Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausweitung der Grid-Aktivitäten mit zwei neuen Forschungsprojekten

22.01.2010
Die GWDG hat in den letzten Monaten durch ihre Beteiligung an zwei neuen umfangreichen Forschungsprojekten, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit jeweils 1,5 Mio € über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert werden, ihre schon länger bestehenden Grid-Aktivitäten erheblich ausgeweitet und damit Göttingen als leistungsfähigen und etablierten Grid-Standort weiter gestärkt.

Grid-Computing ermöglicht einen standardisierten, einfachen und zuverlässigen Zugang zu einer Vielzahl von Hochleistungsrechnern und eröffnet damit sowohl der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung als auch den Forschungsaktivitäten der Industrie bisher ungeahnte Möglichkeiten.

Das Forschungsprojekt und Verbundvorhaben "OptiNum-Grid - Optimierung technischer Systeme und naturwissenschaftlicher Modelle mit Hilfe numerischer Simulationen" wurde von der GWDG als Konsortialführer und Koordinator mit zwei Partnern aus der Forschung und drei Partnern aus der Industrie für die 3. D-Grid-Förderrunde des BMBF initiiert. Die beiden Partner aus der Forschung sind zum einen die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Lehrstuhl für Informatik 3 - Rechnerarchitektur) und zum anderen die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. in München (Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Institutsteil Entwurfsautomatisierung EAS). Die drei Partner aus der Industrie sind die EQUIcon Software GmbH aus Jena, die ERAS Gesellschaft für Entwicklung und Realisation Adaptiver Systeme mbH aus Göttingen sowie die Zentrum Mikroelektronik Dresden AG.

Ziel des Projektes ist es, Dienste und Geschäftsmodelle zu entwickeln, mit denen numerische Simulations- und Optimierungsverfahren über das Grid bereitgestellt und genutzt werden können. Für die industriellen Partner ermöglicht der Zugang zu Grid-Ressourcen die zunehmend erforderliche Nutzung von numerischer Simulation und Optimierung in ihren Entwicklungs- und Produktionsabläufen, ohne den Aufwand der Beschaffung und des Betriebs der dafür notwendigen Infrastruktur in eigener Regie betreiben zu müssen. In vielen Bereichen nämlich ist heutzutage wegen zunehmender technischer Komplexität und steigender Produktsicherheitsanforderungen die Entwicklung innovativer neuer Produkte ohne Computersimulationen nicht mehr möglich, aber die dafür benötigte Computerleistung übersteigt oftmals die Grenzen insbesondere der mittelständischen Unternehmen. Mit der Öffnung des Grids für das breite Feld von Simulations- und Optimierungsanwendungen in der Forschung können Synergieeffekte durch Lastausgleich und erhöhte Auslastung von öffentlich geförderten Rechenressourcen erzielt werden.

An einem weiteren Verbundprojekt der 3. D-Grid-Förderrunde, "DGSI - D-Grid Scheduler Interoperability", ist die GWDG als Partner mit sechs weiteren Forschungseinrichtungen und einer Firma aus der Industrie beteiligt. In diesem Projekt sollen Verfahren entwickelt werden, die die gemeinsame Nutzung der zur Verfügung stehenden Rechen- und Speicherressourcen über die Grenzen der heterogenen Umgebung der vielen D-Grid-Communities hinweg ermöglichen. Die meisten Communities bzw. Service Grids im Rahmen von D-Grid müssen nämlich die Anforderung umsetzen, vorhandene Arbeitslast in effizienter Weise auf die angeschlossenen Ressourcen zu verteilen. Diese unter dem Sammelbegriff "Grid Scheduling" gefasste Problematik ist bereits innerhalb einer Community sehr komplex, community-übergreifend ist sie noch viel schwieriger zu bewältigen. Zu diesem Zweck werden die vorhandenen Systeme verschiedener Service Grids im Rahmen des Projekts an eine zu entwickelnde Interoperabilitätsschicht angebunden. Damit wird sichergestellt, dass die im D-Grid vorhandenen Rechen- und Speicherressourcen allen Communities nachhaltig zur Verfügung stehen können. Bei der Umsetzung wird konsequent auf anerkannte offene Standards gesetzt, um die Interoperabilität von D-Grid im internationalen Kontext zu stärken.

Über die GWDG:
Die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) ist eine gemeinsame Einrichtung der Georg-August-Universität Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts und der Max-Planck-Gesellschaft. Sie erfüllt die Funktion eines Rechen- und Kompetenzzentrums für die Max-Planck-Gesellschaft und des Hochschulrechenzentrums für die Universität Göttingen. Ihre wissenschaftlichen Forschungsaufgaben liegen im Bereich der Angewandten Informatik. Ferner fördert sie die Ausbildung von Fachkräften für Informationstechnologie.

Dr. Thomas Otto | idw
Weitere Informationen:
http://www.optinum-grid.de
http://www.d-grid-ggmbh.de/index.php?id=98

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit dem Nano-U-Boot gezielt gegen Kopfschmerzen und Tumore

19.07.2018 | Medizin Gesundheit

VDI sieht urbane Produktion und Logistik als integrale Teile der Stadt der Zukunft

19.07.2018 | Architektur Bauwesen

Infrarotsensor als neue Methode für die Wirkstoffentwicklung

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics