Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lernen aus wenigen Beispielen

01.08.2007
Jenoptik-Tochter "Robot Visual Systems" finanziert Doktorandenstelle an der Universität Jena - Gemeinsame Pressemitteilung von Jenoptik AG und Universität Jena

Der Mensch ist schon sehr früh in der Lage, aus wenigen gesehenen Beispielen zu verallgemeinern und ähnliche Objekte zu erkennen, ohne sie vorher jemals gesehen zu haben. So genügt es einem kleinen Kind, einmal eine Tüte mit Süßigkeiten gesehen und deren "Bedeutung" verstanden zu haben, um in der Folge während des Einkaufens das Warten an der Kasse für die Eltern zur Qual werden zu lassen.

Heutige maschinelle Systeme, die Erkennungsaufgaben anhand von Kameras aufgenommener Bilder lösen sollen, sind noch weit von solch einer Leistungsfähigkeit entfernt. Typisches Vorgehen ist es deshalb, eine große, repräsentative Stichprobe aus Beispielen zu sammeln und mit diesen das System anzulernen.

Solch ein Vorgehen ist aus Sicht der industriellen Anwendung in vielen Fällen nicht praktikabel, da die Datenerhebung ein extrem teuerer, zeitaufwändiger und teilweise auch praktisch unmöglicher Prozess ist. Ein Beispiel ist das automatische Erkennen und Lesen von KFZ-Kennzeichen, um eine elektronische, bargeldlose Maut zu erheben. Zwar sehen Nummernschilder prinzipiell alle ähnlich aus, jedoch erfordern gerade die kleinen Variationen zwischen verschiedenen Nationen eine Anpassung der Software, um eine hinreichend hohe Erkennungsrate zu erreichen.

Entwickelt ein Unternehmen solch ein System, so müssen innerhalb kürzester Zeit anhand weniger Beispieldaten Kennzeichen einer speziellen Nation (z. B. Österreich) oder einer Nationengruppe (z. B. Skandinavien) angelernt werden können. "Heute erhalten wir Anfragen von privaten und staatlichen Einrichtungen unterschiedlicher Länder, die innerhalb kürzester Zeit ein System entwickelt haben wollen, das Kennzeichen lesen können soll, für die wir noch keinen Erkenner haben", so Dr. Michael Lehning, Leiter der Arbeitsgruppe für bildverarbeitende Systeme bei der ROBOT Visual Systems GmbH. "Leider erhalten wir von unseren Industriepartnern in der Regel nicht genügend Beispiele, um ein System wie einen Kennzeichenleser für eine neue Nation mittels Standardmethoden zu entwickeln", beschreibt Prof. Dr. Joachim Denzler, Inhaber des Lehrstuhls für Digitale Bildverarbeitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena, das aktuelle Problem. "Wir brauchen deshalb neue Methoden, die bestehende Erkenner anhand weniger Beispiele von bisher nicht gelernten Kennzeichen anpasst und dabei eine hohe Erkennungsrate sicherstellt", charakterisiert Diplom-Informatiker Erik Rodner sein zukünftiges Promotionsprojekt. Dazu stellt die ROBOT Visual Systems GmbH, eine Tochter der Jenaer JENOPTIK AG, vorerst für die kommenden zwei Jahre die finanziellen Mittel zur Verfügung. Ziel des geförderten Promotionsprojekts ist es, Grundlagenforschung auf dem Gebiet "Lernen aus wenigen Beispielen" zu betreiben und neue Methoden zu untersuchen und zu entwickeln, die innerhalb kürzester Zeit auch in industrielle Produkte, wie einem Kennzeichenleser, Einzug finden sollen.

Kontakt:
Prof. Dr. Joachim Denzler
Institut für Informatik der Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 2
07743 Jena
Tel.: 03641 / 946420
E-Mail: denzler[at]informatik.uni-jena.de
Sabine Preller
ROBOT Visual Systems GmbH
Opladener Straße 202
40789 Monheim am Rhein
Tel.: 02173 / 3940193
E-Mail: Sabine.Preller[at]robot.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: Erkennungsrate Promotionsprojekt ROBOT Visual

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne
20.07.2018 | Universität Rostock

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics