Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Saarbrücker Forscher entwickelten bisher in Deutschland einzigartige Stimmdatenbank

27.09.2005


DFG-Projekt zur Stimmprofilanalyse abgeschlossen


Saarbrücker Forscher entwickelten bisher in Deutschland einzigartige Stimmdatenbank

Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts haben Prof. Dr. William J. Barry und Dr. Manfred Pützer eine Datenbank mit Stimmprofilen erstellt. Die Stimmdatenbank enthält Aufnahmen von 2000 Personen mit "Normalstimmen" und krankhaft veränderten Stimmen. Es wird dabei zwischen funktionell, organisch sowie zentral bedingten Stimmstörungen unterschieden. Zudem werden detaillierte Angaben zu den einzelnen in der Datenbank vorhandenen krankhaften Stimmveränderungen in Form individueller Diagnosestellungen geliefert.


Mit der neuen Stimmdatenbank, die in dieser Form bisher einzigartig in Deutschland ist, steht der phonetischen, aber auch der medizinisch-phonetisch orientierten Öffentlichkeit ein reicher Datenschatz zur weiteren digitalen Auswertung zur Verfügung. In beiden Wissenschaftsdisziplinen können sich damit neue Arbeitsfelder auftun.

Bei der Erstellung der Stimmdatenbank wurde sowohl auf akustische als auch auf elektroglottographische Aufzeichnungsmethoden zurückgegriffen. Die Elektroglottographie ist ein Untersuchungsverfahren, das die Kontaktverändung der Stimmlippen während der Schwingungen misst.

Neben der Bereitstellung der Stimmdatenbank wurde auch eine weitere Zielsetzung verfolgt. Es konnte ein Parametersatz aus der akustischen und der elektroglottographischen Analyse definiert werden, der die Stimmprofile männlicher und weiblicher Normalstimmen bzw. krankhaft veränderter Stimmen direkt vergleichbar macht.
Die Stimmdatenbank kann somit sowohl bei der Diagnosestellung als auch bei der Überprüfung therapeutischer Ansätze nutzbringend eingesetzt werden.

Das Projekt wurde von September 1999 bis August 2000, von August 2001 bis Juli 2003 sowie von Januar 2004 bis Dezember 2004 von der DFG gefördert.

Eine krankhaft veränderte Stimme fällt in der Regel zunächst der betroffenen Person selbst, aber auch ihren Gesprächspartnern auf. Dabei ist sehr oft der Eindruck von Heiserkeit bzw. von rauem Stimmklang vorherrschend. Der stimmkranken Person gelingt es in manchen Fällen nur unter Anstrengung zu sprechen. Die Ursachen für einen solchen Stimmklang können beispielsweise organischer, aber auch psychogener Natur sein. Bei organischen Veränderungen an den Stimmlippen (z. B. Stimmlippenknötchen) ist deren Schwingungsverhalten gestört, so dass der beschriebene auditive Eindruck entstehen kann. Bei psychogener Krankheitsursache wird der bekannte Zusammenhang zwischen seelischem Zustand und stimmlichem Verhalten um so deutlicher. Somit trifft das geflügelte Wort von der Stimme als Ausdruck der Seele bei dieser Krankheitsursache zu.

Sie haben Fragen? Bitte wenden Sie sich an:
Dr. Manfred Pützer
Fachgebiet Phonetik-Phonologie
Tel.: 0681/302-4695
E-Mail: puetzer@coli.uni-sb.de

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

Weitere Berichte zu: DFG Diagnosestellung Krankheitsursache Stimmdatenbank Stimmklang

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Metamolds: Eine Gussform für eine Gussform
20.08.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker
17.08.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Eröffnung des neuen Produktionsgebäudes bei Heraeus Medical in Wehrheim

20.08.2018 | Unternehmensmeldung

Universum Studie: Internationalität und Praxisbezug sind Erfolgsfaktoren der ISM

20.08.2018 | Unternehmensmeldung

Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics