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Zuverlässigkeit biometrischer Systeme verbessern - GI fordert internationale Standards

10.09.2002


Biometrische Systeme bergen Chancen und Gefahren gleichermaßen. Um eine effiziente und sichere Entwicklung dieser Systeme zu begleiten und gleichzeitig Missbrauch und Fehlentwicklungen vorzubeugen, fordert die Gesellschaft für Informatik strenge Maßstäbe bei der Anwendung.

Biometrische Systeme sind insbesondere seit den Terroranschlägen vom 11. September letzten Jahres ein viel diskutiertes Thema. Iriserkennung, digitale Fingerabdrücke und Gesichtserkennung werden bereits bei der Zugangskontrolle von Passagieren an Flughäfen eingesetzt und sollen in Zukunft unter anderem auch bei der Erstellung von Personaldokumenten zur Anwendung kommen.

Biometrische Systeme enthielten allerdings immer auch die Gefahr des Missbrauchs, warnte GI-Präsident Heinrich C. Mayr. Deshalb sei eine Verbesserung der Sicherheit und der Zuverlässigkeit unabdingbar, sollten entsprechende Systeme einen breiten Einsatz finden. Insbesondere internationale Standards seien hier gefragt: "Für biometrische Sicherheitsanwendungen sind international standardisierte Test- und Bewertungsverfahren zwingend erforderlich."

Die Anwendung biometrischer Überwachungssysteme müsse darüber hinaus strengstens geregelt und limitiert werden, um einerseits die missbräuchliche Nutzung zu unterbinden, andererseits auch Fehler zu vermeiden. "Es darf nicht passieren, dass ein unschuldiger Tourist auf Grund fehlerhafter biometrischer Systeme verdächtigt wird", warnte Mayr.

Nur wenn biometrische Systeme in Zukunft einwandfrei und sicher funktionieren, internationalen Standards entsprechen und vor allem auch die datenschutzrechtlichen Bestimmungen einhalten, werden sie in der Bevölkerung die nötige Akzeptanz finden, um nutzbringend eingesetzt werden zu können, sagte Mayr.

Die Gesellschaft für Informatik hat dazu eine Fachgruppe "Biometrie und elektronische Signaturen" (BIOSIG) unter der Leitung von Arslan Brömme, Diplominformatiker der Universität Hamburg gegründet, die die Aktivitäten im Zukunftsfeld "Biometrische Systeme" bündeln und die Forschung zur Biometrie vorantreiben soll. Brömme: "Neben der weiteren Entwicklung der Technik kümmert sich die Fachgruppe auch darum, biometrische Systeme zuverlässiger zu machen und auch Datenschutzaspekte bereits im Systemdesign zu berücksichtigen."

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) wurde 1969 in Bonn mit dem Ziel gegründet, die Informatik zu fördern. Sie verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Die Mitglieder der GI kommen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Lehre und Forschung. Derzeit hat die GI rund 24.000 Mitglieder und ist damit die größte Vertretung von Informatikerinnen und Informatikern im deutschsprachigen Raum.

Cornelia Winter | idw
Weitere Informationen:
http://www.gi-ev.de/

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