Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medizinische Nachsorge für unterwegs

14.02.2005


Ein digitaler Begleiter könnte die Nachsorge von Patienten verbessern und die Prävention erleichtern. Über ein mobiles Endgerät werden Daten zwischen Patient und einer Servicestation ausgetauscht. Das Gerät erinnert an Therapietermine und liefert auf Nachfrage Tipps. Über den Stand des Projekts können sich Interessenten auch auf der CeBIT informieren (Halle 9, Stand B36).


Über die einfach gestaltete Softwareoberfläche können Kinder mit anderen Patienten kommunizieren - nur eine der Funktionen, die ihre Motivation fördern soll. © Fraunhofer ISST



Kaum aus der Klinik entlassen, fallen viele Patienten in alte, schlechte Gewohnheiten zurück: Der Kaffeekonsum steigt wieder an, verordnete Übungen sind schnell vergessen und im Einkaufswagen stapeln sich ungesunde Lebensmittel. Der Digitale Patientenbegleiter soll helfen, dies zu ändern. Über ein mobiles Endgerät, wie Handy, Smartphone oder PDA, unterstützt er Betroffene dabei, ihr Verhalten auf eine neue Situation umzustellen - etwa indem er täglich an Bewegung erinnert oder auf Nachfrage Ernährungstipps direkt beim Einkauf liefert. Notwendig dafür sind eine Software, die sich auf handelsübliche mobile Geräte spielen lässt und eine Servicestation in der Klinik oder beim Arzt. Der Patientenbegleiter wurde am Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST in Dortmund zunächst für die Behandlung übergewichtiger Erwachsener und Kinder entwickelt.

... mehr zu:
»Nachsorge »Servicestation


"Der digitale Begleiter digi.Dou soll die Therapie der Kinder ergänzen, indem er ihnen hilft, in der Klinik erlerntes Verhalten auch im Alltag umzusetzen", sagt Kerstin Heuwinkel vom ISST. "Die wichtigsten Punkte sind Motivation und Selbstkontrolle. Die Kinder können über ihren Begleiter aber auch Kontakt mit anderen Betroffenen aufnehmen und ihn als Patiententagebuch nutzen." Die interaktive Software, die hinter dem Begleiter steckt, ist bereits erfolgreich erprobt. Bei Sportveranstaltungen informiert sie Journalisten individuell über Ergebnisse und Termine - je nach Wunsch automatisch oder auf Nachfrage. Bei digi.Dou war die Gestaltung der Inhalte die Herausforderung, wie Heuwinkel erläutert: "Wir mussten zum Beispiel klären, wie oft der Begleiter von sich aus Impulse geben muss, um Kinder zu motivieren. Gleichzeitig soll aktives Mitdenken gefördert werden." Gemeinsam mit Ärzten und Kindern haben die Forscher auch untersucht, wie die jungen Patienten Informationen und Tipps akzeptieren. "Sie müssen den Digitalen Begleiter mit Spaß verbinden", fasst Heuwinkel zusammen. Wissen über die richtige Ernährung etwa vermittelt digi.Dou daher als Quiz, Bewegung belohnt er mit Punkten, welche die Kinder sammeln und mit anderen Patienten vergleichen können.

Die Forscher wollen nun die Behandlung von Patienten mit und ohne elektronischem Begleiter über Zeiträume von bis zu 18 Monaten beobachten. Reduziert das Gerät die Kosten der Nachbehandlung, könnten die Forscher einem wichtigen Ziel näher kommen: Der Begleiter wird eine Maßnahme, die der Arzt verschreiben kann oder den Kliniken als Serviceleistung anbieten.

Ansprechpartnerin:
Dr. Kerstin Heuwinkel
Telefon: 02 31 / 9 76 77-4 11, Fax: -1 98
heuwinkel@do.isst.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.do.isst.fraunhofer.de
http://www.cebit2005.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Nachsorge Servicestation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics