Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitale Infrastrukturen von morgen: Mehr als nur Breitbandausbau

05.07.2017

Die Digitalisierung verändert die Wertschöpfungsstrukturen nahezu aller Branchen. Um die Wettbewerbsfähigkeit der unterschiedlichen Industriezweige und letztlich der gesamten Volkswirtschaft sicherzustellen, sind differenzierte IKT-Dienste und zu deren Realisierung ein substantieller Ausbau der digitalen Infrastrukturen in Deutschland unerlässlich. Auf der Fachkonferenz „Digitale Basisinfrastrukturen für die Wirtschaft 2025“ am 21. Juni in München erörterte der MÜNCHNER KREIS mit rund 70 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft, wo dringender Handlungsbedarf für Politik und Unternehmen besteht und welche Weichenstellungen erfolgen müssen.

Gemeinsam mit den Referenten aus Anwender- und Anbieterindustrie sowie der Wissenschaft identifizierten die Teilnehmer in branchenübergreifenden Diskussionen insgesamt fünf Kernthemen, die für den erfolgreichen Wandel der digitalen Basisinfrastrukturen entscheidend sind. Diese erweitern die bisherigen Breitband-Ziele der Bundesregierung, definiert im Wesentlichen durch Festnetzbandbreite der Privathaushalte, substantiell:


IKT-Basisinfrastrukturen und -Dienste werden in Zukunft mit völlig neuen Anforderungen konfrontiert werden.

Foto: © robu_s / Fotolia

1. Cybersecurity als „conditio sine qua non“ digitaler Infrastrukturen

Digitale Wertschöpfung ist zwingend auf verlässliche Sicherheit, garantierte Identitäten (ganz wesentlich auch von „Dingen“ im Internet der Dinge), Schutz der Daten etc. entlang der gesamten Wertschöpfungskette angewiesen. Dafür sind angemessene IT-Sicherheitskonzepte, -architekturen und -Prüfverfahren für alle Anwendungsfelder von vorneherein zu planen und zu implementieren. Profundes und gezieltes Risikomanagement wird hier immer wichtiger.

2. Die künftigen Anforderungen digitaler, besonders industrieller Wertschöpfung reichen weit über die Möglichkeiten konventioneller Netze hinaus

Anwendungen für Endkunden und für die Industrie werden zukünftig immer unterschiedlicher werden: Je nach Branche sind symmetrische Bandbreiten bis in den Gbps-Bereich, Verzögerungszeiten von wenigen Millisekunden, garantierte Verbindungsqualität, ausgeprägte Modularität und Flexibilität, definierte Schnittstellen entsprechend den branchenspezifischen Anforderungen, jahrzehntelange Verfügbarkeit von Technologien etc. für den Erfolg digitaler Transformation von industrieller Wertschöpfung unerlässlich. Dabei gibt es differenzierte Anforderungen hinsichtlich der räumlichen Verfügbarkeit. Um diese heterogenen Anforderungen zu erfüllen, benötigen wir über die heutige Endkunden-Orientierung hinausgehende, an den unterschiedlichen Erfordernissen unserer Wirtschaft, orientierte konkrete Ziele.

3. Wandel des Infrastrukturverständnisses

Leistungsfähige digitale Basisinfrastrukturen sind für unsere Wirtschaft und ihre Digitalisierung ebenso wichtig wie z.B. Strom, Gas, Wasser, Abwasser, und Verkehrsanbindung. Ihr Mehrwert für unsere Gesellschaft reicht deshalb weit über den betriebswirtschaftlichen Wert, z.B. für den Betreiber von öffentlichen Netzen hinaus. Angesichts der Baukosten müssen daher Kernelemente der digitalen Basisinfrastruktur, z.B. Glasfaserleitungen und Standorte für neue Mobilfunkstationen, bei der Planung neuer Infrastrukturvorhaben von vorneherein mit einbezogen werden. Dies gilt soweit irgend möglich auch für die Modernisierung bestehender Infrastrukturen. Technologisch gesehen sind alle Wirtschaftsstandorte und Funkstationen mit Glasfaser anzuschließen und ist durch Verfügbarkeit geeigneter Frequenzen für 5G, besonders auch unterhalb von 1 GHz – der weitgehend flächendeckende mobile Zugang zu digitalen Infrastrukturen sicherzustellen.

4. Ländliche Gegenden als Herausforderung

Vor allem ländliche Gegenden stellen eine Herausforderung bei der Versorgung mit leistungsfähigen digitalen Basisdiensten und beim Ausbau breitbandiger Netze dar, da die Kosten häufig so hoch sind, dass bei marktüblichen Preisen kein profitabler Ausbau und Betrieb möglich sind. Es müssen Alternativen und Konsequenzen für Planung, Finanzierung sowie den Betrieb von Netzen erarbeitet werden, wie etwa die Trennung von Infrastruktur und Dienst. Dabei sollten Rechtsrahmen und Regulierung pragmatische Lösungen unterstützen und den volkswirtschaftlich nicht zielführenden Aufbau von parallelen gleichartigen Infrastrukturen verhindern.

5. Digitale Infrastrukturen als Wegbereiter für die erfolgreiche digitale Transformation

Auf Basis von digitalen Infrastrukturen entstehen neue Wertschöpfungsnetzwerke über Länder- und Unternehmensgrenzen hinweg. Damit diese einwandfrei funktionieren können, bedarf es neuer Geschäftsmodelle und vielfältiger Schnittstellen und Standards, die die künftigen Möglichkeiten von IKT-Basisinfrastrukturen mit den spezifischen Notwendigkeiten der beteiligten Branchen zusammenbringen. Dies erfordert branchenübergreifende Kooperationen und es müssen die jeweiligen nationalen und internationalen Rechtsrahmen angepasst und Standards zumindest europaweit eingeführt werden.

Chancen erkennen und aktiv werden

Sigurd Schuster, Nokia Solutions and Networks und Leiter des Arbeitskreises „Digitale Infrastrukturen und Dienste“ des MÜNCHNER KREIS, appellierte daran, relevante Stakeholder dort abzuholen, wo sie augenblicklich stehen, und sie vom Nutzen digitaler Basisinfrastrukturen zu überzeugen. „Nur, wenn ein Bürgermeister weiß, was eine effiziente Internet-Infrastruktur auch für die künftige Wirtschaftskraft seiner Gemeinde bringt, wird er den Anschluss seiner Kommune an das Breitbandnetz vorantreiben“, führte Schuster an. Letztendlich ist der entscheidende Faktor nicht die technische Machbarkeit, sondern der tatkräftige Wille von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zum Ausbau der digitalen Infrastruktur, so der Tenor des Schlusspodiums.

Über den MÜNCHNER KREIS

Der MÜNCHNER KREIS möchte die digitalisierte Wissens- und Informationsgesellschaft durch seine Arbeit aktiv mitgestalten. Als gemeinnützige, internationale Vereinigung an der Nahtstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft bietet der MÜNCHNER KREIS eine unabhängige Plattform, die gleichermaßen Hersteller, Dienstleister und alle Anwenderbranchen wie Automotive, Energie etc. anspricht. Mit einer Vielzahl unterschiedlicher Aktivitäten setzt er sich konstruktiv mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung auseinander, um Orientierung in der digitalen Transformation zu geben.

www.muenchner-kreis.de 

Pressekontakt

Mareike von Frieling
HeadlineAffairs
Rumfordstraße 5
D - 80469 München
T + 49. 89. 23 23 90 91
F + 49. 89. 23 23 90 99
vonfrieling@headline-affairs.de

Mareike von Frieling | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Radar des Fraunhofer FHR analysiert Deorbiting-Systeme für mehr Nachhaltigkeit in der Raumfahrt
17.01.2019 | Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR

nachricht Mobilfunktechnik für die Industrie 4.0
10.01.2019 | Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultra ultrasound to transform new tech

World first experiments on sensor that may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles

The new sensor - capable of detecting vibrations of living cells - may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles.

Im Focus: Fliegende optische Katzen für die Quantenkommunikation

Gleichzeitig tot und lebendig? Max-Planck-Forscher realisieren im Labor Erwin Schrödingers paradoxes Gedankenexperiment mithilfe eines verschränkten Atom-Licht-Zustands.

Bereits 1935 formulierte Erwin Schrödinger die paradoxen Eigenschaften der Quantenphysik in einem Gedankenexperiment über eine Katze, die gleichzeitig tot und...

Im Focus: Flying Optical Cats for Quantum Communication

Dead and alive at the same time? Researchers at the Max Planck Institute of Quantum Optics have implemented Erwin Schrödinger’s paradoxical gedanken experiment employing an entangled atom-light state.

In 1935 Erwin Schrödinger formulated a thought experiment designed to capture the paradoxical nature of quantum physics. The crucial element of this gedanken...

Im Focus: Implantate aus Nanozellulose: Das Ohr aus dem 3-D-Drucker

Aus Holz gewonnene Nanocellulose verfügt über erstaunliche Materialeigenschaften. Empa-Forscher bestücken den biologisch abbaubaren Rohstoff nun mit zusätzlichen Fähigkeiten, um Implantate für Knorpelerkrankungen mittels 3-D-Druck fertigen zu können.

Alles beginnt mit einem Ohr. Empa-Forscher Michael Hausmann entfernt das Objekt in Form eines menschlichen Ohrs aus dem 3-D-Drucker und erklärt: «Nanocellulose...

Im Focus: Nanocellulose for novel implants: Ears from the 3D-printer

Cellulose obtained from wood has amazing material properties. Empa researchers are now equipping the biodegradable material with additional functionalities to produce implants for cartilage diseases using 3D printing.

It all starts with an ear. Empa researcher Michael Hausmann removes the object shaped like a human ear from the 3D printer and explains:

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Erstmalig in Nürnberg: Tagung „HR-Trends 2019“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Wie Daten und Künstliche Intelligenz die Produktion optimieren

16.01.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leistungsschub für alle Omicron Laser

17.01.2019 | Messenachrichten

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Blutgefäßen aus Stammzellen gegen Volkskrankheit Diabetes

17.01.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics