Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von Fischen, Aktenordnern und Pflanzen: Niederländisch-deutsches RFID-Projekt abgeschlossen

19.03.2013
Im niederländischen Roermond sind die Ergebnisse des niederländisch-deutschen Interreg-Projektes „RAAS RFID jetzt!“ im Rahmen einer Abschlussveranstaltung präsentiert worden.

Das Projekt mit einem Finanzvolumen von 1,13 Millionen Euro, an dem die Hochschule Niederrhein durch das Institut GEMIT sowie Mitgliedern der Fachbereiche Textil- und Bekleidungstechnik, Gesundheitswesen und Oecotrophologie vertreten war, lief über drei Jahre und hat kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) den Einstieg in die RFID-Technologie näher gebracht.

RFID (Radio Frequency Identification) steht für die automatische Identifikation von Objekten mit Hilfe von Funktechnik. Weil sie das schnelle Orten und Identifizieren von Gegenständen ohne Sichtkontakt erlaubt, lassen sich mit RFID-Technik betriebliche Prozesse automatisieren und optimieren. RFID-Technologie besteht generell aus Funkchips, Lesegeräten und einer Software.

Seit dem Projektstart im Januar 2010 wurden insgesamt 133 Erstberatungsgespräche durchgeführt, aus denen 34 Business Cases und neun Pilotprojekte entstanden sind. „Das Interesse an dem Projekt hat unsere Erwartungen übertroffen“, so Prof. Dr. Wilhelm Mülder vom GEMIT-Institut. Neben der Hochschule Niederrhein waren die Fontys Hochschule/Venlo sowie das Forschungsinstitut für Telekommunikation und Kooperation (FTK) in Dortmund die weiteren wissenschaftlichen Projektpartner.

In der Praxis konnten unterschiedlichste Einsatzgebiete für die RFID-Technik festgestellt werden. So wurde in einem Krefelder Altenheim mithilfe dieser Technologie ein Frühwarnsystem installiert. Damit konnte verhindert werden, dass demenzkranke Bewohner unbeobachtet aus dem Haus gelangen konnten. In einer Rechtsanwaltskanzlei wurden Akten mit einem RFID-Sender versehen. Mit Hilfe des entsprechenden Lesegerätes wurden die Ablageorte der Akten innerhalb der Kanzleiräumlichkeiten genau identifiziert.

Aber auch unter freiem Himmel kann die RFID-Technik sinnvoll eingesetzt werden. Im Rahmen der Wiederansiedlung von Lachsen in regionalen Fließgewässern wurde das Wanderverhalten der Fische für die natürliche Reproduktion untersucht und dokumentiert. Während des Projektes wurde hierfür System entwickelt, das eine automatische Erkennung der zuvor markierten Lachse unter Wasser gewährleistet. In einem großen Pflanzenzentrum in den Niederlanden wurden die jungen Gewächse mit RFID-Tags versehen und waren mit einem Lesegerät genau zu identifizieren.

Auch nach Projektende wird die Forschung im Bereich RFID weiter vorangetrieben. „Wir wollen in der Region das RFID-Thema weiter verfolgen. In der Zukunft wird diese Technik noch präziser und über eine größere Reichweite funktionieren. Darüber hinaus wird der Preis günstiger und damit auch für kleine Unternehmen erschwinglich.“ Bisher ist es so, dass die Kapitalrendite nach drei bis fünf Jahren eintritt. „Allerdings ist das nur sehr vorsichtig zu bewerten und kommt auf den jeweiligen Einzelfall an“, so Professor Mülder.

Das Projekt RAAS – RFID jetzt! wird im Rahmen des INTERREG IV A-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für REGIONALE Entwicklung (EFRE) und Ministerium für Wirtschaft NRW und Provincie Limburg kofinanziert. Es wird begleitet durch das Programmmanagement bei der euregio rhein-maas-nord.

Pressekontakt: Tim Wellbrock, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Niederrhein, Tel.: 02151 822-2934, E-Mail: tim.wellbrock@hs-niederrhein.de

Dr. Christian Sonntag | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de

Weitere Berichte zu: Applied Science Lesegerät RFID RFID-Projekt RFID-Technik RFID-Technologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Schlaue Klaus erlaubt keine Fehler
18.01.2019 | Optimum datamanagement solutions GmbH

nachricht Radar des Fraunhofer FHR analysiert Deorbiting-Systeme für mehr Nachhaltigkeit in der Raumfahrt
17.01.2019 | Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ten-year anniversary of the Neumayer Station III

The scientific and political community alike stress the importance of German Antarctic research

Joint Press Release from the BMBF and AWI

The Antarctic is a frigid continent south of the Antarctic Circle, where researchers are the only inhabitants. Despite the hostile conditions, here the Alfred...

Im Focus: Ultra ultrasound to transform new tech

World first experiments on sensor that may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles

The new sensor - capable of detecting vibrations of living cells - may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles.

Im Focus: Fliegende optische Katzen für die Quantenkommunikation

Gleichzeitig tot und lebendig? Max-Planck-Forscher realisieren im Labor Erwin Schrödingers paradoxes Gedankenexperiment mithilfe eines verschränkten Atom-Licht-Zustands.

Bereits 1935 formulierte Erwin Schrödinger die paradoxen Eigenschaften der Quantenphysik in einem Gedankenexperiment über eine Katze, die gleichzeitig tot und...

Im Focus: Flying Optical Cats for Quantum Communication

Dead and alive at the same time? Researchers at the Max Planck Institute of Quantum Optics have implemented Erwin Schrödinger’s paradoxical gedanken experiment employing an entangled atom-light state.

In 1935 Erwin Schrödinger formulated a thought experiment designed to capture the paradoxical nature of quantum physics. The crucial element of this gedanken...

Im Focus: Implantate aus Nanozellulose: Das Ohr aus dem 3-D-Drucker

Aus Holz gewonnene Nanocellulose verfügt über erstaunliche Materialeigenschaften. Empa-Forscher bestücken den biologisch abbaubaren Rohstoff nun mit zusätzlichen Fähigkeiten, um Implantate für Knorpelerkrankungen mittels 3-D-Druck fertigen zu können.

Alles beginnt mit einem Ohr. Empa-Forscher Michael Hausmann entfernt das Objekt in Form eines menschlichen Ohrs aus dem 3-D-Drucker und erklärt: «Nanocellulose...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Smarte Sensorik für Mobilität und Produktion 4.0 am 07. Februar 2019 in Oldenburg

18.01.2019 | Veranstaltungen

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Erstmalig in Nürnberg: Tagung „HR-Trends 2019“

17.01.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zeitwirtschafts- und Einsatzplanungsprozesse effizient und transparent gestalten mit dem Workforce Management System der GFOS

18.01.2019 | Unternehmensmeldung

Der Schlaue Klaus erlaubt keine Fehler

18.01.2019 | Informationstechnologie

Neues Verfahren zur Grundwassersanierung: Mit Eisenoxid gegen hochgiftige Stoffe

18.01.2019 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics