Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der sehende Peiler - Verknüpfung von Vorteilen

04.04.2011
Die Überwachung von Aktivitäten am Boden ist im militärischen Einsatz unabdingbar. Eine umfassende Observation ist Bestandteil der Vernetzten Operationsführung und trägt in hohem Maße zur Sicherheit der Einsatzkräfte bei.

Der Einsatz von unbemannten Flugkörpern ist ein gängiges Mittel zur Erhebung von notwendigen Daten. Unbemannte Luftsysteme UAS (engl. unmanned aerial systems) werden immer dann eingesetzt, wenn es für einen Piloten zu gefährlich oder riskant ist. Damit ein UAS sinnvoll eingesetzt werden kann, ist intelligente Sensorik notwendig um selbstständig oder ferngesteuert Aufklären zu können.

Mehrere Sensoren sichern Gesamtbild

In unübersichtlichen Gebieten müssen die erhobenen Daten eine engmaschige Überwachung garantieren. Ein visuelles Lagebild allein kann oftmals nicht den Ablauf des Geschehens in vollem Umfang darstellen. Ist eine Fahrzeugkolonne, die das beobachtete Gebiet durchquert, lediglich eine Transporteinheit oder wird hier unter dem Deckmantel eines Transports ein terroristischer Anschlag per Funkverkehr vorbereitet? Diese Frage kann nur beantwortet werden, wenn ein UAS feststellen kann, wo jemand über Funksignale kommuniziert, dies kann durch einen Peilsensor realisiert werden. Bei einem reinen Peilsensor verliert man allerdings das visuelle Lagebild.

Sinnvoll ist es daher, die unbemannten Aufklärungsflugzeuge mit mehreren Sensoren wie einer Kamera und einem Peilsender zusammengefasst in einem Netzwerk auszustatten. So kann der Peiler die Funksignale registrieren, die dann um die Kameraergebnisse, die ein scharfes optisches Bild ergeben, ergänzt werden. Die Vorteile des bildgebenden Sensors werden so mit den Vorteilen des Peilsenders verknüpft. Neben der Unterstützung der Bodenmannschaft durch ein optisches Lagebild kann die Lokalisierungsgenauigkeit deutlich gesteigert werden.

Neue Wärmebildkamera bildet einen weiteren Sensor

Die neue Wärmebildkamera "VarioCAM hr head" wird als zusätzlicher Sensor vom Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE in Wachtberg bei Bonn als Teilkomponente eines Aufklärungssystems verwendet, dass nicht nur luftgestützt, sondern auch stationär eingesetzt werden kann.

Sensordatenfusion erhöht die Genauigkeit

Die Abteilung Sensordaten- und Informationsfusion des Fraunhofer-Instituts FKIE hat für diese Aufgabe im Auftrag der Bundeswehr eine Lösung gefunden. In einem gemeinsam mit der Industrie durchgeführten Projekt entwickelten sie den notwendigen Peilsender als Basis für die Entwicklung. In Folge definierten die Entwickler die Algorithmen, um die anfallenden Daten aus Bildsensor und Peilsender zu einem sinnvollen Gesamtbild fusionieren zu können um die Vorteile beider Sensoren voll auszunutzen.

Auf der Hannover-Messe zeigen die FKIE-Forscher die neue Wärmebildkamera "VarioCAM hr head" in Halle 2, Stand D39 (Gemeinschaftsstand der Wissenschaftsregion Bonn).

Weitere Erläuterungen und Informationen zur Abteilung »Sensordaten- und Informationsfusion (SDF)« des Fraunhofer-Instituts FKIE finden Sie unter http://www.fkie.fraunhofer.de/sdf

Funktionsweise der Kamera "VarioCAM hr head":

Bei der "VarioCAM hr head" der Firma "InfraTec GmbH" handelt es sich um eine ungekühlte Wärmebildkamera, welche Strahlung im langwelligen Infrarotbereich (7,5 - 14 µm) empfängt. Dieser Bereich des elektromagnetischen Spektrums ermöglicht es, Temperaturen im Bereich von -40 bis 1200°C zu messen und kleinste Temperaturunterschiede (thermische Auflösung bei 30°C besser als 0,03 K) festzustellen. Bei einer Bildwiederholrate von bis zu 60Hz werden für 640 x 480 IR-Pixel Temperaturmessungen durchgeführt.

Dieser Sensor wird vom Fraunhofer-Institut FKIE als Teilkomponente eines Aufklärungssystems, welches sowohl luftgestützt als auch stationär eingesetzt werden kann, verwendet. Dabei ist der Schwerpunkt der Arbeiten die Fusion der umfangreichen, heterogenen und einander ergänzenden Daten zu leisten. Erst dadurch werden aus Datenströmen Entscheidungsgrundlagen hoher inhaltlicher Qualität. Neben der Entlastung von Routine- und Massenaufgaben erschließt die Fusion zueinander komplementärer Information qualitativ neuartiges und auf andere Weise nicht zugängliches Wissen.

Weitere Erläuterungen und Informationen zu den Arbeiten des Fraunhofer-Instituts FKIE und der Abteilung Sensordaten- und Informationsfusion SDF erhalten Sie im Internet unter www.fkie.fraunhofer.de und www.fkie.fraunhofer.de/sdf
oder bei Abteilungsleiter Privatdozent Dr. Wolfgang Koch
E-Mail: wolfgang.koch@fkie.fraunhofer.de
Tel.: +49 (0) 228 9435-273

Bernhard Kleß | idw
Weitere Informationen:
http://www.fkie.fraunhofer.de
http://www.fkie.fraunhofer.de/sdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Hohe Akzeptanz vor Markteinführung - Die Entwicklung des Großschranksystems VX25 von Rittal
24.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Rittal digitalisiert Fertigung - Produktion weltweit nach Industrie 4.0
25.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics