Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Embedded Systems 2.0: acatech bringt Integriertes Forschungskonzept Cyber-Physical Systems auf den Weg

08.02.2010
Im Milliardenmarkt der Eingebetteten Systeme hat Deutschland eine starke Position - könnte sie aber bei der nächsten Generation, den Cyber-Physical Systems, einbüßen. Deshalb hat acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften auf einem Symposium am 2. Februar 2010 in München gemeinsam mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ein "Integriertes Forschungskonzept Cyber-Physical Systems" auf den Weg gebracht.

Wie Deutschland den Generationenwechsel eingebetteter Systeme meistern kann, erläutern Henning Kagermann, Präsident acatech, Paul S. Otellini, CEO Intel, gemeinsam mit Reinhold Achatz, Forschungsdirektor Siemens, und Wolf-Dieter Lukas, Ministerialdirektor im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und Manfred Broy, Technische Universität München, bei einem Pressegespräch am 18. Februar in München.

Weitaus die meisten Prozessoren steuern nicht Computer und Notebook, sondern eingebettete softwareintensive Systeme - allein in einem modernen Mittelklassewagen sind es rund 70. Das Neue in diesem Technologiebereich: Die Eingebetteten Systeme werden zunehmend miteinander vernetzt. Eingebettete Systeme erheben nicht nur Daten und verarbeiten sie vor Ort, sondern leiten Daten auch weiter, kommunizieren mit anderen eingebetteten Systemen und mit Zentralrechnern. Sie werden Teil des Cyberspace und bilden als physikalische Objekte die neuen "Cyber-Physical Systems". Es geht also um die Verschmelzung der realen physischen Welt und digital-virtuellen Welten.

Eine Ahnung von der zunehmenden Allgegenwart und Vernetzung im Sinne eines Internets der Dinge erhalten die Verbraucher bereits in der Unterhaltungselektronik - von der Playstation über Smartphones bis zum iPad. Cyber-Physical Systems ermöglichen aber auch ganz neue industrielle Anwendungen mit hohem wirtschaftlichem Potenzial, etwa selbststeuernde Logistiksysteme, neue Systeme zur Verkehrssteuerung oder aber auch intelligente Stromnetze (Smart Grids). Der Anteil von Software an Innovation und Wertschöpfung wächst, damit wachsen allerdings auch die Anforderungen an Sicherheit und Qualität, etwa in puncto Ausfallsicherheit.

"Im Bereich Embedded Systems haben wir noch nicht den Blick für das Gesamtsystem. Forschung und Entwicklung auf diesem komplexen Gebiet sind zu unkoordiniert. Sie sind über zu viele Branchen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen hinweg verstreut", sagte acatech Präsident Henning Kagermann.

Die Akademie führt in dem Projekt Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, um
- ein Benchmarking der Position Deutschlands zu erarbeiten,
- Vorschläge für Leitprojekte zu unterbreiten,
- Forschungsziele zu priorisieren,
- die enorme wirtschaftliche Bedeutung eingebetteter Systeme und der Cyber-Physical Systems anhand nachprüfbarer Indikatoren herauszustellen.

Bei der Erarbeitung des Konzepts kann die Akademie auf die Vielzahl an Initiativen aufbauen, etwa des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (SPES 2020, IKT 2020 im Rahmen der High-Tech-Strategie), Zentralverbands Elektrotechnik und Elektronikindustrie (Nationale Roadmap EMBEDDED SYSTEMS) und der EU-Plattform ARTEMIS.

Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften möchte in dem "Integrierten Forschungskonzept Cyber-Physical Systems" die vorhandenen Initiativen vernetzen. Ziel des Projekts sind ein schlüssiges Konzept für Forschung und Entwicklung und konkrete Schritte, die starke Position Deutschlands im Bereich Embedded Systems auszubauen.

Henning Kagermann: "Nach unserer Einschätzung hat Deutschland gute Chancen, Leitanbieter in wichtigen Zukunftsfeldern zu werden. Diese Chancen sehen wir insbesondere im Bereich der Elektromobilität, bei der Zukunft intelligenter Energienetze (Smart Grids), aber auch bei den weitgehend im Verborgenen arbeitenden Cyber-Physical Systems."

Weitere Informationen unter www.acatech.de

Über acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

acatech - DEUTSCHE AKADEMIE DER TECHNIKWISSENSCHAFTEN vertritt die Interessen der deutschen Technikwissenschaften im In- und Ausland in selbstbestimmter, unabhängiger und gemeinwohlorientierter Weise. Als Arbeitsakademie berät acatech Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen auf dem besten wissenschaftlichen Kenntnisstand. Darüber hinaus hat es sich acatech zum Ziel gesetzt, den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu unterstützen und den technikwissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern.

Zu den Mitgliedern der Akademie zählen herausragende Wissenschaftler aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. acatech finanziert sich durch eine institutionelle Förderung von Bund und Ländern sowie durch Spenden und projektbezogene Drittmittel. Um die Akzeptanz des technischen Fortschritts in Deutschland zu fördern und das Potenzial zukunftsweisender Technologien für Wirtschaft und Gesellschaft deutlich zu machen, veranstaltet acatech Symposien, Foren, Podiumsdiskussionen und Workshops. Mit Studien, Empfehlungen und Stellungnahmen wendet sich acatech an die Öffentlichkeit.

Der Name acatech steht für die Verbindung von Academia und Technik. acatech besteht aus drei Organen: Die Mitglieder der Akademie sind in der Mitgliederversammlung organisiert; das Präsidium, das von den Mitgliedern und Senatoren der Akademie bestimmt wird, lenkt die Arbeit; ein Senat mit namhaften Persönlichkeiten vor allem aus der Industrie, aus der Wissenschaft und aus der Politik berät acatech in Fragen der strategischen Ausrichtung und sorgt für den Austausch mit der Wirtschaft und anderen Wissenschaftsorganisationen in Deutschland. Präsidenten von acatech sind Prof. Dr. Henning Kagermann und Professor Dr. Reinhard Hüttl; den Vorsitz des Senats hat Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Roman Herzog inne. Die Geschäftsstelle von acatech befindet sich in München; zudem ist acatech mit einem Hauptstadtbüro in Berlin vertreten. Auf internationaler Ebene wirkt acatech mit im European Council of Applied Sciences, Technologies and Engineering (Euro-CASE) und im International Council of Academies of Engineering and Technological Sciences (CAETS).

Weitere Informationen unter www.acatech.de

Kontakt und weitere Pressematerialien:
Jann Gerrit Ohlendorf
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit acatech
Residenz München
Hofgartenstraße 2
80539 München
Tel. +49(0)89/5 20 30 940
mob.+49(0)/176 23 88 61 65
Fax +49(0)89/5 20 30 99
ohlendorf@acatech.de

Jann Gerrit Ohlendorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.acatech.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Nanoelektronik lernt wie das Gehirn
14.07.2020 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

nachricht Anwendungslabor Industrie 4.0 der THD: Smarte Lösungen für die Unikatproduktion
14.07.2020 | Technische Hochschule Deggendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hammer-on – wie man Atome schneller schwingen lässt

Schwingungen von Atomen in einem Kristall des Halbleiters Galliumarsenid (GaAs) lassen sich durch einen optisch erzeugten Strom impulsiv zu höherer Frequenz verschieben. Die mit dem Strom verknüpfte Ladungsverschiebung zwischen Gallium- und Arsen-Atomen wirkt über elektrische Wechselwirkungen zurück auf die Schwingungen.

Hammer-on ist eine von vielen Rockmusikern benutzte Technik, um mit der Gitarre schnelle Tonfolgen zu spielen und zu verbinden. Dabei wird eine schwingende...

Im Focus: Kryoelektronenmikroskopie: Hochauflösende Bilder mit günstiger Technik

Mit einem Standard-Kryoelektronenmikroskop erzielen Biochemiker der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) erstaunlich gute Aufnahmen, die mit denen weit teurerer Geräte mithalten können. Es ist ihnen gelungen, die Struktur eines Eisenspeicherproteins fast bis auf Atomebene aufzuklären. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "PLOS One" veröffentlicht.

Kryoelektronenmikroskopie hat in den vergangenen Jahren entscheidend an Bedeutung gewonnen, besonders um die Struktur von Proteinen aufzuklären. Die Entwickler...

Im Focus: Electron cryo-microscopy: Using inexpensive technology to produce high-resolution images

Biochemists at Martin Luther University Halle-Wittenberg (MLU) have used a standard electron cryo-microscope to achieve surprisingly good images that are on par with those taken by far more sophisticated equipment. They have succeeded in determining the structure of ferritin almost at the atomic level. Their results were published in the journal "PLOS ONE".

Electron cryo-microscopy has become increasingly important in recent years, especially in shedding light on protein structures. The developers of the new...

Im Focus: Neue Schlankheitstipps für Computerchips

Lange Zeit hat man in der Elektronik etwas Wichtiges vernachlässigt: Wenn man elektronische Bauteile immer kleiner machen will, braucht man dafür auch die passenden Isolator-Materialien.

Immer kleiner und immer kompakter – das ist die Richtung, in die sich Computerchips getrieben von der Industrie entwickeln. Daher gelten sogenannte...

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nanoelektronik lernt wie das Gehirn

14.07.2020 | Informationstechnologie

Anwendungslabor Industrie 4.0 der THD: Smarte Lösungen für die Unikatproduktion

14.07.2020 | Informationstechnologie

Neue Kunststoff-Schaltschränke AX von Rittal

14.07.2020 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics