Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vögel beobachten mit Hightech-Ausrüstung

22.02.2008
Gemeinsames Projekt der Freien Universität Berlin, der Oxford-Universität und der Forschungseinrichtung Microsoft Research Cambridge

Eine Wissenschaftlergruppe der Freien Universität Berlin, der Oxford-Universität und der Forschungseinrichtung Microsoft Research Cambridge haben ein innovatives Beobachtungssystem für Tiere erprobt.

Die neue Technik ermöglicht es, das Verhalten von Tierpopulationen zu erfassen und deren Anfälligkeit für Umwelteinflüsse auszuwerten. Das System ist bereits erfolgreich eingesetzt worden bei der Beobachtung des Schwarzschnabel-Sturmtauchers, einer gefährdeten Seevogelart, die an den Küsten von Wales beheimatet ist. Beim Forschungsprojekt haben Wissenschaftler des Instituts für Informatik der Freien Universität die Technik entwickelt und liefern die Rohdaten. Diese werten Forscher der Oxford-Universität und der Forschungseinrichtung Microsoft Research Cambridge ornithologisch aus. Eine zweite Projektetappe beginnt in diesem Frühjahr.

Die an der Freien Universität entwickelte Technik kombiniert drahtlose Sensornetzwerke mit RFID (Radio Frequency Identification). Das System ermöglicht die Fernbeobachtung und -analyse von Vögeln in Echtzeit. Ultraleichte RFID-Transponder, die die einzelnen Vögel über elektromagnetische Wellen identifizieren, sind an den Beinringen der Vögel angebracht. Eine Reihe von drahtlosen Sensoren in den Höhlen, in die sich die Schwarzschnabel-Sturmtaucher nachts zurückziehen, informieren die Forscher sofort über Ankunft und Abflug der Tiere sowie über Temperatur und Luftfeuchtigkeit der Höhlen.

... mehr zu:
»Forschungseinrichtung

Alle Daten werden automatisch an eine Basisstation übermittelt, die die Informationen an eine Datenbank weiterleitet. Diese ist für beteiligte Wissenschaftler weltweit einsehbar. Bevor die neue Technik der Freien Universität eingesetzt wurde, beobachteten Forscher die Vögel nur mit GPS-Datensammlern von der Oxford-Universität. Der Nachteil: Hierfür mussten die Vogelhöhlen nachts alle 20 bis 30 Minuten inspiziert werden. Das beschränkte die Zahl der beobachteten Vögel und band zudem immense Arbeitskraft.

Mit der zusätzlichen neuen Technik können die Bewegungen der Vögel und der Zustand deren Behausung einfacher und mit mehr Details erfasst werden. In der nun beginnenden Projektphase arbeiten die Informatiker der Freien Universität daran, das System weiter zu automatisieren. In der nahen Zukunft sollen die von den GPS-Loggern erfassten Daten per Funk an das Sensornetzwerk übertragen werden - das macht manuelles Ablesen überflüssig.

Dank der neuen Technik erwarten die Forscher Aufschlüsse über veränderte Verhaltensweisen der Tiere vor dem Hintergrund möglicher Klimaveränderungen: Seevögel reagieren sehr empfindlich auf sich wandelnde Umweltbedingungen. Zugleich sind sie ein Indikator für den Zustand der Ozeane, auf die sie angewiesen sind. Wegen ihrer weiten Wanderungen war ihr Verhalten aber bislang schwer aufzuzeichnen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gern:
Tomasz Naumowicz, Institut für Informatik der Freien Universität Berlin, E-Mail: Tomasz.Naumowicz@inf.fu-berlin.de; derzeit Forschungsaufenthalt in Cambridge, E-Mail: t-tonaum@microsoft.com

Kerrin Zielke | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de
http://research.microsoft.com/projects/cambridge/habitats

Weitere Berichte zu: Forschungseinrichtung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht TU Ilmenau entwickelt intelligente Sensorik zur Verarbeitung von Big Data
21.10.2019 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria
18.10.2019 | Fraunhofer Austria Research GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hohlraum vermittelt starke Wechselwirkung zwischen Licht und Materie

Forschern ist es gelungen, mithilfe eines mikroskopischen Hohlraumes eine effiziente quantenmechanische Licht-Materie-Schnittstelle zu schaffen. Darin wird ein einzelnes Photon bis zu zehn Mal von einem künstlichen Atom ausgesandt und wieder absorbiert. Das eröffnet neue Perspektiven für die Quantentechnologie, berichten Physiker der Universität Basel und der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift «Nature».

Die Quantenphysik beschreibt Photonen als Lichtteilchen. Will man ein einzelnes Photon mit einem einzelnen Atom interagieren lassen, stellt dies aufgrund der...

Im Focus: A cavity leads to a strong interaction between light and matter

Researchers have succeeded in creating an efficient quantum-mechanical light-matter interface using a microscopic cavity. Within this cavity, a single photon is emitted and absorbed up to 10 times by an artificial atom. This opens up new prospects for quantum technology, report physicists at the University of Basel and Ruhr-University Bochum in the journal Nature.

Quantum physics describes photons as light particles. Achieving an interaction between a single photon and a single atom is a huge challenge due to the tiny...

Im Focus: Freiburger Forschenden gelingt die erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten.

Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen...

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Forscher der Universität Münster gewinnen neue Einblicke in die Evolution von Proteinen

22.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Die nackte Wahrheit: Wenn ein Mikroorganismus seine Hüllen fallen lässt

22.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Es war wirklich der Asteroid

22.10.2019 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics