Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nahrungsmittel leichter rückverfolgen mit Cold-Trace-Kühllogistik

12.12.2005


EU foerdert umfassende technische Loesung fuer Verbrauchersicherheit und Entlastung der Transporteure

... mehr zu:
»Benchmarking »Cold-Trace »IPSI »Spediteur

Fraunhofer IPSI fuer Benchmarking mobiler Systeme zustaendig


Der juengste Gammelfleischskandal hat deutlich gemacht, dass die Behoerden in der Lage sein muessen, schwarze Schafe der Branche schneller zu identifizieren und ihnen das Handwerk zu legen. Gleichzeitig aber sollten ehrlich arbeitende Firmen nicht mit weiterem Papierkrieg belastet werden, denn den koennen weder sie noch die Behoerden mehr bewaeltigen.


Eine Loesung des Dilemmas koennte in automatisierten Systemen bestehen, die bei Abweichungen von Normvorgaben im Transportwesen Alarm schlagen und automatische, computergestuetzt auswertbare Protokolle liefern. Bei Lebensmitteln ist einer der wichtigen Qualitaetsparameter die Temperatur waehrend der gesamten Transportkette. Genau damit beschaeftigt sich das am 1. Mai 2005 gestartete "Cold-Trace Market Validation Project" der Europaeischen Union ( http://www.cold-trace.com ).

Cold-Trace (Cold Chain Monitoring and Traceability Service) zielt auf eine temperaturgefuehrte Logistik; die sechs Projektpartner aus mehreren europaeischen Laendern arbeiten gemeinsam an einem modularen und flexiblen System zur kontinuierlichen Beobachtung und Kontrolle der Kuehlung von Nahrungsmitteln waehrend ihrer Befoerderung. Zu dem Konsortium gehoert auch das deutsche Fraunhofer-Institut fuer Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI) in Darmstadt, das fuer das Benchmarking der ins Auge gefassten mobilen Systeme verantwortlich ist.

Sofern der Verbraucher sein Fleisch nicht beim Metzger mit eigener Schlachtung oder beim Biobauern im naechsten Dorf kauft, mussten seine Einkaeufe oftmals bereits einen sehr langen Transportweg ueberstehen. Wie die meisten Gueter wird Fleisch dort produziert und verarbeitet, wo das am billigsten moeglich ist, und dann dorthin geschafft, wo der hoechste Preis erzielt wird. Dazwischen koennen Weltmeere und Kontinente liegen und Tage oder Wochen vergehen.

EU-Richtlinie zur Rueckverfolgbarkeit von Nahrungsmitteln

Um hier mehr Transparenz zu schaffen, hat die EU Spediteuren und Haendlern seit 2002 zur Auflage gemacht, Herkunft und Transportwege von Lebensmitteln zu dokumentieren. Anfang 2005 wurde diese Bestimmung noch einmal erneuert. "Cold-Trace kann es Unternehmen der Kuehltransportbranche sowie deren Kunden enorm erleichtern, die Richtlinie zur Rueckverfolgbarkeit von Nahrungsmitteln zu erfuellen", ist Dr. Andreas Meissner vom Bereich Mobile Verteilte Informationssysteme des Fraunhofer IPSI ueberzeugt. Spediteure und Haendler muessen in naher Zukunft damit rechnen, dass die Kontrollen durch die Behoerden strikter gehandhabt werden. Diejenigen, die sich vorschriftsmaessig verhalten, koennen dies durch Cold-Trace einwandfrei belegen; schwarze Schafe werden schnell aus dem Verkehr gezogen.

Management des gesamten Warenflusses

Das Cold-Trace-System bietet den Kuehltransportunternehmen neben der eigentlichen Verfolgung des Warenstromes viele zusaetzliche Anwendungsmoeglichkeiten: Organisation von Arbeits- und Abholauftraegen; Anwendung als Ortungssystem, das bedeutet, dass das Transportunternehmen oder sein Kunde jederzeit ueberpruefen kann, wo sich ein LKW gerade befindet; Anwendung als Navigationssystem; Ermittlung der Transportkosten; kostenguenstige und schnelle Kommunikation zwischen allen am Abwicklungsvorgang beteiligten Partnern und nicht zuletzt eben die Anwendung zur Kontrolle der Kuehlgeraete und der Kuehltemperatur. Auch fuer den Fahrer bietet Cold-Trace handfeste Erleichterungen: Weil das Kuehlaggregat kuenftig von der Zentrale ferngesteuert werden kann, muss er zum Vor-Kuehlen nicht mehr eine Stunde vor der Beladung am LKW praesent sein. So leistet Cold-Trace quasi nebenbei noch einen Beitrag zur Einhaltung der Sozialvorschriften fuer Fernfahrer und damit zur Verkehrssicherheit.

Die Sensor-Technik wird in dem Transportfahrzeug installiert. Dort laufen schliesslich alle Informationen zusammen. In der Zentrale des Unternehmens befindet sich ein Server mit der Software von Cold-Trace, mit deren Hilfe dem Fahrer Nachrichten ueber alle administrativen, von ihm zu erledigenden Aufgaben uebermittelt werden koennen. Ein einfach zu bedienender PDA (Personal Digital Assistant) bildet fuer ihn die Schnittstelle zum System. Die Informationen, die er im Fahrzeug bereitstellt, werden mit Hilfe eines mobilen Onlinesystems wiederum an die Zentrale uebermittelt. Durch diese reibungslosen Ablaeufe koennen die Lebensmittel nicht nur sicherer, sondern auch schneller in den Handel gelangen, so dass ihre Haltbarkeitsspanne steigt und schliesslich eine groessere Menge verkauft werden kann; so muessen weniger verdorbene Lebensmittel entsorgt werden. Das bedeutet fuer die Spediteure und Haendler eine Steigerung der Umsaetze und eine Verringerung der Kosten, zum Beispiel durch die Vermeidung von Bussgeldern oder moeglicherweise niedrigeren Versicherungsbeitraegen.

Fraunhofer IPSI untersucht mobile Onlinesysteme

Innerhalb des Projektes ist das Fraunhofer IPSI zustaendig fuer das Benchmarking der mobilen Online-Systeme GPRS und UMTS im Europa der 25 Mitgliedsstaaten. "Das heisst, wir untersuchen, inwieweit technisch und kostenseitig in ganz EU- Europa die Voraussetzungen gegeben sind, waehrend der Fahrt online zu sein", erklaert Dr. Andreas Meissner. Insgesamt besteht das Konsortium aus einem Team von Fachleuten auf den Gebieten eBusiness-Loesungen, Marktforschung, Funktionsprognosen, Fleet Management Systems, Enterprise Resource Planing (ERP), elektronischer Datenaustausch, mobile Loesungen, Transport und logistische Services. Die Projektpartner sind INMARK Estudios y Estrategias (Spanien), EasyTech (Spanien), University College Cork National University of Ireland, Disfrimur (Spanien), O`Donovan Transport (Irland), Scandlog Transport (Schweden) und das Fraunhofer IPSI.

"Momentan wird das System Cold-Trace schon sehr erfolgreich bei Disfrimur, einer grossen spanischen Kuehltransportspedition, getestet und im Tagesgeschaeft eingesetzt", erlaeutert Meissner. Unternehmen, die sich fuer die kommerzielle Nutzung der Projektergebnisse ab Ende 2006 interessieren, koennen sich wenden an die Info-Adresse mailto:cold-trace@ipsi.fraunhofer.de oder - englischsprachig - direkt an Yolanda Ursa, Project Manager, INMARK, Rafael Calvo 9, 28010 Madrid, Spanien, Tel. + 34 914480203, Fax + 34 915940578.

| Fraunhofer IPSI
Weitere Informationen:
http://www.ipsi.fraunhofer.de
http://www.cold-trace.com

Weitere Berichte zu: Benchmarking Cold-Trace IPSI Spediteur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Supercomputer „Hawk“ eingeweiht: Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart erhält neuen Supercomputer
19.02.2020 | Universität Stuttgart

nachricht Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter
19.02.2020 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Im Focus: Charakterisierung von thermischen Schnittstellen für modulare Satelliten

Das Fraunhofer IFAM in Dresden hat ein neues Projekt zur thermischen Charakterisierung von Kupfer/CNT basierten Scheiben für den Einsatz in thermalen Schnittstellen von modularen Satelliten gestartet. Gefördert wird das Projekt „ThermTEST“ für 18 Monate vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Zwischen den Einzelmodulen von modularen Satelliten werden zur Kopplung eine Vielzahl von Schnittstellen benötigt, die nach ihrer Funktion eingeteilt werden...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Supercomputer „Hawk“ eingeweiht: Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart erhält neuen Supercomputer

19.02.2020 | Informationstechnologie

Soziale Netzwerke geben Aufschluss über Dates von Blaumeisen

19.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics