Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Lignin-Abbau bis zum Magnetsensor-Technologiebaukasten

29.03.2011
Universität Mainz präsentiert sich auf der Hannover Messe 2011

Im Rahmen der größten Industriemesse der Welt stellt die Johannes Gutenberg-Universität Mainz vom 4. bis 8. April in Hannover auf dem Gemeinschaftsstand „Forschung und Technologie aus Rheinland-Pfalz“ (Halle 2, Stand C 48) vier interessante und hochinnovative Projekte vor, die den Besuchern einen Eindruck von der wissenschaftlichen und technologischen Leistungsfähigkeit der Universität verschaffen sollen.

ELEKTRA – Elektrochemischer Abbau von Lignin zu Vanillin
Lignin ist ein Abfallstoff aus der Holzverarbeitung. Die Gewinnung von Vanillin aus Lignin ermöglicht einen eleganten Zugang zu einem der wichtigsten Aromastoffe und zu einem wertvollen chemischen Zwischenprodukt. Da in elektrochemischen Umsetzungen Strom als Reagenz dient, werden keine Reagenzabfälle erzeugt. Somit handelt es sich um ein besonders nachhaltiges und umweltfreundliches Verfahren. Zwei Besonderheiten zeichnen Lignin gegenüber anderen nachwachsenden Rohstoffen aus: Zum einen stellt es mit einer Menge von über 1 Mio. Tonnen pro Jahr die einzige signifikante Aromatenquelle der Natur dar. Zum anderen konkurriert die Nutzung dieses nachwachsenden Naturstoffes nicht mit der Verwendung als Nahrungsmittel.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert und u.a. zusammen mit der BASF SE in Ludwigshafen durchgeführt. Das Land Rheinland-Pfalz verfügt über den größten zusammenhängenden Waldbestand Deutschlands und eine traditionelle Holzindustrie.

Sprengstoffanalytik mittels Quarzmikrowaagen
Künstliche Nasen können rund um die Uhr nach Sprengstoffen schnüffeln, wohingegen die Hundenase spätestens nach einer halben Stunde eine längere Ruhepause benötigt. Mit einer geeigneten chemischen Beschichtung lassen sich extrem hochfrequente Quarzmikrowaagen für diese Aufgaben nutzen. Mit diesen Bauteilen können in hoher Effizienz z.B. Peroxidsprengstoffe aus der Umgebungsluft erschnüffelt werden. Mit einer Kombination aus mehreren Quarzmikrowaagen werden eine Reihe von Sprengstoffspuren und andere Düfte nachgewiesen sowie identifiziert. Der entwickelte Sensor ist miniaturisiert und preiswert in der Herstellung, was eine Massenproduktion ermöglicht. Da sich mit dieser Technologieplattform eine Vielzahl von luftgetragenen Spuren nachweisen lassen, ist ein breiter technischer Einsatz denkbar.

Das Projekt wird u.a. zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz und der Universität Bonn durchgeführt.

Demonstrator einer CIGS-Solarzelle und Demonstration der Funktionsweise eines thermoelektrischen Moduls

Im Arbeitskreis von Prof. Claudia Felser werden Materialien für alternative Energiequellen entwickelt. Zum einen werden mit nummerischen Methoden Materialien für Dünnschichtsolarzellen designt und untersucht. Für sogenannte CIGS-Solarzellen haben die Wissenschaftler neue Pufferschicht-Materialien entwickelt und die strukturellen Eigenschaften im Absorber zur Erhöhung der Effizienz untersucht. Zum anderen werden preiswerte thermoelektrische Materialien und Module zur CO2-Einsparung in Fahrzeugen entwickelt. Heusler-Verbindungen haben durch ihre hervorragenden Eigenschaften ein hohes Potenzial, um in zukünftigen thermoelektrischen Modulen mit den verschiedensten Verwendungszwecken eingesetzt zu werden.

Magnetsensor-Technologiebaukasten
Auf dem Gebiet der magnetischen Mikro- und Nanotechnologien wurden in der Vergangenheit wichtige Arbeiten zur Umsetzung der universitären Grundlagenarbeiten in industrielle Produkte (AMR- und GMR-Sensoren) durchgeführt. Im Rahmen des Verbundprojekts „Multimag“ wird ein XMR-Baukastensystem entwickelt, das eine schnelle Umsetzung der neuen Forschungsergebnisse (insbesondere der TMR-Technologie) in industrielle Produkte ermöglicht. Der auf der Messe ausgestellte Demonstrator zeigt die verschiedenen Arten von GMR-Sensoren, die bisher für die Längen- und Abstandsmessung eingesetzt werden.
Weitere Informationen:
Dr. Wolfgang Stille
Stabsstelle Forschung und Technologietransfer
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. +49 6131 39-26866
E-Mail: stille@uni-mainz.de
http://www.uni-mainz.de/forschung/163_DEU_HTML.php
Prof. Dr. Siegfried Waldvogel (Elektrochemischer Abbau von Lignin zu Vanillin und Sprengstoffanalytik mittels Quarzmikrowaagen)
Institut für Organische Chemie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. +49 6131 39-26069
E-Mail: waldvogel@uni-mainz.de
http://www.chemie.uni-mainz.de/OC/AK-Waldvogel
Dr. Thomas Gruhn, Dr. Benjamin Balke (CIGS-Solarzelle und thermoelektrisches Modul)
Institut für Anorganische und Analytische Chemie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. +49 6131 39-22703 bzw. 39-26902
E-Mail: gruhn@uni-mainz.de bzw. balke@uni-mainz.de
http://www.superconductivity.de
Dr. Frederick Casper (Magnetsensor-Technologiebaukasten)
Institut für Anorganische und Analytische Chemie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. +49 6131 39-24403
E-Mail: fcasper@uni-mainz.de
http://www.superconductivity.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Hohe Akzeptanz vor Markteinführung - Die Entwicklung des Großschranksystems VX25 von Rittal
24.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Rittal digitalisiert Fertigung - Produktion weltweit nach Industrie 4.0
25.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenverschränkung erstmals mit Licht von Quasaren bestätigt

20.08.2018 | Physik Astronomie

1,6 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschungsgruppe zu Quantentechnologien

20.08.2018 | Förderungen Preise

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics