Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Plus zum Muss - Chancen-Risiken-Muster bei der Internationalisierung deutscher IT-Dienstleister

06.04.2006


Nicht nur große, international erfahrene deutsche IT-Dienstleister, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen auf diesem Gebiet brauchen heute die Fähigkeit, Produkte und Leistungen international zu erstellen und zu verkaufen. Die Internationalisierung ist in eine neue Phase getreten - sie ist nicht mehr eine mögliche strategische Option ("Plus"), sondern das tägliche Brot der Unternehmen ("Muss"). Doch wo die Chancen und Risiken liegen und wie die Herausforderung zu meistern ist, unterscheidet sich nach Unternehmensgröße und internationaler Erfahrung. Dies sind Ergebnisse einer ersten empirischen Bestandsaufnahme, die das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt "Export IT" im Rahmen eines Expertenforums vorstellt. Beteiligt sind T-Systems, SAP, IDS Scheer, Software AG und INOSOFT sowie das ISF München als sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut.



In dem groß angelegten Projekt "Export IT - Erfolgsfaktoren der Internationalisierung und der Exportfähigkeit von IT-Dienstleistungen" arbeiten Sozialwissenschaftler, IT-Unternehmen, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften zusammen. Die Projektidee besteht darin, nachhaltige Internationalisierungsstrategien zu entwickeln. Dazu werden die Erfahrungen der IT-Unternehmen gesammelt, analysiert und auf Übertragbarkeit geprüft, um schließlich best-practice-Beispiele herauszuarbeiten und zu kommunizieren. Ein erstes Expertenforum des Projekts findet am 5. April 2006 statt; Gastgeber dieses Treffens ist T-Systems. Das Unternehmen liefert Inputs aus der eigenen Praxis, nämlich zur Internationalisierungsstrategie und zum Management internationaler Projekte bei T-Systems. Das ISF München stellt erste Forschungergebnisse vor, die dann in parallelen Foren von Unternehmens- und Arbeitnehmervertretern diskutiert werden.



Ein zentrales Ergebnis: Dass die Internationalisierung zum Muss geworden ist, gilt für alle Unternehmensgruppen in der IT-Branche gleichermaßen. Doch die Ausgangssituation der Unternehmen ist recht unterschiedlich, und das wirkt sich auf die Chancen und Risiken ebenso aus wie auf die Handlungsspielräume und strategischen Optionen. Wenn man "Erfolgsrezepte" entwickeln und auf ihre Übertragbarkeit prüfen will, muss man diese Chancen-Risiken-Muster unterscheiden.

Das Projektteam des ISF München unter Leitung von Dr. Andreas Boes konnte drei solcher Muster identifizieren und in Szenarien systematisieren:

Große Unternehmen mit reichhaltiger internationaler Erfahrung und entwickelten globalen Strukturen können auf eine "Erfolgsstory Internationalisierung" zurückblicken. Doch in der neuen Phase des verschärften internationalen Wettbewerbs stehen sie vor neuen Herausforderungen: Insbesondere müssen sie globale Kooperationsformen weiterentwickeln und vertiefen, ohne die Motivation der qualifizierten Mitarbeiter, ihrer wichtigsten Ressource, zu gefährden.

Unternehmen, bei denen das internationale Engagement bisher nicht im Mittelpunkt stand, sind mit "Internationalisierung unter Druck" konfrontiert. Mehr als andere müssen sie in sehr kurzer Zeit widersprüchliche Anforderungen bewältigen. Sie benötigen strategische Lösungen, die den verschärften Kostendruck des internationalen Wettbewerbs abfedern und gleichzeitig die produktive Basis für eine beschleunigte Internationalisierung schaffen und ausbauen.

Kleinere Unternehmen sehen sich zunehmend dem Problem einer "gefährdeten Autonomie" ausgesetzt. Auf ihren heimischen Märkten wächst der internationale Konkurrenzdruck, aufgrund ihrer Größennachteile ist es für sie aber auch schwieriger, die Chancen internationaler Märkte zu nutzen. Dem Kapitalmangel abzuhelfen, internationale Kooperationsbeziehungen ohne Bedrohung der Eigenständigkeit zu etablieren, Alleinstellungsmerkmale zu schaffen und die Chancen von Nischenstrategien auszuloten sind für sie besonders wichtige Themen.

Das Projekt wird vom BMBF innerhalb der Förderinitiative "Exportfähigkeit und Internationalisierung von Dienstleistungen" gefördert und vom Projektträger DLR-Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen, Abteilung "Innovative Dienstleistungen" betreut.

Eine Besonderheit des Projekts ist der ganzheitliche Zugriff. Wirtschaftsunternehmen unterschiedlicher Größe (von SAP und T-Systems bis zum 50-Mitarbeiter-Unternehmen INOSOFT), Arbeitnehmervertreter, Wirtschaftsverbände (VDMA, ZVEI) und Gewerkschaften (IG Metall, ver.di) , Sozialforscher (ISF München) und Berater (Input Consulting) bringen ihre Expertise, ihre Erfahrungen und Sichtweisen ein. Dahinter steht die Überzeugung, dass nur so Strategien entwickelt werden können, die von allen mitgetragen werden - und genau das gehört zu den wichtigsten Ressourcen gelungener Internationalisierung.

T-Systems ist einer der führenden Dienstleister für Informations- und Kommunikationstechnik in Europa. Im Konzern Deutsche Telekom betreut das Unternehmen seit 1. Januar 2005 das Segment der Geschäftskunden. T-Systems optimiert für seine Kunden die Prozesse, senkt die Kosten und gibt seinen Kunden so zusätzliche Flexibilität in ihrem Kerngeschäft. Dabei setzt es gezielt Branchen-Know-how und modernste Technologie ein. Die Leistungen von T-Systems umfassen die komplette Wertschöpfungstiefe der Informations- und Kommunikationstechnik - von ICT-Infrastruktur über ICT-Lösungen bis hin zur Übernahme ganzer Geschäftsprozesse (Business Process Management ).

Das ISF München ist ein unabhängiges, seit 1965 bestehendes Sozialforschungsinstitut mit gut 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und spielt eine führende Rolle auf den Gebieten der Arbeits- und Industriesoziologie. Verantwortlich für das Projekt sind die Sozialwissenschaftler Dr. Andreas Boes, Dr. Eckhard Heidling und Birgit Knoblach.

Rückfragen zu dieser Pressemitteilung können Sie jederzeit an Frank Seiß, Pressestelle des ISF München stellen. Kontaktdaten: Tel. 089/272921-78, frank.seiss@isf-muenchen.de

Frank Seiß | idw
Weitere Informationen:
http://www.isf-muenchen.de
http://www.export-it.de
http://www.dl2100.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Multicopter und Satelliten für den Rettungseinsatz
12.11.2018 | Technische Universität München

nachricht Autonomes Parken wird erprobt
12.11.2018 | Technische Universität Braunschweig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Im Focus: Datensicherheit: Aufbruch in die Quantentechnologie

Den Datenverkehr noch schneller und abhörsicher machen: Darauf zielt ein neues Verbundprojekt ab, an dem Physiker der Uni Würzburg beteiligt sind. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit 14,8 Millionen Euro.

Je stärker die Digitalisierung voranschreitet, umso mehr gewinnen Datensicherheit und sichere Kommunikation an Bedeutung. Für diese Ziele ist die...

Im Focus: A Leap Into Quantum Technology

Faster and secure data communication: This is the goal of a new joint project involving physicists from the University of Würzburg. The German Federal Ministry of Education and Research funds the project with 14.8 million euro.

In our digital world data security and secure communication are becoming more and more important. Quantum communication is a promising approach to achieve...

Im Focus: Research icebreaker Polarstern begins the Antarctic season

What does it look like below the ice shelf of the calved massive iceberg A68?

On Saturday, 10 November 2018, the research icebreaker Polarstern will leave its homeport of Bremerhaven, bound for Cape Town, South Africa.

Im Focus: Forschungsschiff Polarstern startet Antarktissaison

Wie sieht es unter dem Schelfeis des abgebrochenen Riesen-Eisbergs A68 aus?

Am Samstag, den 10. November 2018 verlässt das Forschungsschiff Polarstern seinen Heimathafen Bremerhaven Richtung Kapstadt, Südafrika.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

Profilierte Ausblicke auf die Mobilität von morgen

12.11.2018 | Veranstaltungen

Mehrwegbecher-System für Darmstadt: Prototyp-Präsentation am Freitag, 16. November, 11 Uhr

09.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ein magnetisches Gedächtnis für den Computer

12.11.2018 | Energie und Elektrotechnik

Autonomes Parken wird erprobt

12.11.2018 | Informationstechnologie

Multicopter und Satelliten für den Rettungseinsatz

12.11.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics