Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dolmetscher für Handy, Haustür, Playstation & Co. - Middleware für eingebettete Systeme

06.02.2008
Die meisten Computer begegnen uns heute nicht als herkömmliche Rechner, sondern als eingebettete Systeme in Handys, medizinischen Geräten, Industrierobotern oder der Auto-Elektronik.

Um Entwicklung und Vernetzung solcher Systeme zu beschleunigen und Manipulationen und Störungen zu verhindern, haben die Fraunhofer-Institute FIT und SIT im EU-Projekt Hydra eine kontextsensitive und sichere Middleware entwickelt, die sie erstmals vom 4. bis zum 9. März auf der Computermesse CeBIT in Hannover präsentieren.

Gezeigt wird der Prototyp am Beispiel eines sensorüberwachten Gebäudes, das per SMS über Einbruchsversuche oder Störungen informiert und sich auch per SMS steuern lässt. Um die Flexibilität der Middleware zu zeigen, läuft die Software auf einer Spielkonsole (Sony Playstation).

"Durch die Vernetzung von unterschiedlichen Geräten und Sensoren entstehen intelligente Umgebungen, die eine Situation automatisch richtig erfassen und angemessen reagieren können", sagt Julian Schütte vom Fraunhofer-Institut SIT. Ein Beispiel: Ein Kontaktsensor merkt, dass ein Fenster geöffnet wurde.

... mehr zu:
»SMS »Sensor

Gleichzeitig meldet ein Feuchtigkeitssensor im selben Raum, dass Wasser eindringt, und ein Wärmefühler stellt fest, dass gerade niemand zuhause ist.

Aus diesen Sensorinformationen folgert die intelligente Umgebung, dass der Bewohner vergessen hat, ein Fenster zu schließen, durch das jetzt Wasser in die Wohnung gelangt. Das System verschickt eine Warnung per SMS an den Wohnungsbesitzer und schlägt vor, den Hausmeister nach dem Rechten sehen zu lassen. Der Bewohner stimmt zu und schickt dem Hausmeister per SMS einen elektronischen Schlüssel, mit dem er eine Stunde lang die Wohnungstür öffnen kann. Der Hausmeister schließt das Fenster und das System gibt dem Bewohner Entwarnung.

Durch offene Schnittstellen will Hydra Entwickler intelligenter Umgebungen entlasten und die Herstellung von innovativen Systemen beschleunigen. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Vernetzung unterschiedlichster Geräte. "Hydra ermöglicht es Entwicklern, auf einfache Weise Geräte und Sensoren in eine bestehende, verteilte Infrastruktur zu integrieren. Dabei kümmert sich die Hydra Middleware automatisch auch um Aspekte wie Privatsphäre und Datenschutz", erklärt Rene Reiners vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT. Durch die Unterstützung mehrerer Betriebssystemarten und Programmiersprachen reduziert die Hydra Middleware zusätzlich die Komplexität bei der Entwicklung intelligenter Umgebungen. Diese Flexibilität der Middleware eröffnet Entwicklern ein breites Anwendungsfeld.

Typische Einsatzgebiete sind etwa Kliniken und Krankenhäuser, Flughäfen oder Produktionsanlagen mit großer räumlicher Ausdehnung. In all diesen Bereichen spielen IT-Sicherheit und Datenschutz traditionell eine große Rolle. Deshalb haben die Projektpartner die Kommunikation zwischen den Geräten abgesichert und auf ein Mindestmaß an notwendigen Informationen begrenzt. "Andernfalls ließen sich die intelligenten Umgebungssysteme zum Beispiel stören, manipulieren oder belauschen", sagt Schütte. "Das wäre nicht im Sinne der Nutzer, denn Einbrechern oder Terroristen wären sonst unter Umständen Tür und Tor geöffnet."

Oliver Küch | idw
Weitere Informationen:
http://www.sit.fraunhofer.de/

Weitere Berichte zu: SMS Sensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics