Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Testfahrt in der Hohen Tatra: Forscher untersuchen den Einsatz des Satellitensystems Galileo bei Eisenbahnen

03.06.2008
Es ist eine Premiere unter rauen Bedingungen: 1000 Meter über dem Meeresspiegel führen Wissenschaftler am 6. Juni ein Eisenbahnzug vor, der mit einem neuen, satellitengestützten Verfahren geortet wird.

Ein Regionalzug testet ab dann ein Jahr lang im Nationalpark Hohe Tatra in der Slowakei das Ortungssystem auf seine Praxistauglichkeit. Die 30 Kilometer lange Strecke durch das Hochgebirge stellt durch alpines Klima und die geographischen Besonderheiten hohe Herausforderungen an die Technik.

Ziel ist es, den Bahnverkehr durch den Einsatz der Satellitenortung sicherer und gleichzeitig kostengünstiger zu gestalten.

Anders als beim Navigationsgerät im Auto kann die Ortung bei Zügen über deren Sicherheit entscheiden. Sie dient nicht nur der Zusatzinformation des Fahrers, sondern beeinflusst zum Beispiel die Abstandshaltung, die Geschwindigkeitsüberwachung und die Gleisfreimeldung. Vor diesem Hintergrund haben Wissenschaftler der Technischen Universität Braunschweig, des DLR Braunschweig und der Universität Karlsruhe gemeinsam mit Industriepartnern ein fahrzeugautarkes Ortungsmodul konzipiert. Sensoren am Fahrzeug erfassen Details der Schienenbefestigungen und der Weichenanlagen.

... mehr zu:
»Galileo »Verkehrssicherheit

Ein Satellitenempfänger und eine digitale Karte des Schienennetzes ermöglichen erstmals die genaue Positionsbestimmung von Zügen, ohne dass, wie bisher üblich, technische Einrichtungen an der Eisenbahnstrecke vorhanden sein müssen. Damit sollen in Zukunft Sicherungsaufgaben effizienter realisiert werden.

Die Position muss dazu genau und sicher bestimmt werden können. Um dies nachzuweisen, wird ein Vergleichssystem benötigt. Das Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik der Technischen Universität Braunschweig hat hierfür ein unabhängiges Ortsreferenzsystem entwickelt, das mit einer Genauigkeit im Dezimeterbereich arbeitet. Das Braunschweiger Forscherteam untersucht seit langem den Einsatz satellitenbasierter Systeme zur Ortung im Verkehr. Die satellitenbasierten Ortungstechnologien sollen zeitgleich mit dem Ausbau von Galileo bis zur Einsatzreife weiterentwickelt werden.

In dem Gesamtprojekt arbeiten Forscher aus der TU Braunschweig (Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik unter der Leitung von Prof. Eckehard Schnieder), dem DLR Braunschweig (Institut für Verkehrssystemtechnik unter der Leitung von Prof. Karsten Lemmer), der Universität Karlsruhe (Institut für Mess- und Regelungstechnik unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Stiller) und Bombardier Transportation zusammen. Die slowakischen Eisenbahnen und die Braunschweiger Partneruniversität Zilina unterstützen das wissenschaftlich-industrielle Konsortium vor Ort. Das Forschungsvorhaben mit dem Namen "DemoOrt" wird mit über einer Million Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert.

Im Rahmen der internationalen Eisenbahnkonferenz ZEL 2008 in Zilina wird der Testzug am 6. Juni 2008 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. 80 Expertinnen und Experten aus europäischen Eisenbahnunternehmen und Forschungseinrichtungen, der Europäischen Galileo-Agentur (GSA), des Internationalen Eisenbahnverbandes (UIC) und Ausrüsterfirmen haben sich zum Konferenztag am 6. Juni 2008 in Stary Smokovec angemeldet. Sie informieren sich über den Stand von Galileo, die Anforderungen und Einsatzmöglichen bei Eisenbahnen und nehmen anschließend an einer Demonstrationsfahrt mit dem Ortungs- und Referenzsystem auf der Teststrecke teil.

Kontakt:

Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Eckehard Schnieder
Technische Universität Braunschweig
Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik
Langer Kamp 8
D-38106 Braunschweig
Tel.: +49 531 391 3317
Fax.: +49 531 391 5197
sek@iva.ing.tu-bs.de

Ulrike Rolf | idw
Weitere Informationen:
http://www.iva.ing.tu-bs.de/
http://www.tu-braunschweig.de/

Weitere Berichte zu: Galileo Verkehrssicherheit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicherheitsanforderungen für Unternehmen steigen – so sieht eine moderne IT-Sicherheitsstrategie aus!
14.02.2020 | businessAD

nachricht Skyrmionen mögen es heiß – Spinstrukturen auch bei hohen Temperaturen steuerbar
13.02.2020 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente menschliche Organe ermöglichen dreidimensionale Kartierungen auf Zellebene

Erstmals gelang es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, intakte menschliche Organe durchsichtig zu machen. Mittels mikroskopischer Bildgebung konnten sie die zugrunde liegenden komplexen Strukturen der durchsichtigen Organe auf zellulärer Ebene sichtbar machen. Solche strukturellen Kartierungen von Organen bergen das Potenzial, künftig als Vorlage für 3D-Bioprinting-Technologien zum Einsatz zu kommen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um in Zukunft künstliche Alternativen als Ersatz für benötigte Spenderorgane erzeugen zu können. Dies sind die Ergebnisse des Helmholtz Zentrums München, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität München (TUM).

In der biomedizinischen Forschung gilt „seeing is believing“. Die Entschlüsselung der strukturellen Komplexität menschlicher Organe war schon immer eine große...

Im Focus: Skyrmions like it hot: Spin structures are controllable even at high temperatures

Investigation of the temperature dependence of the skyrmion Hall effect reveals further insights into possible new data storage devices

The joint research project of Johannes Gutenberg University Mainz (JGU) and the Massachusetts Institute of Technology (MIT) that had previously demonstrated...

Im Focus: Skyrmionen mögen es heiß – Spinstrukturen auch bei hohen Temperaturen steuerbar

Neue Spinstrukturen für zukünftige Magnetspeicher: Die Untersuchung der Temperaturabhängigkeit des Skyrmion-Hall-Effekts liefert weitere Einblicke in mögliche neue Datenspeichergeräte

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen weiteren...

Im Focus: Making the internet more energy efficient through systemic optimization

Researchers at Chalmers University of Technology, Sweden, recently completed a 5-year research project looking at how to make fibre optic communications systems more energy efficient. Among their proposals are smart, error-correcting data chip circuits, which they refined to be 10 times less energy consumptive. The project has yielded several scientific articles, in publications including Nature Communications.

Streaming films and music, scrolling through social media, and using cloud-based storage services are everyday activities now.

Im Focus: Nanopartikel können Zellen verändern

Nanopartikel dringen leicht in Zellen ein. Wie sie sich dort verteilen und was sie bewirken, zeigen nun erstmals hochaufgelöste 3D-Mikroskopie-Aufnahmen an BESSY II. So reichern sich bestimmte Nanopartikel bevorzugt in bestimmten Organellen der Zelle an. Dadurch kann der Energieumsatz in der Zelle steigen. „Die Zelle sieht aus wie nach einem Marathonlauf, offensichtlich kostet es Energie, solche Nanopartikel aufzunehmen“, sagt Hauptautor James McNally.

Nanopartikel sind heute nicht nur in Kosmetikprodukten, sondern überall, in der Luft, im Wasser, im Boden und in der Nahrung. Weil sie so winzig sind, dringen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

Alternative Antriebskonzepte, technische Innovationen und Brandschutz im Schienenfahrzeugbau

07.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Flexibles Fügen und wandlungsfähige Prozessketten: der Schlüssel für effiziente Produktion

17.02.2020 | Interdisziplinäre Forschung

AgiloBat: Batteriezellen flexibel produzieren

17.02.2020 | Energie und Elektrotechnik

Nierenkrebs an der Wurzel packen

17.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics