Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf dem Stahlross sicher durch den Winter

19.12.2005


Radlager und Bremsen von Zügen sollen nicht ihren Dienst quittieren. Daher werden Temperatur und viele andere Betriebsparameter auch aus dem Gleis heraus überwacht. Kommt der Schnee, kommen Probleme, die eine flexible Steuerung der Datenerfassung verhindert.



Ein Wälzlager, das beschädigt oder unzureichend geschmiert ist, neigt im Betrieb dazu, heiß zu laufen. Seine Innereien dehnen sich aus - Reibung und Temperatur steigen immer weiter - kochendes Schmierfett läuft aus oder verdampft. Rot glühend blockiert das Lager, seine Einzelteile verschweißen miteinander und der Antrieb zerstört es schließlich vollends. Damit es gar nicht erst zu solchen Unfällen kommt, messen Sensoren die infrarote Abstrahlung der Lager und Bremsen von Eisenbahnzügen. Sie gibt Aufschluss über deren Temperatur. Güterzüge verfügen jedoch über kein durchgehendes elektrisches Bordnetz. Für sie und aus vielen anderen Gründen wurden und werden stationäre Fahrbahnüberwachungsschwellen installiert. Im deutschen Schienennetz schieben rund 250 dieser FÜS Dienst - in ganz Europa sind es etwa 700. Etwa so groß wie eine gewöhnliche Schwelle, ist sie zusätzlich mit Induktionssensoren bestückt. Sie registrieren vorbeifahrende Räder über Schwankungen der Magnetfeldstärke. Eine Auswerteelektronik neben dem Bahngleis schließt daraus auf Länge, Geschwindigkeit Beschleunigung und sogar die Bauart der Züge. Erkennt sie kritische Betriebszustände, alarmiert sie den Fahrdienstleiter.

... mehr zu:
»Bremse »Datenerfassung »FÜS »Temperatur


Gebaut und unterhalten werden die FÜS von GE Transportation Systems, einer Tochter von General Electric. Was Datenerfassung und -verarbeitung betrifft, arbeitet das Unternehmen seit einigen Jahren mit Wissenschaftlern vom Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM zusammen. "Jeder nationale Bahnbetreiber bringt spezifische Anforderungen mit", erzählt Projektleiter Thomas Redenbach aus der Praxis. "Die hauptsächliche Arbeit besteht darin, die vorhandene Software ständig an neue Umgebungen anzupassen und die Qualität der Auswertung zu verbessern. Was die Präzision der verwendeten mathematischen Modelle angeht, haben wir die Nase vorn."

Zwei Beispiele, in denen Steuersignale implementiert wurden: Schnee fällt und der Infrarotsensor wird blind. Um dies zu verhindern, wurden in die FÜS der schweizer Matterhorn Gotthard Bahn Winterheizungen integriert. Die Zweipunktregelung der ITWM-Informatiker bewirkt, dass sich die Heizelemente je nach den Temperaturverhältnissen auf der Strecke richtig ein- und abschalten. Sie sollen nicht überhitzen, sondern lediglich den Schnee abtauen. In Schweden schneit es auch viel, jedoch räumen ihn hier Pfluglokomotiven von der Strecke. Damit kein Schnee in die Messöffnungen der FÜS fällt, schließt sie der Lokführer kurz vor der Überfahrt per Knopfdruck. Ebenso setzt er sie danach wieder in Betrieb.

Ansprechpartner:
Dipl.-Inf. Thomas Redenbach
Telefon: 06 31 / 3 03-18 61, Fax: -18 11
ab Januar: 06 31 / 3 16 00-45 37, Fax: -10 99
thomas.redenbach@itwm.fraunhofer.de

Dr. Ronald Rösch
Telefon: 06 31 / 3 03-18 67
ab Januar: 06 31 / 3 16 00-44 86
ronald.roesch@itwm.fraunhofer.de

Dirk Uebe
Telefon: 0 63 22 / 94 78-42
Fax: 0 63 22 / 94 78-25
dirk.uebe@getseurope.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.itwm.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Bremse Datenerfassung FÜS Temperatur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Wie Industrieunternehmen ihre Effizienz mit 5G-Netzen steigern können
08.07.2020 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Fahrerkabine 4.0: Automatisiertes Belastungsmanagement
08.07.2020 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Im Focus: Robuste Materialien in Schwingung versetzt

Kieler Physikteam beobachtet in Echtzeit extrem schnelle elektronische Änderungen in besonderer Materialklasse

In der Physik werden sie zurzeit intensiv erforscht, in der Elektronik könnten sie ganz neue Funktionen ermöglichen: Sogenannte topologische Materialien...

Im Focus: Excitation of robust materials

Kiel physics team observed extremely fast electronic changes in real time in a special material class

In physics, they are currently the subject of intensive research; in electronics, they could enable completely new functions. So-called topological materials...

Im Focus: Neues Verständnis der Defektbildung an Silizium-Elektroden

Theoretisch lässt sich das Speichervermögen von handelsüblichen Lithiumionen-Batterien noch vervielfachen – mit einer Elektrode, die auf Silizium anstatt auf Graphit basiert. Doch in der Praxis machen solche Akkus mit Silizium-Anoden nach wenigen Lade-Entlade-Zyklen schlapp. Ein internationales Team um Forscher des Jülicher Instituts für Energie- und Klimaforschung hat jetzt in einzigartiger Detailgenauigkeit beobachtet, wie sich die Defekte in der Anode ausbilden. Dabei entdeckten sie bislang unbekannte strukturelle Inhomogenitäten in der Grenzschicht zwischen Anode und Elektrolyt. Die Erkenntnisse sind in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ erschienen.

Silizium-basierte Anoden können in Lithium-Ionen-Akkus prinzipiell neunmal so viel Ladung speichern wie der üblicherweise verwendete Graphit, bei gleichem...

Im Focus: Ein neuer Weg zur superschnellen Bewegung von Flussschläuchen in Supraleitern entdeckt

Ein internationales Team von Wissenschaftern aus Österreich, Deutschland und der Ukraine hat ein neues supraleitendes System gefunden, in dem sich magnetische Flussquanten mit Geschwindigkeiten von 10-15 km/s bewegen können. Dies erschließt Untersuchungen der reichen Physik nichtlinearer kollektiver Systeme und macht einen Nb-C-Supraleiter zu einem idealen Materialkandidaten für Einzelphotonen-Detektoren. Die Ergebnisse sind in Nature Communications veröffentlicht.

Supraleitung ist ein physikalisches Phänomen, das bei niedrigen Temperaturen in vielen Materialien auftritt und das sich durch einen verschwindenden...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Löchrige Graphenbänder mit Stickstoff für Elektronik und Quantencomputing

08.07.2020 | Materialwissenschaften

Graphen: Auf den Belag kommt es an

08.07.2020 | Materialwissenschaften

Enzyme als Doppelagenten: Neuer Mechanismus bei der Proteinmodifikation entdeckt

08.07.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics