Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste internationale Forschungskooperation / Optimierung von „Power Line Communication Systemen“

19.10.2012
Anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte haben an der Hochschule Ruhr West eine hohe Bedeutung. Ein wichtiges Ziel dabei ist die Kooperation mit Unternehmen der Region und aus dem lokalen Umfeld von Mülheim an der Ruhr und Bottrop.
Jetzt wurde erstmals eine Forschungsvereinbarung mit einem chinesischen Partner, dem China Electric Power Research Institute (CEPRI), abgeschlossen. Im Rahmen des Forschungsprojektes arbeitet seit Mitte Oktober der chinesische Gastwissenschaftler, Hongjian Gao, für zwei Jahre am Institut Informatik der HRW in Bottrop.

Um die wachsende Nachfrage nach zuverlässigen und kostengünstigen Netzwerken über das so genannte MV/LV Verbreitungsnetzwerk für Smart Grid Anwendungen zu erfüllen, das auf einen neuen Konzept basiert, hat CEPRI ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt ins Leben gerufen, dass die Schlüsseltechnologien für eine neue Generation von Smart Grid Power Line Communication Konzepten erforscht. Es kann eine zuverlässige Kommunikation bieten und Echt-Zeit Anforderungen für verschiedene Smart Grid Dienstleistungen bieten. Für dieses Drittmittelprojekt hat CEPRI die HRW als Kooperationspartner gewählt, um zusammen an den verschiedenen Themen zu arbeiten.

Am HRW Institut Informatik wird mit Prof. Dr. Gerd Bumiller derzeit an der Entwicklung einer neuen Generation von Power Line Communication Systemen (PLC) für Smart-Grid-Anwendungen gearbeitet. Das heißt, die für die intelligenten Stromnetze notwendige Übertragung von Daten soll über das Stromnetz selbst ermöglicht werden. Die schnelle Datenübertragung über die Stromleitung wird bisher hauptsächlich innerhalb von Gebäuden eingesetzt. Für eine Automatisierung des Stromnetzes sind weder die Zuverlässigkeit noch die erreichbaren Reichweiten dieser Technologie ausreichend. Für Smart Metering (intelligente Stromzähler) werden auch andere PLC Systeme eingesetzt, z.B. im Projekt „ Mülheim zählt“ der RWE. Hierbei werden die notwendigen Reichweiten erzielt, aber die Datenraten und Reaktionszeiten des Systems reichen für hochwertige Automatisierungsaufgaben im Stromnetz nicht aus. Die HRW forscht am Standort Bottrop an der notwendigen Technologie um diese Lücke zu schließen.

Die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner ermöglicht es, die Ergebnisse frühzeitig in die Technologiedefinition und Standardisierung für den chinesischen Markt einzubringen. Darauf aufbauend sollen die Ergebnisse auch in die internationale Standardisierung der Technologie eingebracht werden. Die Kooperation zwischen der Hochschule Ruhr West unter Leitung von Prof. Dr. Gerd Bumiller und CEPRI mit einer Laufzeit von zunächst zwei Jahren befasst sich mit neuer Generation Power Line Communication (PLC) Systemen. Der Schwerpunkt ist die Forschung und Entwicklung von Schlüsseltechnologien zur Erhöhung von Zuverlässigkeit, Erreichbarkeit und Echtzeitfähigkeit. Das neue System ist für breite Smart-Grid-Anwendungen, inklusive Echtzeit- und sicherheitskritischen Applikationen, auf dem Stromverteilnetz in der Mittelspannungs- und Niederspannungsebene vorgesehen.

„China zählt zu den am stärksten wachsenden Wirtschaftsregionen der Erde. Deutschland ist Chinas größter europäischer Handelspartner und gerade für meine Forschungsfelder „Power Line Communication“ und „intelligente Stromnetze“ bietet sich hier ein enormes Potenzial. Zudem freue ich mich, dass wir gemeinsam mit unserem chinesischen Partner an neuen Lösungen arbeiten, damit die Voraussetzungen für die Nutzung intelligenter Stromnetze verbessert werden können. Durch diese direkte Zusammenarbeit behalten wir die notwendigen Kompetenzen für einen weiterhin erfolgreichen Zugang zu dem chinesischen Markt und es kann sich hieraus eventuell auch ein internationaler Standard entwickeln“, erläutert Prof. Dr.–Ing. Gerd Bumiller, Professor mit Lehrgebiet Energie- und Informationstechnik an der Hochschule Ruhr West.

„Smart Grid ist einer der wichtigsten Industriesektoren in China in diesem Jahrhundert. Eine zuverlässige PLC Technologie wird einen wichtigen Beitrag beim raschen Aufbau und der Verbreitung von Smart Grid leisten. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit der Hochschule Ruhr West in diesem Feld. Die Kompetenzen beider Partner sind wichtige Voraussetzungen für das Gelingen unseres gemeinsamen Forschungsvorhabens,“ so Dr. Weilin Liu, Projektleiter von CEPRI.

Hongjian Gao, Gastwissenschaftler aus Peking, erläutert: „Die Teilnahme an diesem Forschungsprojekt ist für mich eine großartige Chance. Zum einen kann ich dazu beitragen, Schlüsseltechnologien für den chinesischen Markt im Bereich der Powerline-Kommunikation zu entwickeln. Zum anderen sind die Fachkenntnisse, die ich an der Hochschule Ruhr West erwerbe, und die internationalen Erfahrungen für meine weitere berufliche und persönliche Entwicklung von großem Wert“.

„Ich begrüße es sehr, dass die Hochschule Ruhr West ihre Forschungsaktivitäten in den letzten drei Jahren seit der Gründung kontinuierlich steigern konnte und wir jetzt auch von ausländischen Partnern Forschungsaufträge erhalten“, ergänzt Prof. Dr. Jörg Himmel, Vizepräsident für Forschung und Transfer an der Hochschule Ruhr West.
Über CEPRI:
CEPRI wurde 1951 gegründet. Das breit aufgestellte, multidisziplinäre Forschungsinstitut ist in folgenden Bereichen tätig: Forschung und Entwicklung, Analyse- und Kontrollstandardisierung von Energieeinspeisungsnetzen, Hochspannung, Netzautomation, Leistungselektronik, Stromnetzbau, elektrische Messung, erneuerbare Energien, Stromverteilung und Leistungsausnutzung, Informations- und Kommunikationstechnologie u. a. Im September 2012 beschäftigte CEPRI 2.093 ständige Mitarbeiter von denen 84 Prozent akademische Abschlüsse haben. CEPRI ist direkt an die State Grid Corporation of China (SGCC) angegliedert.

Über die Hochschule Ruhr West
Die Hochschule Ruhr West (HRW) ist eine staatliche Hochschule mit Standorten in den Ruhrgebiets-städten Mülheim an der Ruhr und Bottrop. Unsere Schwerpunkte liegen in den Bereichen Informatik, Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Natur-wissenschaften und Wirtschaft. Im Studienangebot sind derzeit die Bachelor-studiengänge Angewandte Informatik, Bauingenieurwesen, Elektrotechnik, Maschinenbau, BWL-Industrielles Dienstleistungsmanagement, BWL-Internationales Handels-management & Logistik, Energie- und Wassermanagement, Energie-informatik, Internationale Wirtschaft-Emerging Markets, Mechatronik, Mensch-Technik-Interaktion,Wirtschaftsingenieurwesen-Energiesysteme, Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau sowie Wirtschaftsinformatik. Die HRW bietet die meisten ihrer Bachelorstudiengänge auch als duale Variante an. Außerdem im Studien-angebot: die Masterstudiengänge Modellierung technischer Systeme und Betriebswirtschaftslehre.

Heike Lücking | idw
Weitere Informationen:
http://www.hochschule-ruhr-west.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne
20.07.2018 | Universität Rostock

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Staus im Gehirn: FAU-Forscher identifizieren eine Ursache für Parkinson

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics