Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der nächste Schritt zum Nanoprozessor

27.03.2006


IBM Research: Schlatkreis auf Carbon-Nanotube


Forscher bauen Schaltkreis auf einem einzigen Molekül


IBM Research hat bekannt gegeben, dass es seinen Forschern gelungen ist, einen kompletten elektronischen Schaltkreis auf einem einzigen Molekül unterzubringen. Der Schaltkreis ist auf einer Carbon-Nanoröhre angebracht. Beachtlich sei, dass dabei herkömmliche Techniken aus dem Halbleiterbau verwendet wurden, so IBM. Dies könnte ein wichtiger Schritt zu noch schnelleren Supercomputern sein.

In den vergangenen fünfzig Jahren hatte sich die Halbleiterindustrie darauf konzentriert, die Zahl der Schaltkreise auf einem Chip zu erhöhen und damit die Performance zu steigern. Erreicht wurde dies, indem Wege gefunden wurden, die Schaltkreise immer kleiner zu bauen. "In etwa zehn Jahren zeichnet sich jedoch ein Ende der Verkleinerungsmöglichkeiten bei der Siliziumtechnologie ab", erklärt Karin Vey, Sprecherin von IBM Research, im Gespräch mit pressetext. Moores Law, das besagt, dass sich alle zwei Jahre die Anzahl der Transistoren in einem Chip verdoppelt, "kann nur dann weiterhin gelten, wenn grundsätzlich neue Ansätze gefunden werden. Die Nanotechnologie ist hierbei eine viel versprechende Möglichkeit", so Vey.


Der nun fertig gestellte Prototyp ermöglicht es, das Potenzial von Carbon-Nanoröhren in kompletten Schaltkreisen zu erforschen. So könnte der Bau von immer kleineren und schnelleren Elementen für Rechner gelingen. Diese Nanoröhren haben einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Silizium-Halbleiter, beispielsweise erlauben sie eine höhere Baudichte als heutige Transitoren und durch ihre geringe Größe ist eine weitere Miniaturisierung möglich. "Es ist ein bedeutender Schritt zur Integration von Nanotechnologie in bisherige Methoden der Halbleiterproduktion", so Tze-Chiang Chen, Vize Präsident von Science und Technology bei IBM research.

Carbon-Nanoröhren sind miktroskopisch kleine, röhrenförmige Gebilde. Sie bestehen aus einzelnen Atomen und sind 50.000 Mal kleiner als ein menschliches Haar. An solch einer Röhre brachten die Forscher Drähte an, die von der Nanoröhre abstehen und auf denen der Hybrid-Schaltkreis angebracht wurde. Damit schafften es die Forscher nur ein einziges Molekül für den Aufbau zu verwenden.

Der von den IBM Technikern gebaute Kreis ist ein Ring-Oszillator, mit dem die Fähigkeiten von neu eingesetzten Materialien oder Prozessen gemessen wird. In weiteren Tests soll nun ergründet werden, wie gut sich die Technologie für den Bau ganzer Chips eignet. Die derzeitige Spitzengeschwindigkeit liegt zwar noch unter jenen der heutigen Silizium-Chips, im Vergleich zu bisher gezeigten Schaltkreisen mit Nanoröhrentechnologie liegt sie jedoch eine Million mal höher, so die Forscher. Die Anwendungsbereiche dieser Technologie lägen bei Supercomputern, die damit nun noch schneller gemacht werden könnten, meint Vey. Der Endverbraucher wird davon kurzfristig eher weniger betroffen sein. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass die kontinuierliche Perfomancesteigerung auch den privaten Laptops und PCs zugute kommen wird.

Andreas List | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.research.ibm.com

Weitere Berichte zu: Molekül Nanotechnologie Schaltkreis Supercomputer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Alltagsgegenstände als Datenspeicher
10.12.2019 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Industrie im Wandel
09.12.2019 | OPTIMUM datamanagement solutions GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was Vogelgrippe in menschlichen Zellen behindert

10.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Schäden im Leichtbau erkennen durch Ultraschallsensoren

10.12.2019 | Materialwissenschaften

Forscher untersuchen Rolle der Zellmembran bei der Entstehung chronischer Krankheiten

10.12.2019 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics