Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer-Unterwasserroboter lüftet Geheimnisse im „Süßen See“

10.01.2019

Der Süße See in Sachsen-Anhalt ist eine echte Schatzkiste für Unterwasserarchäologen. Detaillierte 3D-Karten, die mit Hilfe eines High-Tech-Unterwasserfahrzeugs des Fraunhofer IOSB-AST erstellt wurden, zeigen nun neben zahlreichen historischen Artefakten deutlich die Strukturen eines bronzezeitlichen Hügelgrabes.

Nur knapp 40 Kilometer entfernt vom Fundort der rund 4000 Jahre alten und weltweit bekannten „Himmelsscheibe von Nebra“ unterstützen Ingenieure des
Fraunhofer IOSB-AST derzeit die Arbeit des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt.


Deutlich sind im 3D-Bild die Umrisse des bronzezeitlichen Hügelgrabes zu erkennen.

Bild: Fraunhofer IOSB-AST


Dr. Sven Thomas vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (links) und Helge Renkewitz vom Fraunhofer IOSB-AST Ilmenau (rechts) diskutieren das gesammelte 3D-Material.

Martin Käßler, Fraunhofer IOSB-AST

Erstmals kam dazu Ende 2018 ein hochmodernes ROV (Remotely Operated Underwater Vehicle) der Tortuga-Familie zum Einsatz. Diese Fahrzeuge werden für den jeweiligen Kunden maßangefertigt und mit den gewünschten Sensoren ausgestattet.

Mehrere Fahrzeuge sind bereits international erfolgreich im Einsatz, aber auch im Süßen See leisten sie den Archäologen wertvolle Hilfe: Das ROV erstellt hochauflösende Videos und Sonardaten von Objekten und Strukturen, die selbst erfahrenen Sporttauchern in dem trüben Gewässer verborgen bleiben können.

So konnte erstmals eine hochauflösende 3D-Karte verschiedener Objekte erstellt werden. Und erst mit diesem Datenschatz offenbart er seine letzten Geheimnisse: Ein imposantes Hügelgrab aus der Zeit 1400 v.Chr. befindet sich inmitten des Sees.

Dieses war bereits im April 2018 bei einer Kartierung des gesamten Seebodens durch die Firma Atlas Elektronik Bremen entdeckt worden und weckte das Interesse der Archäologen. Eine genauere Untersuchung wurde nun mit Hilfe der Fraunhofer-Unterwassertechnologie aus Ilmenau vorgenommen.

Für Dr. Sven Thomas vom Landesamt, der selbst bei kalten und widrigen Bedingungen Ende 2018 als Taucher für Probennahmen vor Ort aktiv war, ein spannendes
Unterfangen:

„Sie können Google Maps für fast jeden Standort in Deutschland für eine archäologische Grobrecherche verwenden, aber für den Grund des Süßen Sees gibt es dort keinerlei Datenmaterial. Zum Glück mussten wir für unser Forschungsprojekt nicht extra in Amerika nachfragen, sondern wurden direkt in Thüringen fündig. Die detaillierten 3D-Daten der Unterwasserfahrzeuge des Fraunhofer IOSB-AST helfen uns ungemein, die Geheimnisse des Süßen Sees zu lüften.“

Insgesamt kamen zwei Fahrzeuge des IOSB-AST zum Einsatz: ein ROV unterstützte die Taucher und half bei der Erstellung von 3D-Daten im Nahbereich, eine Kartierung der Objekte von der Wasseroberfläche wurde mithilfe eines Katamarans vorgenommen.

„Für uns Ingenieure lag die Herausforderung in der Auswertung der unzähligen
gesammelten Daten an diesem Tag. Unser Dank geht an dieser Stelle an MacArtney Deutschland, die uns im Vorfeld bei dieser Aufgabe unterstützten“, sagt Helge Renkewitz vom IOSB-AST.

Im Frühjahr 2019 sollen dann ausgewählte Fundstücke durch die Unterwasserarchäolo-gen vermessen und geborgen werden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dipl.-Inf. Helge Renkewitz
Fraunhofer IOSB-AST
Am Vogelherd 50
98693 Ilmenau
Telefon +49 3677 461-170
E-Mail helge.renkewitz@iosb-ast.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

Presseinformation: https://www.iosb.fraunhofer.de/servlet/is/5396/


Informationen zum Unterwasserfahrzeug: https://www.iosb.fraunhofer.de/servlet/is/5969/

Martin Käßler | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

Weitere Berichte zu: 3D-Daten Bildauswertung Fraunhofer-Institut IOSB Optronik ROV Vehicle Wasseroberfläche

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Radar des Fraunhofer FHR analysiert Deorbiting-Systeme für mehr Nachhaltigkeit in der Raumfahrt
17.01.2019 | Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR

nachricht Mobilfunktechnik für die Industrie 4.0
10.01.2019 | Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultra ultrasound to transform new tech

World first experiments on sensor that may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles

The new sensor - capable of detecting vibrations of living cells - may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles.

Im Focus: Fliegende optische Katzen für die Quantenkommunikation

Gleichzeitig tot und lebendig? Max-Planck-Forscher realisieren im Labor Erwin Schrödingers paradoxes Gedankenexperiment mithilfe eines verschränkten Atom-Licht-Zustands.

Bereits 1935 formulierte Erwin Schrödinger die paradoxen Eigenschaften der Quantenphysik in einem Gedankenexperiment über eine Katze, die gleichzeitig tot und...

Im Focus: Flying Optical Cats for Quantum Communication

Dead and alive at the same time? Researchers at the Max Planck Institute of Quantum Optics have implemented Erwin Schrödinger’s paradoxical gedanken experiment employing an entangled atom-light state.

In 1935 Erwin Schrödinger formulated a thought experiment designed to capture the paradoxical nature of quantum physics. The crucial element of this gedanken...

Im Focus: Implantate aus Nanozellulose: Das Ohr aus dem 3-D-Drucker

Aus Holz gewonnene Nanocellulose verfügt über erstaunliche Materialeigenschaften. Empa-Forscher bestücken den biologisch abbaubaren Rohstoff nun mit zusätzlichen Fähigkeiten, um Implantate für Knorpelerkrankungen mittels 3-D-Druck fertigen zu können.

Alles beginnt mit einem Ohr. Empa-Forscher Michael Hausmann entfernt das Objekt in Form eines menschlichen Ohrs aus dem 3-D-Drucker und erklärt: «Nanocellulose...

Im Focus: Nanocellulose for novel implants: Ears from the 3D-printer

Cellulose obtained from wood has amazing material properties. Empa researchers are now equipping the biodegradable material with additional functionalities to produce implants for cartilage diseases using 3D printing.

It all starts with an ear. Empa researcher Michael Hausmann removes the object shaped like a human ear from the 3D printer and explains:

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Erstmalig in Nürnberg: Tagung „HR-Trends 2019“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Wie Daten und Künstliche Intelligenz die Produktion optimieren

16.01.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leistungsschub für alle Omicron Laser

17.01.2019 | Messenachrichten

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Blutgefäßen aus Stammzellen gegen Volkskrankheit Diabetes

17.01.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics