Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Westentaschen-Computer werden den Klinikalltag verändern

06.10.2005


Handteller große, portable Westentaschen-Computer werden die Gesundheitsversorgung in den nächsten Jahren stark verändern, prophezeit Charité-Wissenschaftler Privatdozent Dr. Daniel C. Baumgart in einem Artikel in der neuen Ausgabe der renommierten Zeitschrift "The Lancet".(x) Die sogenannten "Persönlichen Digitalen Assistenten" (PDAs) könnten bei der Ärzteausbildung, im klinischen Alltag, in der Forschung und bei der Prozessoptimierung zum Einsatz kommen und gute Dienste leisten. Nach einer Studie in den USA setzten im Jahr 2003 bereits die Hälfte aller Mediziner unter 35 Jahren solche Pocket-PCs ein.



"Notebooks sind einfach zu groß", erklärt Daniel Baumgart. "Aber mit dem kleinen elektronischen Begleiter können Ärzte während der Visite bequem Laborwerte und histologische Befunde abrufen, sofort auf neue medizinische Erkenntnisse über drahtlose Online-Dienste zugreifen, in Lehrbüchern nachschlagen oder Dosierung und Nebenwirkungen von Medikamenten überprüfen. Auf diese Weise werden wir in die Lage versetzt, eine wissenschaftlich fundiertere Medizin abzubieten." Bald werde es technisch sicherlich auch möglich sein, komplexe Bilder aus der Computertomographie, Magnetresonanz-Tomographie, Ultraschall oder Endoskopie einzuspielen.



Darüber hinaus könnten die Palm-Piloten auch auf dem Gebiet der Krankenhaus-Ökonomie unverzichtbar werden. "PDAs können Abrechnungsinformationen über Diagnosen und Prozeduren sekundenschnell erfassen, die Dateneingabe kann bequem über einen Kunststoff-Griffel oder Barcode-Scanner erfolgen", betont Daniel Baumgart. Dem Controlling stünden in der Folge umfassende Daten über OP-Zeiten, Fallzahlen und Eingriffe zur sofortigen Auswertung bereit.

Schließlich würden auch Patienten von den neuen Kleinst-Computern profitieren, indem sie beispielsweise elektronische Tagebücher führen und bestimmte Werte wie Atemfrequenz oder Sauerstoffsättigung messen lassen. Baumgart: "Denkbar ist, dass die PDAs die Werte überprüfen und vor Asthma-Anfällen oder Unterzuckerung warnen." Durch Überspielen dieser Daten würde zugleich die klinische Forschung vereinfacht.

(x) Vorab bis Freitag online einzusehen als Titelgeschichte bei www.thelancet.com; Lancet 2005; 366: 1210

Kontakt:
Privatdozent Dr. Daniel Baumgart
Telefon 0171 - 7773919, daniel.baumgart@charite.de

Kerstin Ullrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de/mediamed
http://www.thelancet.com

Weitere Berichte zu: Klinikalltag PDA Westentaschen-Computer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics