Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sensoren warnen vor der großen Welle

12.12.2005


Bochumer Studenten forschen an Tsunami-Frühwarnsystem mit


Der Bochumer Student Christoph Warmbrunn neben einer drei Tonnen schweren Boje



Fast ein Jahr ist es her, dass eine dreißig Meter hohe Flutwelle in wenigen Minuten die Küstenregion im Indischen Ozean unter Wasser setzte und etliche Todesopfer forderte. Ein Frühwarnsystem soll nun helfen, die Naturkatastrophe Tsunami rechtzeitig erkennen und Menschen evakuieren zu können. Ende Oktober stach das Forschungsschiff "Sonne" unter Leitung des Kieler Leibnitz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM Geomar) in See, um vor der indonesischen Küste den Meeresboden zu vermessen. Mit an Bord waren auch zwei Studenten der Technischen Fachhochschule Georg Agricola. Sie erforschten zusammen mit neun anderen Wissenschaftlern das Epizentrum des Seebebens.

... mehr zu:
»Meeresboden »Tsunami »Welle


Dass die beiden Bochumer Studenten Andreas Thoß und Christoph Warmbrunn an der Expedition teilnehmen durften, verdanken sie dem Kieler Wissenschaftler Dr. Wilhelm Weinrebe. Dessen Vortrag besuchte Andreas Thoß im vergangenen Jahr im Natur- und Erlebniszentrum Maasholm (NEZ) und steht seitdem in regelmäßigem Kontakt zu dem Meeresforscher. Weinrebe lud die Studenten schließlich zu der Reise ein. "So eine Chance bekommt man nicht oft", freut sich Christoph Warmbrunn über die Erfahrung.

Die beiden Studenten Andreas Thoß und Christoph Warmbrunn werten die auf der Expedition gewonnenen Daten jetzt im NEZ aus. "Unsere Aufgabe ist es, die Daten, die ein Fächer-Echolot ermittelt hat, auf ihre Qualität hin zu überprüfen", erklärt Andreas Thoß. Aus den Daten soll eine Karte der Meeresbodenoberfläche erstellt werden, die dem Kieler Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften als Grundlage für das Tsunami-Frühwarnsystem dient. Außerdem nutzen die Studenten die Ergebnisse für ihre Diplomarbeit. Rund fünf Monate haben sie Zeit, die rund 60.000 Datensätze auszuwerten und ihre Abschlussarbeit zu schreiben.

Anhand der Karte können geeignete Positionen für Drucksensoren am Meeresboden ermittelt werden. Diese stehen in akustischer Verbindung zu Spezialbojen an der Meeresoberfläche, die jede Welle via Satellit an Überwachungsstationen an Land senden. Dabei kann das System einen Tsunami zwei Minuten nach dem Eintreffen verdächtiger Daten erkennen. 20 Minuten bleiben dann, um das betroffene Krisengebiet zu evakuieren.

Die erste Boje des 45 Millionen Euro teuren Frühwarnsystems, das das Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern entwickelte, wurde Mitte November auf den Meeresboden gesetzt, eine zweite soll im Dezember folgen - genau ein Jahr nach der Katastrophe vom 26. Dezember 2004. Damit beginnt die Installation des 25 Stationen umspannenden seismischen Netzes vor der Küste Indonesiens, das künftig Menschen in der gefährdetsten Region - dem so genannten Sundabogen - vor Tsunamis warnen soll. Drei Jahre wird es insgesamt dauern, bis das System vollständig installiert ist und wirksamen Schutz für die Bevölkerung liefern kann. Bis dahin sollen auch indonesische Experten im Umgang mit Daten und Gerät geschult werden.

Kontakt
Technische Fachhochschule Georg Agricola
Herner Str. 45
44787 Bochum
Pressestelle
Telefon (0234) 968-3334
Telefax (0234) 968-3359
presse@tfh-bochum.de

Merle Hettesheimer | idw
Weitere Informationen:
http://www.tfh-bochum.de

Weitere Berichte zu: Meeresboden Tsunami Welle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Datenschutz: Vom Stressfaktor zum Kinderspiel
19.03.2019 | Telekom/DataGuard

nachricht Der virtuelle Graue Star
18.03.2019 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Selbstheilender Lack aus Maisstärke lässt kleine Kratzer durch Wärme verschwinden

Ein neuer Lack aus Maisstärke ist wegen der besonderen Anordnung seiner Moleküle in der Lage, durch Wärme kleine Kratzer von selbst zu reparieren: Die Vernetzung über ringförmige Moleküle macht das Material beweglich, sodass es die Kratzer ausgleicht und diese wieder verschwinden.

Oberflächliche Mikrokratzer in der Autokarosserie oder auf anderen Hochglanzoberflächen sind harmlos, aber ärgerlich. Gerade im Luxussegment zeichnen sich...

Im Focus: Self-healing coating made of corn starch makes small scratches disappear through heat

Due to the special arrangement of its molecules, a new coating made of corn starch is able to repair small scratches by itself through heat: The cross-linking via ring-shaped molecules makes the material mobile, so that it compensates for the scratches and these disappear again.

Superficial micro-scratches on the car body or on other high-gloss surfaces are harmless, but annoying. Especially in the luxury segment such surfaces are...

Im Focus: Kartographie eines fernen Sterns

Der am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) gefertigte Spektrograph PEPSI zeigt erste Aufnahmen der Struktur des Magnetfelds auf der Oberfläche eines weit entfernten Sterns. Mittels innovativer Verfahren lassen sich damit neue Erkenntnisse über die Vorgänge auf der Sternoberfläche gewinnen. Die Ergebnisse stellte ein Wissenschaftlerteam nun in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics vor.

Selbst mit den größten Teleskopen erscheinen die Oberflächen entfernter Sterne normalerweise nur als Lichtpunkte. Eine detaillierte Auflösung wird erst mittels...

Im Focus: Stellar cartography

The Potsdam Echelle Polarimetric and Spectroscopic Instrument (PEPSI) at the Large Binocular Telescope (LBT) in Arizona released its first image of the surface magnetic field of another star. In a paper in the European journal Astronomy & Astrophysics, the PEPSI team presents a Zeeman- Doppler-Image of the surface of the magnetically active star II Pegasi.

A special technique allows astronomers to resolve the surfaces of faraway stars. Those are otherwise only seen as point sources, even in the largest telescopes...

Im Focus: Heading towards a tsunami of light

Researchers at Chalmers University of Technology and the University of Gothenburg, Sweden, have proposed a way to create a completely new source of radiation. Ultra-intense light pulses consist of the motion of a single wave and can be described as a tsunami of light. The strong wave can be used to study interactions between matter and light in a unique way. Their research is now published in the scientific journal Physical Review Letters.

"This source of radiation lets us look at reality through a new angle - it is like twisting a mirror and discovering something completely different," says...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Ausprobieren und diskutieren

19.03.2019 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Tagung zur Gesundheit von Meeressäugern

18.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Mit dem Forschungsflugzeug ins ewige Eis - Meteorologen starten Messkampagne

20.03.2019 | Geowissenschaften

Optischer Sensor soll Pflanzenzüchtung beschleunigen

20.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics