Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von Insekten Lernen - Australischer Wissenschaftler entwickelt Verfahren für hochwertige Videoaufnahmen

31.08.2006
Der Fluch vieler Hochzeitsvideos - das Gesicht der Braut vor einem Fenster, so dunkel, dass keine Gesichtszüge erkennbar sind. Dies könnte bald Vergangenheit sein. Ein australischer Wissenschaftler hat ein Verfahren zur Anfertigung digitaler Videos entwickelt, bei dem er den Sehvorgang von Insekten nachahmt und so jedes Detail auf einem Video sichtbar macht.

Die Methode von Dr. Russell Brinkworth, Wissenschaftler am Fachbereich für Physiologie der University of Adelaide, wird auch bei Überwachungskameras, bei denen es besonders auf ein klares Bild ankommt, bestehende Probleme der Bildqualität lösen. "Gegenwärtig ist selbst das kleine Gehirn eines Insekts jedem künstlichen System in punkto Sehen überlegen", erläutert Dr. Brinkworth. "Genau wie der Mensch, können Insekten Details gleichzeitig in Licht und Schatten wahrnehmen." Kameras hingegen verwenden traditionell eine einzige Durchschnitts-Lichteinstellung, um die Helligkeit eines Bildes zu steuern. Solange ähnliche Lichtverhältnisse im gesamten Bildbereich herrschen, stellt dies kein Problem dar. Schwierig wird es jedoch, wenn einige Bildbereiche wesentlich heller als andere sind.

In der Natur passen sich die einzelnen Zellen eines Auges unabhängig voneinander an Teile eines Bildes an, um so eine maximale Informationsmenge zu einer Szene aufnehmen zu können. Dadurch können selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen, zum Beispiel wenn eine Person vor einem Fenster steht, sowohl das Gesicht der Person, als auch die Szenerie vor dem Fenster gleichzeitig wahrgenommen werden. Diese Fähigkeiten besitzt keine traditionelle Kamera. Durch Aufnahmen von Zellen im Gehirn von Insekten, konnten Brinkworth und sein Team zeigen, dass es möglich ist, die Funktionsweise eines Tierauges genau zu bestimmen und diesen Prozess mittels entsprechender Computer Soft- und Hardware nachzubilden. "Indem wir von den Insekten lernen, werden wir in der Lage sein, Videokameras zu bauen, die Details in Licht und Dunkelheit auflösen können, die bewegliche Objekt aufspüren und eine schnelle Datenkomprimierung für die Übermittlung von Videomaterial vornehmen können", so Dr. Brinkworth. Auch das Aufspüren und das Messen der Geschwindigkeit von Objekten in größerer Entfernung sollen mittels der neuen Technologie möglich sein.

Die Software von Dr. Brinkworth kann bereits jetzt bestehende Videoaufnahmen aufwerten. Als nächster Schritt ist geplant, die neue Technologie in die bestehende Sensorentechnologie von Kameras zu integrieren. Die Software würde auf einen Computerchip geschrieben werden, der zwischen Sensor und Converter einer Kamera eingebaut werden würde. Bis die wirtschaftliche Nutzbarmachung dieser Technologie über eine Industriepartnerschaft gesichert ist, will Dr. Brinkworth die Details seiner Arbeit unter Verschluss halten. Unterstützung für ihre Arbeit erhalten er und sein Wissenschaftlerteam aber bereits von der United States Air Force.

... mehr zu:
»Bildbereich »Insekt »Video »Videoaufnahme
Weitere Informationen:
Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Verwaltungsstelle aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.wissenschaft-australien.de

Weitere Berichte zu: Bildbereich Insekt Video Videoaufnahme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics