Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hilfe für Fußballfans

01.03.2006


Hochfliegende Pläne rund um die Fußballweltmeisterschaft gab es in den letzten Jahren genug. Viele Ideen sind auf der Strecke geblieben, einiges wird umgesetzt. Zum Beispiel das Projekt Servingo. Auf der CeBIT in Halle 9, Stand B36 wird das personalisierte Portal vorgestellt.



Olé, Olé, Olé ... rund drei Millionen Besucher werden zwischen Juni und Juli 2006 in den zwölf Spielstätten von Berlin bis München erwartet. Jeder möchte unkompliziert seine Wege finden oder aktuelle Informationen erhalten. Einen zentralen Zugang zu verschiedensten Diensten für Fußballfans bietet das personalisierte Portal Servingo: Vom Routingsystem für WM-Besucher bis zum Auffinden von Events und Locations werden unterschiedliche Dienste und Services gebündelt. Fans erhalten alles Wissenswerte rund um die Spiele. Das Portal ist Ergebnis eines Forschungsprojekts für eine IT-gestützte Serviceplattform für Infotainment und Logistik und hat ein Projektvolumen von rund acht Millionen Euro - teilgefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Koordiniert wird Servingo vom Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV. Mitspieler bei der technologischen Entwicklung sind unter anderem die Fraunhofer-Institute für Graphische Datenverarbeitung IGD und für Materialfluss und Logistik IML.



Um das Portal zu nutzen, hinterlegt der Fußballfan ein Interessensprofil. Aus diesen Informationen stellt das System einen individuellen Tagesplan zusammen und erinnert an Termine. Außerdem liefert Servingo Services wie Hotelbuchung, Tankstellenverzeichnis und aktuelle Berichte, die von angeschlossenen Contentlieferanten wie der Deutschen Welle oder Kicker online kommen. "Viele dieser Informationen gibt es einzeln im Internet. Aber dort muss ich sie mühsam zusammensuchen", kommentiert Daniel Holweg vom IGD. "Der Vorteil des Portals ist, dass alles zusammengefasst ist und der Besucher Informationen nach seinen hinterlegten Interessen und Wünschen erhält. Außerdem muss er sich nur einmal authentifizieren." Auf der CeBIT 2006 wird ein Teil des Portals frei geschaltet. Wer es nutzen möchte kann sich über www.servingo.de anmelden, via Handy, PDA oder Notebook - einzige Voraussetzung ist ein Zugang zum Internet. "Unser Ziel war, zur WM einen stabilen Showcase zu bieten, nicht nur einen Demonstrator für die Möglichkeiten der Technologie", so Holweg.

Ein besonderes Angebot ist der Tagebuch-Dienst, der mit einem Routing-System verbunden ist: Hier kann der Nutzer einfach von jedem Ort, der ihn interessiert oder der ihm besonders gefällt, mit seiner Handykamera ein Foto schießen und so seinen persönlichen Point of Interest festlegen. Die Bilder und persönlichen Eindrücke werden ans Portal übermittelt und dort gespeichert. Am Ende des Tages erstellt das System automatisch ein Tagebuch aus diesen Einträgen. Außerdem kann der Besucher die festgehaltenen Orte jederzeit über das System wieder finden, ohne dass er sich den Weg merken muss.

Das Forschungsprojekt geht über diese Dienste hinaus. Eine Anwendung, die nur für einen geschlossenen Nutzerkreis angeboten wird, ist die 3-D-Rekonstruktion von Spielszenen. "Dreidimensional meint dabei nicht die Darstellung, die der Betrachter wahrnimmt, sondern wie wir die Daten aufbereiten: Dabei kann der Betrachter jeden beliebigen Standort im Stadion auswählen, von dem aus er die Schlüsselszenen des Spiels noch einmal sehen möchte", erklärt Dirk Balfanz vom ZGDV, Projektleiter von Servingo. "Man kann aus der Perspektive des Schiedsrichters sehen, was geschieht, virtuell hinter dem Tor stehen oder sogar den Blick des Torwarts bekommen." Dafür wurden 3-D-Modelle von Stadien erstellt und ebenso Spielerkataloge. Eine ausgeklügelte Software schafft es, die Szenen aus Fernsehbildern zu erstellen. "Wir können tatsächlich mit der niedrigen Qualität der Bilder arbeiten und brauchen auch keine Tracker für die Personen oder sonstige Hardware im Stadion", so Balfanz. "Der Trick: ausgeklügelte Algorithmen vergleichen den ’Anblick’ der virtuellen 3-D-Spieler mit dem TV-Bild und verändern dann die Körperhaltung des grafischen Spielers so lange, bis Übereinstimmung erreicht ist. So entsteht Bild für Bild die Nachbildung einer Spielszene."

Das Servingo-Konsortium
- CAS Software AG
- DAI-Labor
- ehotelAG
- GIStecGmbH
- Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbitung IGD
- Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
- InfoRoadGmbH
- INTERGRAPH GmbH
- itCampusGmbH
- T-Systems GmbH
- Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV e.V.

Ansprechpartner:

Dr.-Ing. Dirk Balfanz
Telefon: 0 61 51 / 1 55-2 31
Telefax: 0 61 51 / 1 55-4 51
dirk.balfanz@zgdv.de

Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt

Daniel Holweg
Telefon: 0 61 51 / 1 55-4 12
Telefax: 0 61 51 / 1 55-4 44
daniel.holweg@igd.fraunhofer.de

Fraunhofer-Institut für
Graphische Datenverarbeitung IGD
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt

www.fraunhofer.de | idw
Weitere Informationen:
http://www.zgdv.de
http://www.igd.fraunhofer.de
http://www.servingo.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Starre Bindungen für neue Smartphone-Datenspeicher
14.06.2019 | European XFEL GmbH

nachricht MPSD-Team entdeckt lichtinduzierte Ferroelektrizität in Strontiumtitanat
14.06.2019 | Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: MPSD-Team entdeckt lichtinduzierte Ferroelektrizität in Strontiumtitanat

Mit Licht lassen sich Materialeigenschaften nicht nur messen, sondern auch verändern. Besonders interessant sind dabei Fälle, in denen eine fundamentale Eigenschaft eines Materials verändert werden kann, wie z.B. die Fähigkeit, Strom zu leiten oder Informationen in einem magnetischen Zustand zu speichern. Ein Team um Andrea Cavalleri vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg, hat nun Lichtimpulse aus dem Terahertz-Frequenzspektrum benutzt, um ein nicht-ferroelektrisches Material in ein ferroelektrisches umzuwandeln.

Ferroelektrizität ist ein Zustand, in dem die Atome im Kristallgitter eine bestimmte Richtung "aufzeigen" und dadurch eine makroskopische elektrische...

Im Focus: MPSD team discovers light-induced ferroelectricity in strontium titanate

Light can be used not only to measure materials’ properties, but also to change them. Especially interesting are those cases in which the function of a material can be modified, such as its ability to conduct electricity or to store information in its magnetic state. A team led by Andrea Cavalleri from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg used terahertz frequency light pulses to transform a non-ferroelectric material into a ferroelectric one.

Ferroelectricity is a state in which the constituent lattice “looks” in one specific direction, forming a macroscopic electrical polarisation. The ability to...

Im Focus: Konzert der magnetischen Momente

Forscher aus Deutschland, den Niederlanden und Südkorea haben in einer internationalen Zusammenarbeit einen neuartigen Weg entdeckt, wie die Elektronenspins in einem Material miteinander agieren. In ihrer Publikation in der Fachzeitschrift Nature Materials berichten die Forscher über eine bisher unbekannte, chirale Kopplung, die über vergleichsweise lange Distanzen aktiv ist. Damit können sich die Spins in zwei unterschiedlichen magnetischen Lagen, die durch nicht-magnetische Materialien voneinander getrennt sind, gegenseitig beeinflussen, selbst wenn sie nicht unmittelbar benachbart sind.

Magnetische Festkörper sind die Grundlage der modernen Informationstechnologie. Beispielsweise sind diese Materialien allgegenwärtig in Speichermedien wie...

Im Focus: Schwerefeldbestimmung der Erde so genau wie noch nie

Forschende der TU Graz berechneten aus 1,16 Milliarden Satellitendaten das bislang genaueste Schwerefeldmodell der Erde. Es liefert wertvolles Wissen für die Klimaforschung.

Die Erdanziehungskraft schwankt von Ort zu Ort. Dieses Phänomen nutzen Geodäsie-Fachleute, um geodynamische und klimatologische Prozesse zu beobachten....

Im Focus: Determining the Earth’s gravity field more accurately than ever before

Researchers at TU Graz calculate the most accurate gravity field determination of the Earth using 1.16 billion satellite measurements. This yields valuable knowledge for climate research.

The Earth’s gravity fluctuates from place to place. Geodesists use this phenomenon to observe geodynamic and climatological processes. Using...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Doc Data – warum Daten Leben retten können

14.06.2019 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - August 2019

13.06.2019 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz in der Materialmikroskopie

13.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

German Innovation Award für Rittal VX25 Schaltschranksystem

14.06.2019 | Förderungen Preise

Fraunhofer SCAI und Uni Bonn zeigen innovative Anwendungen und Software für das High Performance Computing

14.06.2019 | Messenachrichten

Autonomes Premiumtaxi sofort oder warten auf den selbstfahrenden Minibus?

14.06.2019 | Interdisziplinäre Forschung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics