Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlauer Schaukasten

08.10.2001


Eine Vitrine der besonderen Art lässt reale Exponate und computergenerierte Informationen dreidimensional miteinander verschmelzen. Die ersten Prototypen des Virtual Showcase werden jetzt in einem dreijährigen EU-Projekt weiterentwickelt.


Museumsvitrine der Zukunft: Bis zu vier Personen gleichzeitig können ein Ausstellungsobjekt betrachten, das um virtuelle Bildinformationen dreidimensional ergänzt wird. ©Fraunhofer IGD



Museumsbesucher brauchen oft viel Phantasie: Welche Form hatte die antike Vase, von der nur Fragmente in der Vitrine liegen? Wie würde Nofretetes Büste wirken, wenn sie noch beide Augen hätte? Antwort auf diese Fragen kann eine Vitrine der besonderen Art geben: Im Virtual Showcase können fehlende Teile virtuell in 3-D ergänzt werden, sodass reale Exponate und computergenerierte Informationen miteinander verschmelzen. Im Gegensatz zu anderen Techniken können bis zu vier Personen gleichzeitig um die dreidimensionale Darstellung herumgehen. In einem seit September laufenden EU-Projekt sollen nun die ersten Prototypen des Virtual Showcase, die unter Leitung des Fraunhofer Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD entstanden sind, weiterentwickelt werden. An dem dreijährigen Projekt sind neben dem IGD Rostock auch das Fraunhofer Institut für Medienkommunikation IMK in St. Augustin und die Technische Universität Wien beteiligt.



Im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Vitrine bestehen die schräg stehenden Scheiben des Virtual Showcase aus halbdurchlässigen Spiegeln. Auf diese projiziert ein Display am Boden des Schaukastens zusätzliche Informationen, sodass sich die realen Ausstellungsstücke mit der Projektion überlagern. Den dreidimensionalen Eindruck erhält der Betrachter durch eine Spezialbrille. "Die Technologie wird in bestehende Museen integriert werden", sagt Jörg Voskamp vom Bereich Visualisierung und Interaktionstechniken des IGD Rostock. "Die Virtual Showcases sollen zunächst im Technischen Museum Wien, dem Deutschen Museum Bonn und im Archäologischen Museum Braga/Portugal getestet werden."

Doch Museen sollen nicht das einzige Anwendungsgebiet der virtuellen Schaukästen bleiben. "Wir haben auch Interessenten aus der Automobilindustrie, die Virtual Showcases beispielsweise für das Rapid Prototyping verwenden wollen", betont Voskamp. Ingenieure und Designer könnten dann schon in einer frühen Projektphase um ein 3-D-Modell des neuen Autos herumgehen; Änderungen lassen sich dabei sofort einarbeiten. Dazu kann der schlaue Schaukasten sowohl für alle Betrachter dasselbe Bild darstellen als auch individuelle Details für jeden einzelnen Nutzer.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Jörg Voskamp
Telefon: 03 81/40 24-1 20, Fax: 03 81/40 24-1 99,
E-Mail:voskamp@rostock.igd.fhg.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.rostock.igd.fhg.de/
http://www.fraunhofer.de/german/press/md

Weitere Berichte zu: Graphische Datenverarbeitung IGD Schaukasten Showcase

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht 5G macht die Produktion smarter
23.08.2019 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Jeder Mensch hört anders gut!
23.08.2019 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hamburger und Kieler Forschende beobachten spontanes Auftreten von Skyrmionen in atomar dünnen Kobaltfilmen

Seit ihrer experimentellen Entdeckung sind magnetische Skyrmionen – winzige magnetische Knoten – in den Fokus der Forschung gerückt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hamburg und Kiel konnten nun zeigen, dass sich einzelne magnetische Skyrmionen mit einem Durchmesser von nur wenigen Nanometern in magnetischen Metallfilmen auch ohne ein äußeres Magnetfeld stabilisieren lassen. Über ihre Entdeckung berichten sie in der Fachzeitschrift Nature Communications.

Die Existenz magnetischer Skyrmionen als teilchenartige Objekte ist bereits vor 30 Jahren von theoretischen Physikern vorhergesagt worden, konnte aber erst...

Im Focus: Hamburg and Kiel researchers observe spontaneous occurrence of skyrmions in atomically thin cobalt films

Since their experimental discovery, magnetic skyrmions - tiny magnetic knots - have moved into the focus of research. Scientists from Hamburg and Kiel have now been able to show that individual magnetic skyrmions with a diameter of only a few nanometres can be stabilised in magnetic metal films even without an external magnetic field. They report on their discovery in the journal Nature Communications.

The existence of magnetic skyrmions as particle-like objects was predicted 30 years ago by theoretical physicists, but could only be proven experimentally in...

Im Focus: Physicists create world's smallest engine

Theoretical physicists at Trinity College Dublin are among an international collaboration that has built the world's smallest engine - which, as a single calcium ion, is approximately ten billion times smaller than a car engine.

Work performed by Professor John Goold's QuSys group in Trinity's School of Physics describes the science behind this tiny motor.

Im Focus: Die verschränkte Zeit der Quantengravitation

Die Theorien der Quantenmechanik und der Gravitation sind dafür bekannt, trotz der Bemühungen unzähliger PhysikerInnen in den letzten 50 Jahren, miteinander inkompatibel zu sein. Vor kurzem ist es jedoch einem internationalen Forschungsteam von PhysikerInnen der Universität Wien, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie der Universität Queensland (AUS) und dem Stevens Institute of Technology (USA) gelungen, wichtige Bestandteile der beiden Theorien, die den Verlauf der Zeit beschreiben, zu verbinden. Sie fanden heraus, dass die zeitliche Abfolge von Ereignissen echte Quanteneigenschaften aufweisen kann.

Der allgemeinen Relativitätstheorie zufolge verlangsamt die Anwesenheit eines schweren Körpers die Zeit. Das bedeutet, dass eine Uhr in der Nähe eines schweren...

Im Focus: Quantencomputer sollen tragbar werden

Infineon Austria forscht gemeinsam mit der Universität Innsbruck, der ETH Zürich und Interactive Fully Electrical Vehicles SRL an konkreten Fragestellungen zum kommerziellen Einsatz von Quantencomputern. Mit neuen Innovationen im Design und in der Fertigung wollen die Partner aus Hochschulen und Industrie leistbare Bauelemente für Quantencomputer entwickeln.

Ionenfallen haben sich als sehr erfolgreiche Technologie für die Kontrolle und Manipulation von Quantenteilchen erwiesen. Sie bilden heute das Herzstück der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

GAIN 2019: Das größte Netzwerktreffen deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler startet in den USA

22.08.2019 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz auf der MS Wissenschaft

22.08.2019 | Veranstaltungen

Informatik-Tagung vom 26. bis 30. August 2019 in Aachen

21.08.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

5G macht die Produktion smarter

23.08.2019 | Informationstechnologie

Wärmekraftmaschinen in der Mikrowelt

23.08.2019 | Physik Astronomie

Auf dem Prüfstand: Automatisierte Induktionsthermographie zur Oberflächenrissprüfung von Schmiedeteilen

23.08.2019 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics