Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

E-Commerce dominiert deutschen Versandhandel

23.10.2006
Online-Handel löst klassisches Kataloggeschäft ab

Deutsche Haushalte haben laut dem aktuellen Universalpanel des Marktforschungsinstitutes GfK in der ersten Jahreshälfte 2006 zwar mehr Geld für den Kauf von Non-Food-Artikeln im Versandhandel ausgegeben. Der Anstieg um 0,6 auf 12,8 Prozent oder 269 Euro der Gesamtausgaben eines Haushaltes für Artikel wie Kleidung, Elektrogeräte oder Bücher ging aber zum Großteil auf den Online-Handel zurück. "Man erkennt zwei Effekte beim Distanz-Handel: Einerseits gehen die klassischen Katalogkäufe über telefonische und schriftliche Bestellungen schon lange zurück. Dieser Rückgang wird aber andererseits durch das Wachstum des E-Commerce überlagert", so Herbert Lechner, Projektleiter im Non-Food-Bereich bei GfK Panel Services, im Gespräch mit pressetext. Händler wie Quelle oder Otto würden deshalb verstärkt versuchen, ihre Geschäfte weg vom klassischen Handel hin zum Online-Handel zu verlagern. Der Online-Anteil an den Gesamtausgaben der deutschen Haushalte stieg von 5,2 Prozent im Vorjahr auf 6,6 Prozent im ersten Halbjahr 2006.

"Wir sehen zwar weiterhin dynamisches Wachstum beim Online-Handel, dieses wird jedoch nicht von neuen Internetnutzern kommen, da deren Anzahl nicht mehr stark steigen wird", erläutert Lechner die aktuellen Entwicklungen. Zu der Gruppe der über 40-jährigen zählt dabei die größte Anzahl an Nicht-Usern. Diese werden vermutlich auch in ein oder zwei Jahren nicht online sein, schätzt Lechner, da entweder das Interesse oder das technische Verständnis für das Internet fehle. Stattdessen gilt es, bereits bestehende Internetnutzer als neue Kunden zu gewinnen. Um dies zu schaffen, müssten Händler unter anderem ihr Sortiment erweitern. "Die Unternehmen erkennen, dass sie mit nur einem Nischen-Segment nicht weiterkommen", erläutert Lechner und führt das Beispiel Amazon an, das mit dem Verkauf von Büchern startete und mittlerweile unzählige andere Produktgruppen in sein Sortiment aufgenommen hat. Demnach sei zu erwarten, dass vor allem große Händler ihre Produktpalette noch weiter ausbauen werden. Darüber hinaus müssten Händler darauf achten, das Vertrauen zu Kunden vor allem im Hinblick auf Datensicherheit aufzubauen und gezielte Werbung auch in klassischen Medien zu schalten.

Das klassische Kataloggeschäft werde dagegen früher oder später fallen, meint Lechner. Unternehmen könnten durch den Verzicht auf Katalogproduktionen sowohl Kosten sparen, als auch zu hohe Streuverluste verhindern. Stattdessen würde der Trend zu kleineren spezialisierten Katalogen gehen, die an definierte Zielgruppen versendet werden und verstärkt Hinweise auf das Online-Geschäft beinhalten.

Betrachtet man den gesamten Distanzhandel, so gab die Gruppe der unter 30-jährigen den größten Anteil (16,4 Prozent) für Non-Food-Artikel aus. 30 bis 40-jährige wendeten in der ersten Jahreshälfte 2006 im Durchschnitt 13,3 Prozent ihrer Gesamtausgaben für den Distanzhandel auf. Während diese beiden Altersgruppen den Anteil gegenüber den vergangenen Jahren steigerten, stagniert laut den Ergebnissen des Universalpanels der Ausgabenanteil der Generation 50 plus bei rund 11 Prozent.

GfK Panel Services setzt sich im Rahmen des Universalpanels mit dem Kaufverhalten deutscher Haushalte im Bereich Non-Food-Artikel auseinander, die Stichprobe der aktuellen Studie umfasst rund 8.000 Haushalte. Der Begriff Versand- oder Distanz-Handel beinhaltet dabei sowohl Käufe die mittels Katalog-, Telefon- oder Internetbestellungen durchgeführt werden.

Victoria Schubert | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.gfk.de

Weitere Berichte zu: E-Commerce Online-Handel Universalpanel Versandhandel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne
20.07.2018 | Universität Rostock

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics