Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Fahrstromschiene als Datenleitung

30.09.2002


Das Bild zeigt die Forscher im Testzentrum des Siemens-Bereichs Transportation Systems in Wildenrath bei der Verifizierung der Ergebnisse an einem Oberleitungssystem.
Siemens Pressebild


"Powerline Communication" für U-Bahn erfolgreich getestet


Prinzipiell lassen sich Daten auch über das Stromnetz übertragen. Besonders interessante Anwendungen hat diese so genannte "Powerline Communication" im Industriebereich und im Verkehrswesen. Einen Durchbruch haben nun die Siemens-Forscher in Erlangen erreicht. Es ist ihnen gelungen, im Rahmen eines Feldversuchs Daten zuverlässig über die Bahnstromversorgung der Nürnberger U-Bahn zu übertragen. Dieses Ergebnis wurde im Testzentrum des Siemens-Bereichs Transportation Systems in Wildenrath an einem Oberleitungssystem verifiziert. Damit lassen sich in Zukunft alle Informationen für die Zugsteuerung ohne zusätzliche Verkabelung oder Funknetze direkt über die Bahnstromversorgung zur und von der jeweiligen Nahverkehrsbahn übertragen.

Weil weder Bahnstromversorgung noch die Fahrzeuge für die Übertragung hochfrequenter Signale ausgelegt sind, waren hierbei erhebliche Probleme zu lösen: Zum einen verursachen die Gleichrichter in den Unterwerken hochfrequente Störungen beträchtlicher Energie. Zum anderen wird ein Großteil der zur Datenübertragung eingespeisten Signalenergie in der kapazitiven Schutzbeschaltung der Gleichrichter "vernichtet", steht also zur Datenübertragung nicht mehr zur Verfügung. Zusätzlich erschwert wird die Kommunikation durch Lichtbogenerscheinungen zwischen Stromabnehmer und Schiene sowie Störungen, die die Fahrzeuge selbst verursachen. Außerdem ist der nutzbare Sendepegel sehr niedrig, da die zulässigen Grenzwerte für die EMV-Abstrahlung streng eingehalten werden müssen.


Die Siemens-Forscher haben sich durch diese schwierigen Vorgaben nicht entmutigen lassen. Sie übertragen die Daten mit Hilfe des für Powerline Communication besonders geeigneten Modulationsverfahrens OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplexing) in Form hochfrequenter Signale. Die Parameter des OFDM-Verfahrens sind dabei besonders auf die Gegebenheiten in Bahnsystemen abgestimmt. Darüber hinaus haben sie eine Lösung gefunden, mit der die Bahnstromversorgung durch einfache, kostengünstige Maßnahmen so verändert werden kann, dass die Signalübertragung erheblich erleichtert wird.

Die erfolgreiche Übertragung von Daten über die Fahrleitung von U-Bahnsystemen eröffnet völlig neue Märkte und technische Möglichkeiten für die Steuerung von Bahnsystemen. Durch den Wegfall spezieller Übertragungsstrecken wird die Signalisierung und Steuerung des Bahnbetriebs einfacher, billiger und zuverlässiger. Darüber hinaus können die dort in einem extrem rauen Umfeld gewonnenen Erfahrungen auch für normale Industrieanwendungen, z. B. für die Steuerung von Motoren in Fabrikationsanlagen verwendet werden.

Der Siemens-Bereich Transportation Systems plant, die Datenübertragung über die Fahrleitung erstmals in Asien für Nahverkehrszüge einzusetzen.

Dr. Hartmut Runge | Für die Fachpresse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Mobilfunkstrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen

19.07.2018 | Studien Analysen

Mit dem Nano-U-Boot gezielt gegen Kopfschmerzen und Tumore

19.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics