Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von Zugluft, Tröpfchen, Schäumen und Tsunamis

02.03.2006


Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften präsentiert Leistungsfähigkeit moderner Großrechner auf dem Tag des Supercomputing - Vortrag von Prof. M. Krafczyk, Braunschweig, um 10.45 Uhr, auf der CeBIT 2006 am 11. März 2006.


Simulation einer Tsunami Welle - CAB TU Braunschweig



Supercomputing verändert unsere Welt! Immer schnellere Rechner mit einer immer größeren Zahl von Höchstleistungsprozessoren und immer größerer Speicherkapazität erlauben heute ein theoretisches Verständnis von Vorgängen, das noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen ist. Numerische Simulation kann deshalb oft aufwändige Experimente ersetzen und damit die Entwicklung technischer Produkte effizient unterstützen. Größtmögliche Rechenleistung ist zum Beispiel immer dann gefragt, wenn Ingenieure im Rahmen des Computational Engineering Strömungsvorgänge bei Gasen oder Flüssigkeiten detailliert vorhersagen wollen. Die Anwendungen sind dabei so vielschichtig wie komplex: Supercomputer werden heute eingesetzt, wenn es darum geht, das Raumklima und die Behaglichkeit in Büroräumen oder in einer neuen Flugzeuggeneration zu optimieren, wenn neue Methoden der Bioverfahrenstechnik erforscht werden, wenn in der Medizin der Blutfluss in Arterien berechnet wird, wenn die Herstellung von Metallschäumen simuliert wird, oder wenn die Einwirkung dramatischer Hochwasserwellen auf Bauwerke abgeschätzt werden soll.



Tausend Mal mehr Rechen- und Speicherkapazität als auf einem modernen Multimedia-PC kann für eine präzise Berechnung nötig sein. Die Anforderungen sind schier unvorstellbar groß: Werte für meh-rere Milliarden Unbekannte sind Millionen Male zu bestimmen, wenn das Geschwindigkeitsprofil einer Tsunami-Welle auf ein Gebäude und die dabei entstehende Zerstörungskraft mit hinreichender Genauigkeit vorhergesagt werden soll (siehe Abbildung). Herkömmliche Simulationssoftware ist damit völlig überfordert. Sie ist weder dafür ausgelegt, den gewaltigen Speicherplatz zu verwalten, der für derartige Berechnungen nötig ist, noch kann sie die bei heutigen Supercomputern in aller Regel vorhandene sehr große Zahl von Rechenprozessoren effizient einsetzen. Es geht also in der Forschung des Computational Engineering darum, Simulationsmethoden der nächsten und übernächsten Generation zu entwickeln. Damit werden heute die Grundlagen für die Software geschaffen, die in zehn Jahren an jedem Arbeitsplatz eines Ingenieurs zur Verfügung stehen soll.

Diese und viele weitere Fragen rund um die computergestützte Strömungsmechanik untersuchen Forschergruppen aus ganz Deutschland und nutzen dafür den Bundeshöchstleistungsrechner am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München. Der Vortrag "Von Zugluft, Tröpfchen und Tsunamis" von Prof. M. Krafczyk auf der CeBIT am 11.3.2006 um 10.45 Uhr stellt anhand zahlreicher Beispiele grundlegende Konzepte vor und gibt mit einer Reihe von Filmsequenzen einen anschaulichen Einblick in verschiedene Anwendungsfelder der Strömungssimulation auf Höchstleistungsrechnern.

Kontakt: Dr. Matthias Brehm, Leibniz-Rechenzentrum, Barer Str. 21, 80333 München, brehm@lrz.de
Vortragender: Prof. M. Krafczyk, CAB TU Braunschweig, Pockelsstraße 3, 38106 Braunschweig, kraft@cab.bau.tu-bs.de

Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) ist eine Einrichtung der Kommission für Informatik der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Heute sind dort ca. 150 Mitarbeiter beschäftigt. Als modernes Dienstleistungsunternehmen ist das LRZ wissenschaftliches Rechenzentrum für die Hochschulen in München, ein bundesweites Zentrum für technisch-wissenschaftliches Höchstleistungsrechnen, und Zentrale für die Archivierung großer Datenmengen. Es ist verantwortlich für Planung, Ausbau und Betrieb des Münchner Wissenschaftsnetzes und fungiert als Kompetenzzentrum für Datenkommunikationsnetze.

Martin Schütz | idw
Weitere Informationen:
http://www.badw.de/aktuell/PM_2006/Anlagen/12_Programm_TdS_CeBIT06.doc

Weitere Berichte zu: LRZ Leibniz-Rechenzentrum Tröpfchen Tsunami Zugluft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schachmatt durch CrazyAra: Künstliche Intelligenz schlägt mehrfachen Weltmeister im Einsetzschach
19.02.2019 | Technische Universität Darmstadt

nachricht Roboter lernen sehen: Bayreuther Forscher machen Serviceroboter intelligenter
15.02.2019 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen

Bislang wurden OLEDS ausschließlich als neue Beleuchtungstechnologie für den Einsatz in Leuchten und Lampen verwendet. Dabei bietet die organische Technologie viel mehr: Als Lichtoberfläche, die sich mit den unterschiedlichsten Materialien kombinieren lässt, kann sie Funktionalität und Design unzähliger Produkte verändern und revolutionieren. Beispielhaft für die vielen Anwendungsmöglichkeiten präsentiert das Fraunhofer FEP gemeinsam mit der EMDE development of light GmbH im Rahmen des EU-Projektes PI-SCALE auf der Münchner LOPEC (19. bis 21. März 2019), erstmals in Textildesign integrierte hybride OLEDs.

Als Anbieter von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik setzt sich das Fraunhofer FEP schon lange mit der...

Im Focus: Light from a roll – hybrid OLED creates innovative and functional luminous surfaces

Up to now, OLEDs have been used exclusively as a novel lighting technology for use in luminaires and lamps. However, flexible organic technology can offer much more: as an active lighting surface, it can be combined with a wide variety of materials, not just to modify but to revolutionize the functionality and design of countless existing products. To exemplify this, the Fraunhofer FEP together with the company EMDE development of light GmbH will be presenting hybrid flexible OLEDs integrated into textile designs within the EU-funded project PI-SCALE for the first time at LOPEC (March 19-21, 2019 in Munich, Germany) as examples of some of the many possible applications.

The Fraunhofer FEP, a provider of research and development services in the field of organic electronics, has long been involved in the development of...

Im Focus: Laserverfahren für funktionsintegrierte Composites

Composites vereinen gewinnbringend die Vorteile artungleicher Materialien – und schöpfen damit zum Beispiel Potentiale im Leichtbau aus. Auf der JEC World 2019 im März in Paris präsentieren die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein breites Spektrum an laserbasierten Technologien für die effiziente Herstellung und Bearbeitung von Verbundmaterialien. Einblicke zu Füge- und Trennverfahren sowie zur Oberflächenstrukturierung erhalten Besucher auf dem Gemeinschaftsstand des Aachener Zentrums für integrativen Leichtbau AZL, Halle 5A/D17.

Experten des Fraunhofer ILT erforschen und entwickeln Laserprozesse für das wirtschaftliche Fügen, Schneiden, Abtragen oder Bohren von Verbundmaterialien –...

Im Focus: Grüne Spintronik: Mit Spannung Superferromagnetismus erzeugen

Ein HZB-Team hat zusammen mit internationalen Partnern an der Lichtquelle BESSY II ein neues Phänomen in Eisen-Nanokörnern auf einem ferroelektrischen Substrat beobachtet: Die magnetischen Momente der Eisenkörner richten sich superferromagnetisch aus, sobald eine elektrische Spannung anliegt. Der Effekt funktioniert bei Raumtemperatur und könnte zu neuen Materialien für IT-Bauelemente und Datenspeicher führen, die weniger Energie verbrauchen.

In heutigen Datenspeichern müssen magnetische Domänen mit Hilfe eines externen Magnetfeld umgeschaltet werden, welches durch elektrischen Strom erzeugt wird....

Im Focus: Regensburger Physiker beobachten, wie es sich Elektronen gemütlich machen

Und können dadurch mit ihrer neu entwickelten Mikroskopiemethode Orbitale einzelner Moleküle in verschiedenen Ladungszuständen abbilden. Die internationale Forschergruppe der Universität Regensburg berichtet über ihre Ergebnisse unter dem Titel “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunnelling microscopy on insulators” in der weltweit angesehenen Fachzeitschrift ,,Nature‘‘.

Sie sind die Grundbausteine der uns umgebenden Materie - Atome und Moleküle. Die Eigenschaften der Materie sind oftmals jedoch nicht durch diese Bausteine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LastMileLogistics Conference in Frankfurt befasst sich mit Lieferkonzepten für Ballungsräume

19.02.2019 | Veranstaltungen

Bildung digital und multikulturell: Große Fachtagung GEBF findet an der Uni Köln statt

18.02.2019 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Thema Desinformation in Online-Medien

15.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen

19.02.2019 | Messenachrichten

Künstliche Intelligenz im E-Learning, Corporate Learning und Kundendialog

19.02.2019 | Seminare Workshops

Infrarotstrahlung und Luftmanagement intelligent kombiniert reduziert den Energieaufwand

19.02.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics