Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter lernen Gesten und Gesichtsausdrücke verstehen

16.05.2008
Forscher wollen sichere Zusammenarbeit mit Menschen ermöglichen

Das Projekt "Cooperative Human Robot Interaction Systems" (CHRIS) http://164.11.131.110 hat zum Ziel, Robotern beizubringen, wie sie Gesten, Blicke und andere Formen der menschlichen Rückmeldung interpretieren. Damit wollen Forscher am Bristol Robotics Lab (BRL) der University of Bristol und der University of West England neue Einsatzmöglichkeiten eröffnen.

"Der wesentliche Aspekt des Projektes sind die Grundlagen der Anwendung mit menschlicher Interaktion", erklärt BRL-Direktor Chris Melhuish im Gespräch mit pressetext. Genau dazu sollen die kognitiven Fähigkeiten der Roboter verbessert werden.

Automatisierte, autonome Roboter sind unter anderem in Produktionsanlagen bereits praxisbewährt. Problematischer sei der Einsatz in Bereichen, die eine Interaktion und Zusammenarbeit mit Menschen erfordern, beispielsweise in der Küche oder im Pflegebereich, so Melhuish. "Ein Roboter, der stark genug ist, um nützlich zu sein, ist auch stark genug, um gefährlich zu sein", erläutert der Wissenschaftler. Im Rahmen von CHRIS wollen die Forscher Robotern daher beibringen, ähnlich wie Menschen Gesichtsausdrücke, Körperhaltung, Gesten und Augenkontakte zu interpretieren. Zusammen mit einem Verständnis der Aufgabenstellung könne so gewährleistet werden, dass Roboter diese in die Tat umsetzen, ohne dabei Menschen zu gefährden.

... mehr zu:
»CHRIS »Roboter

Als ein Beispiel dient Melhuish das gemeinsame Kochen einer Suppe. "Der Roboter muss nicht nur das Ziel - Suppe machen - verstehen, sondern auch, wie stark er umrühren soll", beschreibt der Forscher. Auch müsse der Roboter den Ausdruck von Schmerz auf dem Gesicht des Menschen interpretieren können, falls dieser mit heißer Suppe angespritzt wird. Weiters müsse der Roboter die gehobene Hand als Zeichen, dass etwas genug ist, erkennen und verstehen, wenn er durch ein einfaches Kommando aufgefordert wird, mit dem Rühren aufzuhören. "Ziel des Projekts ist jene Regeln zu entwickeln, die wir benötigen, um diesen Grad an Ausgereiftheit bei Service-Robotern zu erreichen, die eng mit Menschen zusammenarbeiten", erklärt Melhuis. Der Fokus werde dabei auf nicht-sprachlicher Kommunikation liegen, doch rudimentäre Kommandos wie "Stopp" oder "Hier" würden berücksichtigt.

"Eine wesentliche Annahme bei unserem Projekt ist, dass es für unsere Gesellschaft und Wirtschaft von Vorteil sein wird, Service-Roboter zu entwickeln, die zu sicherer physischer Zusammenarbeit mit Menschen fähig sind", erklärt Melhuish. Die Forschung im Rahmen von CHRIS werde dazu einen Puzzle-Stein liefern, das mit den Ergebnissen anderer Projekte kombiniert werden könne. "In Zukunft auch Lautsprache zu berücksichtigen ist etwas, woran wir sehr interessiert sind", nennt der Forscher gegenüber pressetext ein Beispiel. Er sieht die Roboter am Anfang einer rasanten Entwicklung, wie sie die Luft- und Raumfahrt nach dem ersten Flug der Gebrüder Wright im Jahr 1903 durchlaufen hat.

Das auf vier Jahre anberaumte Projekt wird von der EU-Komission als Framework-7-Projekt finanziert. Als Forschungs-Partner beteiligt sind das Centre National Recherche Scientifique in Toulouse, die Universite de Lumiere Lyon, das Italian Institute of Technology in Genua, und Max-Planck-Institut in Leipzig.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.brl.ac.uk

Weitere Berichte zu: CHRIS Roboter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics