warn- und Informationssystem für Anwendungen im Katastrophenschutz (RAWIS) auf dem Übungsgelände des Technischen Hilfswerk THW bei Münster vorgeführt. Mit dem in dreijähriger Forschungsarbeit entstandenen Demonstrator zeigten sie, wie Einsatzkräfte mit Radar frühzeitig und zuverlässig vor Gefahren wie einstürzenden Gebäuden gewarnt werden können. RAWIS überwacht die komplette Szene in 3D, ohne dass wie bisher riskant Markierungen an den Trümmern befestigt werden müssen. Die Veranstaltung war Höhepunkt und erfolgreicher Abschluss des BMBF-geförderten Forschungsprojekts.

Zusammen mit der Universität Siegen, der Ruhr-Universität Bochum, der Firma indurad, dem THW und den assoziierten Partnern unival, Elettronica und der Bundesstadt Bonn, hat das Fraunhofer FHR im Projekt RAWIS ein neuartiges Überwachungssystem zum Schutz von Rettungskräften in Katastrophengebieten entwickelt.


Bei der Einsatz-Übung zum Projektabschluss erfasste das RAWIS-Hauptradar selbst kleinste Bewegungen in einem Trümmerhaufen.

Fraunhofer FHR

RAWIS überwacht die Einsatzstelle lückenlos, kontinuierlich und aus sicherer Entfernung. Weil Radar selbst minimale Bewegungen im Sub-Millimeterbereich erkennen kann, kann es frühzeitig warnen, wenn z.B. Trümmer herabzufallen, Gebäudeteile einzustürzen oder Hänge abzurutschen drohen.

Dabei arbeitet das Radar auch bei Regen, Nebel, Staub oder Rauch und bei Tag und bei Nacht zuverlässig und hat gerade deshalb für den Einsatz bei Großschadenslagen großes Potential. Damit RAWIS die Bedürfnisse und Anforderungen der Einsatzkräfte voll erfüllt, hat das Forscherteam das System in gemeinsamen Übungen mit dem THW in der Projektlaufzeit immer wieder getestet und die Technik verfeinert.

Entstanden ist ein auf dem MIMO-Prinzip basierendes Hauptradarsystem mit zusätzlichen kleinen und kostengünstigen Unterstützungsradaren. Beim MIMO-Radar wird durch eine intelligente Signalprozessierung der Hardwareaufwand deutlich reduziert, was zu einer Kosten- und Gewichtsreduktion für das Gesamtsystem führt.

Während das Hauptradar die gesamte Szene in 3D überwacht, gewinnen die Einsatzkräfte mit den kompakten Unterstützungsradaren zusätzliche Mobilität, um auch in abgeschatteten Bereichen, z.B. im Inneren von Gebäuden, bedrohliche Situationen sicher erkennen zu können. Mit sogenannten Tags der Firma indurad, die an den Schutzhelmen der Einsatzkräfte befestigt werden, weiß die Einsatzleitung zudem zu jeder Zeit, welche Rettungskraft sich wo aufhält, so dass im Gefahrenfall gezielt evakuiert werden kann.

„Unsere Forschungsergebnisse eröffnen neue Möglichkeiten für die Entwicklung künftiger Frühwarnsysteme“, so Dr. Jens Klare, RAWIS-Verbundkoordinator und Sprecher des Geschäftsfelds Sicherheit am Fraunhofer FHR nach der Abschlussübung zum Projekt RAWIS. „Wir sind äußerst zufrieden, weil wir zeigen konnten, dass wir mit Radar mehr Sicherheit und einen deutlichen Zeitgewinn für die Einsatzkräfte bieten können:

Durch die lückenlose dreidimensionale Überwachung der gesamten Einsatzstelle einschließlich verdeckter Bereiche und der individuellen Warnung jeder Einsatzkraft.“ Das Projekt RAWIS wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderprogramms „Forschung für die zivile Sicherheit“, Förderkennzeichen 13N13230 - 13N13234. Die Projektergebnisse werden die Wissenschaftler des Fraunhofer FHR und die Projektpartner nun in weitere Entwicklungen für Rettungskräfte einfließen lassen.

Das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR betreibt als eines der führenden europäischen Institute umfassende Forschung im Bereich Hochfrequenzphysik und Radartechnik. Kernthema der Forschungsarbeiten sind Sensoren für präziseste Abstands- oder Positionsbestimmung sowie bildgebende Systeme. Das Anwendungsspektrum dieser Geräte reicht von Systemen für Aufklärung, Überwachung und Schutz bis hin zu echtzeitfähigen Sensoren für Verkehr und Navigation sowie Qualitätssicherung und zerstörungsfreies Prüfen.

Weitere Informationen:

http://www.fhr.fraunhofer.de/RAWIS_Projektabschluss - PI und Bilder

Christiane Weber | Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen
16.08.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN
16.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Spezialfarbstoff erlaubt völlig neue Einblicke ins Gehirn

16.08.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics