Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitale Superhirne verarbeiten Milliarden Flops

18.11.2002


Dass die Datenvolumina in Unternehmen wachsen, ist unumstritten. Informationen im zweistelligen Terabyte-Bereich sind längst keine Seltenheit mehr und stellen auch neue Herausforderungen an Rechnerleistung und Kapazitäten. Ein Thema, mit dem sich auch die Wissenschaft bei der Entwicklung so genannter Super-Computer auseinander setzt. Insgesamt seien nach Angaben des Branchendienstes Primeur Live (http://www.hoise.com/) hierzulande unglaubliche 20 Flops an Rechenleistung installiert - das entspricht 20 Billionen oder 20.000 Milliarden Operationen in der Sekunde. Die in Fachkreisen "Numbercruncher" genannten Riesenrechner stehen etwa beim Deutschen Wetteramt in Offenbach, in den Rechenzentren der Universitäten Heidelberg und Hannover, am Konrad-Zuse-Zentrum für die Informationstechnik in Berlin oder bei BMW in München.



Die Hochleistungscomputer lösen umfangreiche mathematische Probleme für Strömungs-Simulationen, Klimaforschung, Wettervorhersagen, virtuelle Crashtests, Simulationen von Atombombentests, Astrophysik oder medizinische Forschung. Doch auch in der Telekommunikation und im Bankenwesen wird immer öfter High Performance Computing (HPC) angewendet.



Spitzenreiter aus Japan

In Deutschland und Europa gibt es keine HPC-Industrie. Allerdings findet die wichtigste europäische Supercomputer-Konferenz alljährlich in Heidelberg statt (http://www.supercomp.de/). Zu diesem Anlass präsentierte Organisator Hans-Werner Meuer, Professor an der Universität Mannheim, auch dieses Jahr die Top-500 der schnellsten Rechner der Welt (http://www.top500.org/). Einsamer Spitzenreiter ist momentan der Klimarechner "Earth Simulator" von NEC mit einer Rechenleistung von 35 TFlops. Der Koloss, für den eigens ein neues Gebäude in Tokyo errichtet wurde, verbindet verschiedene komplexe Simulationssysteme miteinander. So wird das Klima mit den globalen Wasserläufen und Ozeanen in ein Modell integriert. "Der Earth Simulator rechnet etwa fünfmal schneller als die Nummer 2 des Rankings, ASCI White von Intel", kommentiert Meuer. Anders als ihre amerikanischen Mitbewerber setzen die Japaner auf Vektorverarbeitung. Meuers Einschätzung lautet: "Nach Numerical Wind Tunnel von Fujitsu ist erstmals seit 1995 wieder ein Vektorrechner das schnellste System. Ich gehe davon aus, dass der Earth Simulator seine Top-Position wie damals das Fujitsu-Modell für mindestens zwei Jahre halten kann."

Neue Speicherdimensionen

Natürlich müssen die Ergebnisse der umfangreichen Berechnungen auch entsprechend gespeichert werden. Viele HPC-Rechner verfügen über integrierte Speicherfunktionen. Diese proprietären Lösungen genügen heutigen Anforderungen nach Online-Verteilung der Informationen und Höchstverfügbarkeit oft nicht mehr. Für den schnellsten Superrechner Europas bei der Französischen Atomenergiekommission (CEA) laufen 50 Terabyte Daten über ein dediziertes Storage Area Network (SAN) in eigens entwickelte Plattensysteme. In Maryland entsteht für den Biokonzern Applera (http://www.applera.com/) momentan eines der größten Hochleistungsrechenzentren für Bioinformatik. EMC realisiert dort eine automatisierte und vernetzte Speicherinfrastruktur für 150 Terabyte Kapazität (zur Pressemeldung). Dazu Tama Olver, CIO bei Applera: "Informationen können in offenen Umgebungen besser, verlässlicher und effizienter verteilt werden. Dazu sind vernetzte Lösungen mit hoch performanten Speichersystemen und innovativer Speicher-Software nötig."

Die astronomischen Informationsvolumina in der Bioinformatik entstehen unter anderem bei der Entschlüsselung der menschlichen Genstruktur. Ohne die Hilfe von Superrechnern kann die Datenflut zum menschlichen Erbgut nicht bewältigt werden. Der HPC-Hersteller IBM kündigt deshalb für 2005 die nächsten Superlative an. Dann soll die schnellste Rechenmaschine der Welt "Blue Gene" vorgestellt werden. Eine Billiarde Rechenoperationen wird das System mit einer Million Prozessoren abarbeiten. Damit ist der Supercomputer 80.000 mal schneller, als der Rechner, der Gari Casparov 1997 im Schach besiegt hat.

| EMC

Weitere Berichte zu: Bioinformatik Kapazität Simulator

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker
17.08.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit
16.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics