Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erster Blue Gene/L-Supercomputer in Deutschland eingeweiht

08.11.2005


Das Forschungszentrum Jülich geht den ersten Schritt auf dem Weg zum europäischen Höchstleistungs-Rechenzentrum


Der neue Superrechner JUBL am Forschungszentrum Jülich. Foto: Forschungszentrum Jülich



Der neue Jülicher Superrechner JUBL wurde offiziell eingeweiht. Damit steht erstmals eine Rechenanlage vom Typ Blue Gene/L in Deutschland. Der Computer soll der erste Schritt sein, um Jülich bis zum Jahr 2009 zum europäischen Supercomputer-Zentrum auszubauen. Im Beisein von Johann Weihen, dem IBM-Chef Deutschland, gab Prof. Richard Wagner die Jülicher Planung für die kommenden Jahre bekannt.

... mehr zu:
»Blue »Gene/L »JUBL »Supercomputer »Teraflop


"Computer gestützte Forschung ist längst das dritte Standbein von Wissenschaft und Technik - gleichberechtigt neben Theorie und Experiment", sagte Wagner, der im Vorstand des Forschungszentrums den Bereich Information vertritt. "Und die Nachfrage an Rechenzeit wird in den nächsten fünf Jahren noch um den Faktor 1000 zunehmen. Darauf werden wir uns in Jülich vorbereiten". Auch Vorstandsvorsitzender Prof. Joachim Treusch hob die zentrale Bedeutung von Supercomputern hervor: "Auf Basis dieser Schlüsseltechnologie werden wir die gesellschaftlichen Herausforderungen angehen ? Versorgung mit Energie, Schutz der Umwelt, Umgang mit Information sowie Erhalt von Gesundheit"

Das jetzt eingeweihte Blue Gene/L System JUBL (JUelicher Blue Gene/L) ist nur der erste Schritt. "Mit 5,6 Teraflops belegt JUBL Platz 60 der aktuellen weltweiten Supercomputer-Rangliste", erklärt Prof. Thomas Lippert, Leiter des Jülicher Zentralinstitutes für Angewandte Mathematik. Der baugleiche große Bruder in Livermore (USA) führt momentan mit der 30fachen Leistung die Liste an. "Bewährt sich JUBL aber für unsere Nutzer, folgt als zweiter Schritt im Jahr 2007 eine Maschine mit 50facher Leistung."

Zurzeit nutzen über 150 Gruppen aus allen Disziplinen europaweit Rechenleistung aus Jülich, sowie das langjährige Know-How der Jülicher Betreiber. Seit 1986 werden in Jülich Supercomputer betrieben und entwickelt, aber auch für eigene Forschung eingesetzt. Neben JUBL betreibt das Forschungszentrum Jülich einen zweiten Superrechner namens JUMP mit weiteren 9 Teraflops Leistung. Mit insgesamt 14,5 Teraflops bildet Jülich deutschlandweit das rechenstärkste Supercomputing-Zentrum.

Im dritten Schritt bewirbt sich das Forschungszentrum als Standort eines der drei europäischen Supercomputer Center, die im 7. Forschungs-Rahmenprogramm der EU ausgeschrieben werden sollen. "Mit unserem Konzept aus hochentwickelter technischer Infrastruktur und offensiver Orientierung am wissenschaftlichen Nutzer bieten wir einen exzellenten und einzigartigen Ansatz, den wir nun ausbauen wer-den", sagt Lippert. "Im Wettbewerb mit anderen Aspiranten auf einen europäischen Supercomputer, etwa in Paris oder München, sieht sich Jülich bereits heute gut posi-tioniert", betont Treusch.

"Wir freuen uns, mit dem Forschungszentrum Jülich einen kompetenten Forschungs-partner zu haben", sagte Nurcan Rasig, Direktorin des Geschäftsbereichs Super-computing von IBM Deutschland. "Dank unserer komplementärer Perspektiven auf den Bereich Supercomputing ergänzen wir uns in dem Ziel, effektive, kompakte Rechner für große Forschungsaufgaben mit hohem Datenaufkommen zu entwickeln". Im Rahmen der Einweihung lud Johann Weihen, Vorsitzender der Geschäftsführung von IBM Deutschland, Jülicher Experten in seine Böblinger Labore ein und äußerte den Wunsch, die gemeinsame Forschung noch weiter zu intensivieren.

Peter Schäfer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de/portal/angebote/pressemitteilungen

Weitere Berichte zu: Blue Gene/L JUBL Supercomputer Teraflop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Künstliche Intelligenz bestimmt die Lebens- und Arbeitswelt von morgen
22.02.2019 | FZI Forschungszentrum Informatik

nachricht Diamanten, die besten Freunde der Quantenwissenschaft - Quantenzustand in Diamanten gemessen
21.02.2019 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Jet/Hüllen-Rätsel in Gravitationswellenereignis gelöst

Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Astronomen des Bonner Max-Planck-Instituts für Radioastronomie hat Radioteleskope auf fünf Kontinenten miteinander verknüpft, um das Vorhandensein eines stark gebündelten Materiestrahls, eines sogenannten Jets zu beweisen, der vom Überrest des bisher einzigen bekannten Gravitationswellenereignisses ausgeht, bei dem zwei Neutronensterne miteinander verschmolzen. Bei den Beobachtungen im weltweiten Netzwerk spielte das 100-m-Radioteleskop in Effelsberg eine wichtige Rolle.

Im August 2017 wurde zum ersten Mal die Verschmelzung zweier sehr kompakter Sternüberreste, sogenannter Neutronensterne, beobachtet, deren vorhergehende...

Im Focus: (Re)solving the jet/cocoon riddle of a gravitational wave event

An international research team including astronomers from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has combined radio telescopes from five continents to prove the existence of a narrow stream of material, a so-called jet, emerging from the only gravitational wave event involving two neutron stars observed so far. With its high sensitivity and excellent performance, the 100-m radio telescope in Effelsberg played an important role in the observations.

In August 2017, two neutron stars were observed colliding, producing gravitational waves that were detected by the American LIGO and European Virgo detectors....

Im Focus: Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

Mit additiven Verfahren wie dem 3D-Druck lässt sich nahezu jede beliebige Struktur umsetzen – sogar im Nanobereich. Diese können, je nach verwendeter „Tinte“, die unterschiedlichsten Funktionen erfüllen: von hybriden optischen Chips bis zu Biogerüsten für Zellgewebe. Im gemeinsamen Exzellenzcluster „3D Matter Made to Order” wollen Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Heidelberg die dreidimensionale additive Fertigung auf die nächste Stufe heben: Ziel ist die Entwicklung neuer Technologien, die einen flexiblen, digitalen Druck ermöglichen, der mit Tischgeräten Strukturen von der molekularen bis zur makroskopischen Ebene umsetzen kann.

„Der 3D-Druck bietet gerade im Mikro- und Nanobereich enorme Möglichkeiten. Die Herausforderungen, um diese zu erschließen, sind jedoch ebenso gewaltig“, sagt...

Im Focus: Diamanten, die besten Freunde der Quantenwissenschaft - Quantenzustand in Diamanten gemessen

Mithilfe von Kunstdiamanten gelang einem internationalen Forscherteam ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Hightech-Anwendung von Quantentechnologie: Erstmals konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen den Quantenzustand eines einzelnen Qubits in Diamanten elektrisch zu messen. Ein Qubit gilt als die Grundeinheit der Quanteninformation. Die Ergebnisse der Studie, die von der Universität Ulm koordiniert wurde, erschienen jüngst in der renommierten Fachzeitschrift Science.

Die Quantentechnologie gilt als die Technologie der Zukunft. Die wesentlichen Bausteine für Quantengeräte sind Qubits, die viel mehr Informationen verarbeiten...

Im Focus: Wasser ist homogener als gedacht

Um die bekannten Anomalien in Wasser zu erklären, gehen manche Forscher davon aus, dass Wasser auch bei Umgebungsbedingungen aus einer Mischung von zwei Phasen besteht. Neue röntgenspektroskopische Analysen an BESSY II, der ESRF und der Swiss Light Source zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Bei Raumtemperatur und normalem Druck bilden die Wassermoleküle ein fluktuierendes Netz mit durchschnittlich je 1,74 ± 2.1% Donator- und Akzeptor-Wasserstoffbrückenbindungen pro Molekül, die eine tetrahedrische Koordination zwischen nächsten Nachbarn ermöglichen.

Wasser ist das „Element“ des Lebens, die meisten biologischen Prozesse sind auf Wasser angewiesen. Dennoch gibt Wasser noch immer Rätsel auf. So dehnt es sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Mobile World Congress: Bundesamt für Strahlenschutz rät zu Handys mit geringem SAR-Wert

22.02.2019 | Veranstaltungen

Unendliche Weiten: Geophysiker nehmen den Weltraum ins Visier

21.02.2019 | Veranstaltungen

Tagung rund um zuverlässige Verbindungen

20.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Zeit atomarer Vorgänge auf der Spur

22.02.2019 | Physik Astronomie

Wie Korallenlarven sesshaft werden

22.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Ökologische Holz-Hybridbauweisen für den Geschossbau

22.02.2019 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics