Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rechnen gegen die Flut

05.07.2001




Mit den Launen des Wetters plagt sich nicht nur die Meteorologie. Ob ein kommunales Abwassernetz dem Ansturm von Dauerregen und Gewittern gewachsen ist, zeigt sich besonders in den in Deutschland regenreichsten Sommermonaten: Voll gelaufene Keller und überschwemmte Straßenunterführungen sind mehr als ärgerlich. Mit zunehmenden und heftigeren Niederschlägen und daher steigenden Schäden rechnet die deutsche Versicherungswirtschaft.

... mehr zu:
»Flut »Kanal »Kanalnetz »RisUrSim »Werkzeug

Der Frage, wie städtische Entwässerungssysteme bei möglichst geringen Kosten ausreichend dimensioniert werden können, hat sich das EUREKA-Projekt RisUrSim angenommen. Es vereint Siedlungswasserwirtschaftler, kommunale Planer, Versicherungsfachleute und Mathematiker aus Norwegen und Deutschland unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM. Finanziert wird RisUrSim vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem norwegischen Forschungsrat. Nach einer dreijährigen Laufzeit soll ein EDV-gestütztes Managementsystem verfügbar sein. Mit dem GIS-gestützten Werkzeug (Geographisches Informationssystem) werden Wasserstände und Fließrichtungen an Oberflächen wie Straßen, Plätzen und Randsteinen ebenso wie im Kanal analysiert und visualisiert. Es soll besonders Betreiber kommunaler Abwassersysteme dabei unterstützen, bestehende Kanäle bei der Renovierung zu optimieren und neu zu bauende rationalisiert zu planen.

»Die Software RisUrSim besteht aus drei Modulen,« erläutert Dr. Klaus-Peter Nieschulz, Projektleiter am ITWM. »Mit partiellen Differenzialgleichungen simulieren wir, wie und wo Wasser in einer Stadt oberflächlich abfließt. Die Strömung und Kapazität des Kanalnetzes wird mit Flachwassergleichungen berechnet. Und schließlich ermittelt eine Schadensfunktion, welche Kosten anfallen - je nach Wasserstand vom Keller bis zum ersten Stockwerk.« Mit diesem modernen und schnellen Werkzeug der ITWM-Forscher und ihrer Partner kann die Leistungsfähigkeit eines Kanalnetzes bei Hochwasser beurteilt werden. Es soll auch eingesetzt werden, um Anforderungen aus neuen gesetzlichen Vorschriften nachzurechnen - so wie die der europäischen Norm EN 752 zur Entwässerung außerhalb von Gebäuden. Treten trotz aller Vorsorge Schäden durch Hochwasser auf, kann von Erst- und Rückversicherungen geklärt werden, ob oder inwieweit Regressansprüche von Geschädigten zulässig sind.


Dr. Klaus-Peter Nieschulz | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.itwm.uni-kl.de/sks/projects/sks_hochwasser_und_risikomanagement/hochwasser_und_risikomanagement_meta_dt.html

Weitere Berichte zu: Flut Kanal Kanalnetz RisUrSim Werkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne
20.07.2018 | Universität Rostock

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics