Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirksame Abwehr geheimer Handy-Botschaften

11.03.2008
Forschungsprojekt liefert effizienten Lösungsansatz

Das Forschungsprojekt StegIT an der Fachhochschule St. Pölten hat aufgezeigt, wie die Übermittlung geheimer Nachrichten in Audio- und Bilddateien verhindert werden kann. Eine gezielte Veränderung von Datenpaketen unterbindet bestimmte verborgene Botschaften, ohne dabei die normale Sprach- oder Bildübertragung zu stören. Damit wird es möglich, verdeckten Informationstransfer via Handy oder VoIP zu erschweren.

Verschleierte Botschaften in Audio- oder Bilddateien, die sogenannte Steganografie, kommen etwa in der Wirtschaftsspionage oder bei Terrororganisationen, darunter die Al-Kaida, zum Einsatz. "Digitalisierte Audio- und Videodateien enthalten ein sogenanntes Rauschen. Dieses Rauschen bietet genügend Platz für die unauffällige Einbettung geheimer Botschaften", erklärt Ernst Piller, Leiter wissenschaftlicher Arbeiten am Studiengang IT Security der FH St. Pölten. Das einfachste Verfahren dazu ist die LSB-Methode (Least Significant Bit), bei der eine Nachricht in den niederwertigsten Bits einzelner Werte versteckt wird. "Zu LSB gibt es Angriffsmethoden zum Download im Internet", betont Piller gegenüber pressetext deren praktische Bedeutung. Andere Steganografiemethoden seien sowohl in Durchführung als auch Abwehr komplexer.

Am Beispiel der LSB-Methode ist das Projekt StegIT über die reine Machbarkeitsstudie hinaus gegangen. "Wir haben ein Verfahren komplett ausgearbeitet", meint Piller. Durch eine prophylaktische Datenveränderung wird die LSB-Methode dabei vollständig abgewehrt. Mithilfe von Zufallszahlengeneratoren und mathematischen Operationen wird bei Übertragungen ein unhörbares Rauschen hinzugefügt. Dadurch ist eine etwaige versteckte Botschaft nicht mehr dechiffrierbar. Ein wesentlicher Vorteil dieses Ansatzes ist, dass geheime Nachrichten zur Abwehr nicht erst aufwändig nachgewiesen werden müssen.

... mehr zu:
»LSB-Methode »StegIT

Die Datentransformation übernimmt dabei eine Hardware, zu der ein Prototyp entwickelt wurde. Sie könnte beim Mobilfunk - oder Internetserviceprovider zum Einsatz kommen. Dabei würden die eigentlichen Informationsinhalte von Übertragungen nicht gesichtet oder abgehört. Damit ist der Datenschutz gewährleistet. Die Frage der Datenechtheit ist komplexer, wie Piller bestätigt. Obwohl nur Veränderungen vorgenommen werden, die an der Technik - etwa Aufnahmemikrofonen - liegen könnten, bleibt juristisch die Frage, ob derartige Änderungen nachträglich zulässig seien. Piller hält eine Mitgenehmigung bei Abhöranordnungen für einen möglichen ersten Schritt.

Im Rahmen des Forschungsprojekts StegIT haben Mitarbeiter der FH St. Pölten gemeinsam mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung und dem Bundeskriminalamt an Methoden zur Abwehr steganografischer Angriffe gearbeitet. In einem Folgeprojekt sollen zusätzliche Abwehrverfahren sowie ein gegen vielfälftige stenografische Angriffe robuster Prototyp entwickelt werden.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fh-stpoelten.ac.at

Weitere Berichte zu: LSB-Methode StegIT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Kryptografie für das Auto der Zukunft
11.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Mit einer WebApp passende Grünflächen aufspüren – Interessierte können jetzt Beta-Version testen
11.10.2019 | Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Controlling superconducting regions within an exotic metal

Superconductivity has fascinated scientists for many years since it offers the potential to revolutionize current technologies. Materials only become superconductors - meaning that electrons can travel in them with no resistance - at very low temperatures. These days, this unique zero resistance superconductivity is commonly found in a number of technologies, such as magnetic resonance imaging (MRI).

Future technologies, however, will harness the total synchrony of electronic behavior in superconductors - a property called the phase. There is currently a...

Im Focus: Ultraschneller Blick in die Photochemie der Atmosphäre

Physiker des Labors für Attosekundenphysik haben erkundet, was mit Molekülen an den Oberflächen von nanoskopischen Aerosolen passiert, wenn sie unter Lichteinfluss geraten.

Kleinste Phänomene im Nanokosmos bestimmen unser Leben. Vieles, was wir in der Natur beobachten, beginnt als elementare Reaktion von Atomen oder Molekülen auf...

Im Focus: Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Wie kommt es, dass manche Neutronensterne zu den stärksten Magneten im Universum werden? Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Entstehung dieser sogenannten Magnetare hat ein deutsch-britisches Team von Astrophysikern gefunden. Die Forscher aus Heidelberg, Garching und Oxford konnten mit umfangreichen Computersimulationen nachvollziehen, wie sich bei der Verschmelzung von zwei Sternen starke Magnetfelder bilden. Explodieren solche Sterne in einer Supernova, könnten daraus Magnetare entstehen.

Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Im Focus: How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

How do some neutron stars become the strongest magnets in the Universe? A German-British team of astrophysicists has found a possible answer to the question of how these so-called magnetars form. Researchers from Heidelberg, Garching, and Oxford used large computer simulations to demonstrate how the merger of two stars creates strong magnetic fields. If such stars explode in supernovae, magnetars could result.

How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

Im Focus: Wenn die Erde flüssig wäre

Eine heisse, geschmolzene Erde wäre etwa 5% grösser als ihr festes Gegenstück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Forschenden der Universität Bern. Der Unterschied zwischen geschmolzenen und festen Gesteinsplaneten ist wichtig bei die Suche nach erdähnlichen Welten jenseits unseres Sonnensystems und für das Verständnis unserer eigenen Erde.

Gesteinsplaneten so gross wie die Erde sind für kosmische Massstäbe klein. Deshalb ist es ungemein schwierig, sie mit Teleskopen zu entdecken und zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Bildung.Regional.Digital: Tagung bietet Rüstzeug für den digitalen Unterricht von heute und morgen

10.10.2019 | Veranstaltungen

Zukunft Bau Kongress 2019 „JETZT! Bauen im Wandel“

10.10.2019 | Veranstaltungen

Aktuelle Trends an den Finanzmärkten im Schnelldurchlauf

09.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IZM setzt das E-Auto auf die Überholspur

11.10.2019 | Energie und Elektrotechnik

IVAM-Produktmarkt auf der COMPAMED 2019: Keine Digitalisierung in der Medizintechnik ohne Mikrotechnologien

11.10.2019 | Messenachrichten

Kryptografie für das Auto der Zukunft

11.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics