Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geschäftsberichte elektronisch analysieren

27.01.2006


Unternehmen müssen jährlich einen Geschäftsbericht erstellen. International verbreitet sich dafür mehr und mehr das elektronische Standardformat XBRL. Derart erstellte Berichte lassen sich mit dem Software-Tool ABRA effizient analysieren.

... mehr zu:
»ABRA »Geschäftsbericht »XBRL

Einmal im Jahr trifft es jedes Unternehmen: Der Geschäftsbericht ist fällig. Je nach Größe der Firma kann er sich zu einem dicken und entsprechend aufwändigen Dokument auswachsen. Um ihn zu erstellen, müssen Analysten die wichtigsten Daten in mühsamer Handarbeit zusammenklauben. Der Geschäftsbericht ist ein notwendiger Bestandteil von Kreditanträgen. Also kämpfen sich auf der anderen Seite Bankangestellte das ganze Jahr über durch uneinheitlich strukturierte Papier- und Datenberge. Um den Aufwand für beide Seiten zu verringern und Firmendaten einfacher analysieren und vergleichen zu können, plädieren internationale Organisationen wie das International Accounting Standards Board seit einigen Jahren dafür, Geschäftsberichte in international gültiger, kompatibler und elektronischer Form zu verfassen. Die Computersprache der Wahl ist dabei XBRL (extensible Business Reporting Language), ein Datenformat, das auf dem WWW-Standard XML basiert. In den USA ist XBRL für die vierteljährlichen Berichte von 8 400 Banken gegenüber der Bankenaufsicht FDIC bereits Pflicht. In Japan wurde XBRL zum nationalen Standard erklärt; in Europa sind Spanien und die Niederlande derzeit Vorreiter.

"Eine einheitliche Form reicht für eine schnelle Analyse der Dokumente aber nicht aus", betont Thomas Risse vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme IPSI in Darmstadt. "Entscheidend ist auch, das richtige Werkzeug dafür zu haben!" Die Forscher haben dazu die Software ABRA entwickelt. Damit können Banker und Börsianer gezielt Informationen in den Geschäftsberichten aufspüren, diese extrahieren und sie dann in Datenbanken einlesen. Ebenso können sie den ganzen Bericht in andere Formate wie pdf- und Word-Dateien umwandeln. "Natürlich ist ABRA nicht das einzige Tool auf diesem Gebiet", sagt Risse, "derzeit ist es aber das effizienteste." ABRA benötigt oft nur eine einzige Zeile, wozu generische - also möglichst breit anwendbare - Programme, seitenweise Befehle abarbeiten müssen. Diese straffe Struktur rührt daher, dass die Forscher ihr Tool einzig für XBRL entwickelt haben.


Eine Basisversion von ABRA gibt es seit einem Jahr als open-source-Programm unter http://www.xbrl-open.org. Ihre darüber hinaus gehende Server-basierte Version stellen die IPSI-Forscher vom 9. bis 15. März erstmals auf der CeBIT in Halle 9 vor. Diese Variante entwickelten sie in Kooperation mit der ABZ Informatik GmbH. Beispiel für ein neues Feature: Mit seinem Formelprozessor kann ABRA nun die in der Finanzwelt üblichen Plausibilitätsprüfungen durchführen.

Ansprechpartner:
Thomas Risse
Telefon: 0 61 51 / 8 69-9 06, Fax: -9 66
thomas.risse@ipsi.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.xbrl-open.org
http://ipsi.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: ABRA Geschäftsbericht XBRL

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Effizienter produzieren dank digitaler Simulation
24.01.2020 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

nachricht Schnelles & langsames Denken: Neues DFKI-Projekt soll Deep-Learning-Verfahren verlässlicher machen
23.01.2020 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

Was in winzigen elektronischen Bauteilen oder in Molekülen geschieht, lässt sich nun auf einige 100 Attosekunden und ein Atom genau filmen

Wie Bauteile für künftige Computer arbeiten, lässt sich jetzt gewissermaßen in HD-Qualität filmen. Manish Garg und Klaus Kern, die am Max-Planck-Institut für...

Im Focus: Integrierte Mikrochips für elektronische Haut

Forscher aus Dresden und Osaka präsentieren das erste vollintegrierte Bauelement aus Magnetsensoren und organischer Elektronik und schaffen eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von elektronischer Haut.

Die menschliche Haut ist faszinierend und hat viele Funktionen. Eine davon ist der Tastsinn, bei dem vielfältige Informationen aus der Umgebung verarbeitet...

Im Focus: Dresdner Forscher entdecken Mechanismus bei aggressivem Krebs

Enzym blockiert Wächterfunktion gegen unkontrollierte Zellteilung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) haben gemeinsam mit einem...

Im Focus: Integrate Micro Chips for electronic Skin

Researchers from Dresden and Osaka present the first fully integrated flexible electronics made of magnetic sensors and organic circuits which opens the path towards the development of electronic skin.

Human skin is a fascinating and multifunctional organ with unique properties originating from its flexible and compliant nature. It allows for interfacing with...

Im Focus: Dresden researchers discover resistance mechanism in aggressive cancer

Protease blocks guardian function against uncontrolled cell division

Researchers of the Carl Gustav Carus University Hospital Dresden at the National Center for Tumor Diseases Dresden (NCT/UCC), together with an international...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Minutiöse Einblicke in das zelluläre Geschehen

24.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

24.01.2020 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics