Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Glasfasernetze für die Breitbandversorgung des Endkunden

19.12.2005


In Ländern wie Japan und Südkorea ist der flächendeckende Aufbau mit Glasfasern im vollen Gange – in Deutschland wartet man dagegen noch auf den Durchbruch. Wie man Glasfasernetze möglichst effizient aufbaut und betreibt, darüber diskutierten namhafte Experten anlässlich der Fachtagung “Kommunikationskabelnetze“, zu der die Informationstechnische Gesellschaft im VDE (ITG) internationale Experten nach Köln eingeladen hatte.

... mehr zu:
»Faser »Glasfasernetz »Kapazität »POF

Die Entwicklung einer Informationsgesellschaft setzt die Forcierung des Ausbaus der Kapazitäten weltweiter Netze voraus. Backbonenetze stellen Kapazitäten im Gbit/s Bereich zur Verfügung, durch WDM Technik ein Vielfaches davon. „Die etablierten Glasfaser-Anschlusstechniken werden den Anforderungen der Zugangsnetze nur ungenügend gerecht, da diese hauptsächlich für Erfordernisse in den Weitverkehrsnetzen optimiert worden sind“, erläutert Mario Braune von der T-Systems International GmbH in Berlin. Skalierbarkeit, Größe und Montageaufwand von Muffen und Kabeln würden einem wirtschaftlichen Glasfaseraufbau noch entgegenstehen.

Der Aufbau breitbandiger Netze werde daher in Stadtzentren beginnen, wo bestehende Kabelanlagen genutzt werden können, prophezeit Braune. Ein Glasfaseraufbau mit Standardtechnik auf existierender Infrastruktur sei derzeit nicht in der Lage, viele Gebäude wirtschaftlich anzuschließen. Es müssten daher „kleine Gf-Muffen“ entwickelt werden, welche in bestehende Abzweigkästen passen, um die bestehende Infrastruktur besser auszunutzen. Der Einsatz von Röhrchentechniken zur Erhöhung der Kapazitäten im Netz könnte einige Engpässe überwinden. Das sei von der Ausbaustrategie und der Anzahl der vorhandenen Rohre abhängig.


Polymeroptik wird universeller

Hinsichtlich der Realisierung breitbandiger optischer Inhaus-Netze kommt polymeroptischen Fasern (POF) aufgrund ihrer einfachen Handhabung und Installation sowie der niedrigen Komponenten- und Systemkosten eine große Bedeutung zu. Darauf wies Dr. Stephan Junger von der Projektgruppe „Optische Kommunikationstechnik“ am Erlanger Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) anlässlich der Tagung hin. POF könne als universelles, anwendungsneutrales Transmissionsmedium dienen und zur Übertragung von Ethernet, FireWire, Audio, Video und TV-Signalen verwendet werden.

„Allerdings müssen POFs mit kupfer- und glasfaserbasierten Lösungen konkurrieren“, räumt Junger ein. Bisher habe sich die relativ geringe Bandbreite der Polymerfasern mit 1 mm Kerndurchmesser als limitierende Größe erwiesen. Inzwischen sei jedoch eine Faser mit einer Bandbreite von 3 GHz bei 50 m Länge kommerziell verfügbar, die genauso einfach zu handhaben sei, wie die bekannte Standard-POF. Eine Pilotanwendung dieser Faser sei bei einer Datenrate von 1,25 Gbit/s über 50 m für Gigabit Ethernet oder „Gigabit Fire Wire“ in der Erprobung.

Konzepte für die letzte Meile

Marco Zimnol von der in Leinfelden-Echterdingen ansässigen Diamond GmbH stellte anlässlich der ITG-Tagung das System „flexMile“ für die Glasfaserverkabelung im Bereich der letzten Meile vor. „Es handelt sich dabei um aufeinander abgestimmte passive und aktive Komponenten, Installationskonzepte und –werkzeuge sowie einen Vor-Ort-Service mit kurzer Reaktionszeit“, erläutert Zimnol. Die Schranktechnik des neuen Systems, die auf dem bereits etablierten System „flexos“ aufsetze, sei in ihrer Größe und Schutzklasse sehr variabel. Auf diese Weise könne dank des modularen Aufbaus die Bestückung nach den Wünschen der Kunden erfolgen.

Rolf Froböse | Rolf Froböse
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

Weitere Berichte zu: Faser Glasfasernetz Kapazität POF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computerhilfe Business: Schnelle Hilfe bei IT-Problemen
24.04.2019 | Telekom GK

nachricht Künstliche Intelligenz verbessert Stromübertragung
24.04.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuer LED-Leuchtstoff spart Energie

Das menschliche Auge ist für Grün besonders empfindlich, für Blau und Rot hingegen weniger. Chemiker um Hubert Huppertz von der Universität Innsbruck haben nun einen neuen roten Leuchtstoff entwickelt, dessen Licht vom Auge gut wahrgenommen wird. Damit lässt sich die Lichtausbeute von weißen LEDs um rund ein Sechstel steigern, was die Energieeffizienz von Beleuchtungssystemen deutlich verbessern kann.

Leuchtdioden oder LEDs können nur Licht einer bestimmten Farbe erzeugen. Mit unterschiedlichen Verfahren zur Farbmischung lässt sich aber auch weißes Licht...

Im Focus: Münchner Lichtquanten-Destillerie

Garchinger Physiker entwickeln eine Technik, um reine einzelne Photonen zu extrahieren

Das Destillieren von Spirituosen steigert den Gehalt von Alkohol relativ zum Wasseranteil. Ähnlich wirkt eine Methode auf Lichtquanten, Photonen, die ein Team...

Im Focus: Energy-saving new LED phosphor

The human eye is particularly sensitive to green, but less sensitive to blue and red. Chemists led by Hubert Huppertz at the University of Innsbruck have now developed a new red phosphor whose light is well perceived by the eye. This increases the light yield of white LEDs by around one sixth, which can significantly improve the energy efficiency of lighting systems.

Light emitting diodes or LEDs are only able to produce light of a certain colour. However, white light can be created using different colour mixing processes.

Im Focus: Quantenmaterie fest und supraflüssig zugleich

Forscher um Francesca Ferlaino an der Universität Innsbruck und an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften haben in dipolaren Quantengasen aus Erbium- und Dysprosiumatomen suprasolide Zustände beobachtet. Im Dysprosiumgas ist dieser exotische Materiezustand außerordentlich langlebig, was die Tür für eingehendere Untersuchungen weit aufstößt.

Suprasolidität ist ein paradoxer Zustand, in dem die Materie sowohl supraflüssige als auch kristalline Eigenschaften besitzt. Die Teilchen sind wie in einem...

Im Focus: Quantum gas turns supersolid

Researchers led by Francesca Ferlaino from the University of Innsbruck and the Austrian Academy of Sciences report in Physical Review X on the observation of supersolid behavior in dipolar quantum gases of erbium and dysprosium. In the dysprosium gas these properties are unprecedentedly long-lived. This sets the stage for future investigations into the nature of this exotic phase of matter.

Supersolidity is a paradoxical state where the matter is both crystallized and superfluid. Predicted 50 years ago, such a counter-intuitive phase, featuring...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer LED-Leuchtstoff spart Energie

24.04.2019 | Energie und Elektrotechnik

Control 2019: Fraunhofer IPT stellt High-Speed-Mikroskop mit intuitiver Gestensteuerung vor

24.04.2019 | Messenachrichten

Warum der moderne Mensch aus Afrika kommt

24.04.2019 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics