Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unterwegs in virtuellen Räumen

17.08.2001



Neues aus virtuellen Welten und der Internettechnologie: Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin stellen Fraunhofer-Forscher X-RoomsTM vor. Die kostengünstige Technik erlaubt es, Produkte und Arbeitsprozesse in einer virtuellen Umgebung eindrucksvoll zu visualisieren. Außerdem wird gezeigt, wie sich das Internet auf mobile Notizbücher und Handys holen lässt.

Ein Besuch der Internationalen Funkausstellung in Berlin könnte diesmal leicht zu einem kleinen Abstecher nach Bilbao verleiten. In einem geheimnisvollen Würfel können interessierte Messegäste bei einem Rundgang die außergewöhnliche Architektur des Guggenheim-Museums erkunden. Der Betrachter bewegt sich dazu auf einem Stepper und kann mit einen Joystick seine Bewegungen selbst steuern, ein integriertes


Soundsystem sorgt für die entsprechende Geräuschkulisse. Eine Polarisationsbrille, eine Sonnenbrille mit Polfilter, ermöglicht die räumliche Wahrnehmung und sorgt dafür, dass der Gast in die virtuelle Welt eintauchen kann. Doch das ist noch lange nicht alles, was die Besucher in X-RoomsTM erwartet: So kann man mühelos eine virtuelle Galerie planen, ohne dass die Exponate aufwändig von Hand auf- und abgehängt werden müssen. Biotechnologie-Interessierte können die komplizierten Baupläne chemischer Substanzen bewundern und wer vom Messerummel genug hat, löst am Fahrkartenautomaten eine U-Bahnkarte, steigt in den soeben eingefahrenen Zug und verlässt die IFA – allerdings nur virtuell.

Die innovative Technik für das Visualisierungssystem wurde in enger Kooperation von Wissenschaftlern des jungen Fraunhofer-Instituts für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST und der TU-Berlin entwickelt. Die Firma IT Service Omikron (ITSO) baute sie zum marktfähigen Produkt aus. Der Clou ist die äußerst günstige Projektions- und Systemtechnologie, die sich beliebig von einer Wand auf bis zu sechs Wände, einen kompletten virtuellen Raum, erweitern lässt. Basis für die neue Technik sind normale Standard-PCs mit dem Betriebssystem Windows 2000, sowie Standardprojektoren und -leinwände. Damit lassen sich bei Vorträgen oder Besprechungen neue Produkte oder Arbeitsprozesse mit einfachen Mitteln eindrucksvoll demonstrieren. Künftige Einsatzgebiete von X-RoomsTM sehen die FIRST-Wissenschaftler in Medizin und Biotechnologie, aber auch im Maschinenbau und der Verkehrstechnik, in Kunst und Architektur oder in einer neuen Generation von Unterhaltungsmedien.

Ein weiteres Fraunhofer-Highlight auf der IFA ist die Internet-Inside-Technologie. Die Idee der Experten vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST ist denkbar einfach: Das Internet wird direkt auf Mobiltelefone (SmartPhones), Handhelds (PDAs) oder kleine Palmbooks gebracht. Wie im Internet hat jedes Gerät einen Server, der die gewünschten Seiten im WML-Format erzeugt. Ein ebenfalls integrierter WAP-Browser zeigt sie an. Fehlen Informationen, so stellt der mobile Server automatisch eine Verbindung zum Firmenserver her und ruft die notwendigen Daten ab. Speziell für die kleinen mobilen Endgeräte haben die Wissenschaftler einfach strukturierte Internetseiten mit kurzen Ladezeiten entwickelt, die sich leicht bedienen lassen.


Die Einsatzmöglichkeiten sind äußerst vielfältig: Ein Handwerker könnte damit beispielsweise schon beim Kunden seine Rechnung im Buchungssystem der Firma schreiben, der Versicherungsmakler die Police mit den aktuellen Daten aus der Zentrale direkt bei seinem Klienten erstellen oder der Lieferant die am nächsten Tag benötigte Ware im Lager bestellen. Natürlich eignet sich die neue Technik auch für alle, die einen persönlichen Assistenten brauchen. Man kann damit Termine verwalten, E-Mails verschicken und abrufen, unterwegs Flugtickets buchen, einen Mietwagen bestellen oder während eines auswärtigen Geschäftstermins Dokumente aus dem Intranet einsehen.

Die Handys, Palmbooks oder PDAs mit Internet-Inside-Technologie existieren derzeit nur als Prototypen. Die ISST-Forscher suchen nach Partnern, die die Geräte auf den Markt bringen.

Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin (25.8. - 2.9.) finden Sie die Fraunhofer-Institute in Halle 5.3, Stand 08 unter anderem mit folgenden Themen: Digitale Wasserzeichen, X-Rooms - Virtuelle Realität für den Mittelstand, e-shop, Audio- und Videokompression sowie interaktives Fernsehen.

Mirjam Kaplow | Presseinformationen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Digitale Assistenzsysteme in der Produktion
19.09.2019 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht KI ermöglicht klinische Bildgebungsanalyse in der Augenheilkunde
19.09.2019 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 'Nanochains' could increase battery capacity, cut charging time

How long the battery of your phone or computer lasts depends on how many lithium ions can be stored in the battery's negative electrode material. If the battery runs out of these ions, it can't generate an electrical current to run a device and ultimately fails.

Materials with a higher lithium ion storage capacity are either too heavy or the wrong shape to replace graphite, the electrode material currently used in...

Im Focus: Nervenzellen feuern Hirntumorzellen zum Wachstum an

Heidelberger Wissenschaftler und Ärzte beschreiben aktuell im Fachjournal „Nature“, wie Nervenzellen des Gehirns mit aggressiven Glioblastomen in Verbindung treten und so das Tumorwachstum fördern / Mechanismus der Tumor-Aktivierung liefert Ansatzpunkte für klinische Studien

Nervenzellen geben ihre Signale über Synapsen – feine Zellausläufer mit Kontaktknöpfchen, die der nächsten Nervenzelle aufliegen – untereinander weiter....

Im Focus: Stevens team closes in on 'holy grail' of room temperature quantum computing chips

Photons interact on chip-based system with unprecedented efficiency

To process information, photons must interact. However, these tiny packets of light want nothing to do with each other, each passing by without altering the...

Im Focus: Happy hour für die zeitaufgelöste Kristallographie

Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD), der Universität Hamburg und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) hat eine neue Methode entwickelt, um Biomoleküle bei der Arbeit zu beobachten. Sie macht es bedeutend einfacher, enzymatische Reaktionen auszulösen, da hierzu ein Cocktail aus kleinen Flüssigkeitsmengen und Proteinkristallen angewandt wird. Ab dem Zeitpunkt des Mischens werden die Proteinstrukturen in definierten Abständen bestimmt. Mit der dadurch entstehenden Zeitraffersequenz können nun die Bewegungen der biologischen Moleküle abgebildet werden.

Die Funktionen von Biomolekülen werden nicht nur durch ihre molekularen Strukturen, sondern auch durch deren Veränderungen bestimmt. Mittels der...

Im Focus: Happy hour for time-resolved crystallography

Researchers from the Department of Atomically Resolved Dynamics of the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter (MPSD) at the Center for Free-Electron Laser Science in Hamburg, the University of Hamburg and the European Molecular Biology Laboratory (EMBL) outstation in the city have developed a new method to watch biomolecules at work. This method dramatically simplifies starting enzymatic reactions by mixing a cocktail of small amounts of liquids with protein crystals. Determination of the protein structures at different times after mixing can be assembled into a time-lapse sequence that shows the molecular foundations of biology.

The functions of biomolecules are determined by their motions and structural changes. Yet it is a formidable challenge to understand these dynamic motions.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

92. Neurologie-Kongress: Mehr als 6500 Neurologen in Stuttgart erwartet

20.09.2019 | Veranstaltungen

Frische Ideen zur Mobilität von morgen

20.09.2019 | Veranstaltungen

Thermodynamik – Energien der Zukunft

19.09.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ferroelektrizität verbessert Perowskit-Solarzellen

20.09.2019 | Energie und Elektrotechnik

HD-Mikroskopie in Millisekunden

20.09.2019 | Biowissenschaften Chemie

Kinobilder aus lebenden Zellen: Forscherteam aus Jena und Bielefeld 
verbessert superauflösende Mikroskopie

20.09.2019 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics