Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die neue 3G-Mobilfunktechnologie TD-SCDMA erstmals der Öffentlichkeit

17.04.2001


Die neue 3G-Mobilfunktechnologie TD-SCDMA erfährt weltweite Akzeptanz durch internationale Standardisierungsgremien

Siemens und CATT demonstrieren TD-SCDMA erstmals der Öffentlichkeit

Der Verbund aller großen internationalen Standardisierungsgremien für Mobilfunk der dritten Generation (3G) - das "Third Generation Partnership Project" (3GPP) - hat in einer kürzlich getroffenen Entscheidung TD-SCDMA (Time Division Synchronous Code Division Multiple Access) als weltweiten Standard für UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) anerkannt. Darüber hinaus demonstrierten im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung der Siemens-Bereich Information and Communication Mobile (IC Mobile) und die China Academy of Telecommunications Technology (CATT) vor Vertretern der chinesischen Presse und Mobilfunkbetreiber die weltweit erste Funkübertragung über eine TD-SCDMA-Luftschnittstelle.

TD-SCDMA stößt auf wachsende Akzeptanz auch innerhalb der internationalen Standardisierungsgremien. Die von Siemens IC Mobile und CATT gemeinsam entwickelte Technologie, die auch "TDD Low Chip Rate"-Verfahren genannt wird, steht durch die Entscheidung der 3GPP innerhalb des UMTS-Standards gleichberechtigt neben den bereits anerkannten "High Chip Rate"-Übertragungsverfahren FDD (Frequency Division Duplex bzw. Wideband-CDMA) und TDD (Time Division Duplex). Die weltweite Anerkennung wird gewährleisten, dass die UMTS-Übertragungsverfahren FDD, TDD und TD-SCDMA nicht nur untereinander, sondern auch mit dem derzeit eingesetzten GSM (Global System for Mobile Communications)-Standard nahtlos kommunizieren können.

Die Live-Präsentation von TD-SCDMA wurde mittels einer drahtloser Verbindung im gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungszentrum in Peking realisiert. Die Übertragung erfolgte zwischen zwei PCs, die drahtlos mit einer Mobilfunkbasisstation sowie einem Endgeräteprototypen verbunden waren. Das Testnetz wird Mobilnetzbetreibern in China gegen Mitte des Jahres die ersten Probeläufe mit TD-SCDMA erlauben. Netzwerklösungen für den kommerziellen Einsatz sollen Anfang 2002 verfügbar sein.

Hintergrundinformationen Als wichtigstes Kriterium bei 3G-Systemen gilt die Eignung sowohl für symmetrische, leitungsvermittelte Dienste, wie zum Beispiel Sprach- und Videoübertragung, als auch in zunehmenden Maße für asymmetrische, paketvermittelte Dienste wie den mobilen Internetzugang. Deswegen entwickeln CATT und Siemens IC Mobile seit 1998 in China gemeinsam die Funktechnologie TD-SCDMA für den Mobilfunk der dritten Generation. TD-SCDMA berücksichtigt die Vielfalt der unterschiedlichen 3G-Mobilfunkdienste und kombiniert zwei Technologien miteinander: ein TDMA (Time Division Multiple Access)-System und eine im Synchron-Modus arbeitende adaptive CDMA (Code Division Multiple Access)-Komponente. Diese kombinierten Systemprinzipien der Funkübertragung gestatten eine optimale Nutzung des jeweils zugewiesenen Funkbereichs für 3G - auch bei ungepaarten Frequenzbereichen.

Über 3GPP Das Third Generation Partnership Project - auch bekannt unter dem Kürzel "3GPP" - wurde von allen großen internationalen Standardisierungsgremien für Telekommunikation wie ARIB, CWTS, ETSI, TTA und TTC gegründet. Ziel der 3GPP ist es, weltweit gültige und einheitliche technische Spezifikationen für den Mobilfunk der dritten Generation zu entwickeln, die auf bestehenden Mobilfunknetzen (z.B. GSM) aufsetzen können. Darüber hinaus arbeitet die 3GPP auch an der Weiterentwicklung von GSM mit dem Ziel der weltweiten Vereinheitlichung von GPRS (General Packet Radio Service) und EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution). Weitere Informationen über 3GPP finden sich im Internet unter http://www.3gpp.org

China Academy of Telecommunications Technology (CATT) Die Tang-Dynastie war eine der strahlendsten Epochen in der chinesischen Geschichte. DaTang Telecom Technology and Industry Group mit Sitz in Peking beliefert den gesamten chinesischen Markt und hat sich zum Ziel gesetzt, seine Aktivitäten auf den Weltmarkt auszuweiten. Das Unternehmen ist fest entschlossen, zum Aufbau einer neuen Ära der nationalen Informationsindustrie einen gewichtigen Teil beizutragen. Die DaTang Telecom Technology and Industry Group ist eine große Industriegruppe, die  den chinesischen und internationalen Telekommunikationsmarkt bedient. Sie ging aus der China Academy of Telecommunications Technology (CATT) hervor und vereint die Kapazität von zwölf  Forschungsinstituten und Entwicklungszentren, sieben Industriebeteiligungen, einem Designinstitut und einem am Aktienmarkt notierten Unternehmen. Insgesamt umfasst die Gruppe mehr als 7.000 Beschäftigte.

Der Siemens-Bereich Information and Communication Mobile (IC Mobile) deckt das komplette Mobilfunkgeschäft mit Kommunikationsendgeräten, Netzwerktechnik und mobilen Anwendungen ab. Bei den Kommunikationsendgeräten reicht das Produktspektrum von Mobiltelefonen und drahtlosen Übertragungsmodulen über mobile Organizer bis hin zu schnurlosen Telefonen sowie Produkten für Wireless Home Networks. Bei der Infrastruktur umfasst das Angebot die gesamte GSM, GPRS und UMTS Netzwerktechnik von Basisstationen über Vermittlungstechnik bis hin zu intelligenten Netzwerken für z.B. Prepaid-Dienste. Das Angebot an mobilen Anwendungen besteht aus Diensten für Unified Messaging, ortsabhängigen Diensten und Lösungen für mobiles Bezahlen per Handy. Im Geschäftsjahr 2000 (30. September) erzielte der Bereich einen Umsatz von 9 Mrd. EUR, der Gewinn vor Zinsen und Ertragssteuern (EBIT) betrug 758 Mio. EUR. IC Mobile beschäftigt weltweit 27.700 Mitarbeiter.

Diese Pressemitteilung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung von Siemens beruhen. Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen dieser  vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir nicht dafür garantieren, dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen verursachen können, gehören u.a.: Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einführungen von Konkurrenzprodukten, mangelnde Akzeptanz neuer Produkte oder Dienstleistungen und Änderungen der Geschäftsstrategie. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch Siemens ist weder geplant noch übernimmt Siemens die Verpflichtung dazu.

 Siemens AG
Corporate Communications
Presseabteilung
80312 München
Tel.: +49 89 636 41325

Pressereferat
Information and Communication Mobile Networks
Florian Kreutz
81359 München
Tel.: +49 89 722-37678; Fax: -44780
E-Mail: florian.kreutz@icn.siemens.de

Pressereferat |

Weitere Berichte zu: 3GPP CATT Division GSM TD-SCDMA Technology Telecommunication

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Supercomputer „Hawk“ eingeweiht: Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart erhält neuen Supercomputer
19.02.2020 | Universität Stuttgart

nachricht Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter
19.02.2020 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics