Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hannover Messe: Sensor-Kabel überwacht auch kilometerlange Zäune

19.03.2013
Ob Flughäfen, Kernkraftwerke, Werks- und Forschungsgelände, Gleisanlagen oder auch der eigene Garten – Orte, zu denen Unbefugte keinen Zutritt haben, sind zahlreich.

Groß ist das Bedürfnis, diese Stätten rund um die Uhr zu überwachen. Das war angesichts oft kilometerlanger Strecken und hoher Kosten bislang nicht möglich. Saarbrücker Forscher haben gemeinsam mit Unternehmen eine neuartige Überwachungstechnik entwickelt, mit der solche Bereiche lückenlos und kostengünstig abgesichert werden können. Ihre Lösung: Magnetfeldsensoren in einem intelligenten Kabel beliebiger Länge, das in Zäune eingebaut oder in Straßen verlegt werden kann.


Saarbrücker Physiker haben eine Sensortechnik entwickelt, die eine lückenlose Überwachung von Schutzzäunen ermöglicht.
Foto: GBA-Panek GmbH

Die Technik stellen sie auf der Hannover Messe vom 8. bis 12. April vor: am saarländischen Forschungsgemeinschaftsstand in Halle 2, Stand C 40.

Will ein Eindringling etwa auf ein gesichertes Werksgelände, muss er zunächst die Sicherung überwinden: üblicherweise einen Zaun. Klettert er daran hoch oder zerschneidet er die Maschen, verursacht er unweigerlich Erschütterungen – und diese verraten ihn an das neuartige Überwachungssystem, das der Saarbrücker Experimentalphysiker Uwe Hartmann und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Haibin Gao entwickelt haben: Jede auch noch so kleine Bewegung des Zaunes ändert das Erdmagnetfeld und wird von den kleinen, hochsensiblen Magnetfeldsensoren sofort erfasst.

Wie Perlen an einer Kette sind die Sensoren in einem Kabel aufgereiht, das im Zaun eingebaut wird – fest oder auch nur vorübergehend. Auch in die Erde kann das Kabel verlegt werden; es meldet dann jede Änderung des Magnetfeldes über ihm. Die kleinen Messgeräte sind miteinander vernetzt und geben über dieses so genannte Bussystem unverzüglich die Erschütterung oder Veränderung weiter und zwar samt der Angabe, wo genau sie verursacht wurde – und ob es sich beim Verursacher um einen Menschen handelt.

Die Forscher wollen Fehlalarme durch Wind, Tiere oder sonstige harmlose Ursachen ausschließen. Möglich wird dies anhand komplexer Algorithmen, mit denen die Meldungen der einzelnen Sensoren ausgewertet werden. Diese Algorithmen sollen jetzt weiterentwickelt werden, um natürliche von echten Störungen sicher zu unterscheiden.

„Das intelligente Sensor-Kabel erfordert keine großen Umbauten. Stacheldraht und Kamera-Überwachung werden überflüssig“, sagt Professor Hartmann. „Es werden auch keine Daten erhoben. Die Sensoren melden nur das, was zum Objektschutz oder der Überwachung zum Beispiel des Schienenverkehrs erforderlich ist: dass und wo die Erschütterung erfolgt und dass ein Mensch sie verursacht. Weiteres zur Person wird nicht erfasst“, erläutert er.

Der Prototyp des so genannten „Vibromag-Kabels“, den Uwe Hartmann und seine Arbeitsgruppe mit der St. Ingberter Firma Votronic Technology GmbH entwickelt hatte, soll nun zum serienreifen Produkt werden. Hierfür startet im August 2013 ein neues Projekt. Die Saarbrücker Physiker werden mit drei Partnerfirmen zusammenarbeiten, die bei der letzten Hannover Messe auf den Sensor aufmerksam geworden waren: mit der Firma Sensitec GmbH mit Sitz in Mainz und Lahnau (www.sensitec.com), der Firma Listec GmbH aus Isen (www.listec-gmbh.com) und der GBA-Panek GmbH mit Sitz in Kahla südlich von Jena (www.gba-panek.de).

Der saarländische Forschungsgemeinschaftsstand auf der Hannover Messe wird organisiert von der Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer der Universität des Saarlandes (KWT).

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Uwe Hartmann, Lehrstuhl für Nanostrukturforschung und Nanotechnologie
der Universität des Saarlandes,
Tel.: (0681) 302-3799 oder -3798; E-Mail: u.hartmann@mx.uni-saarland.de
Pressefotos für den kostenlosen Gebrauch finden Sie unter http://www.uni-saarland.de/pressefotos. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.

Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610).

Claudia Ehrlich | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/fak7/hartmann/de/index.htm

Weitere Berichte zu: Algorithmus Erschütterung Kabel Magnetfeldsensor Sensor Sensor-Kabel Zaun

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Fügezange verbindet Metall und Kunststoff innerhalb von Sekunden
30.01.2019 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Vernetzte Produktion für die Industrie 4.0 – über Ländergrenzen hinweg
30.01.2019 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Grüne Spintronik: Mit Spannung Superferromagnetismus erzeugen

Ein HZB-Team hat zusammen mit internationalen Partnern an der Lichtquelle BESSY II ein neues Phänomen in Eisen-Nanokörnern auf einem ferroelektrischen Substrat beobachtet: Die magnetischen Momente der Eisenkörner richten sich superferromagnetisch aus, sobald eine elektrische Spannung anliegt. Der Effekt funktioniert bei Raumtemperatur und könnte zu neuen Materialien für IT-Bauelemente und Datenspeicher führen, die weniger Energie verbrauchen.

In heutigen Datenspeichern müssen magnetische Domänen mit Hilfe eines externen Magnetfeld umgeschaltet werden, welches durch elektrischen Strom erzeugt wird....

Im Focus: Regensburger Physiker beobachten, wie es sich Elektronen gemütlich machen

Und können dadurch mit ihrer neu entwickelten Mikroskopiemethode Orbitale einzelner Moleküle in verschiedenen Ladungszuständen abbilden. Die internationale Forschergruppe der Universität Regensburg berichtet über ihre Ergebnisse unter dem Titel “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunnelling microscopy on insulators” in der weltweit angesehenen Fachzeitschrift ,,Nature‘‘.

Sie sind die Grundbausteine der uns umgebenden Materie - Atome und Moleküle. Die Eigenschaften der Materie sind oftmals jedoch nicht durch diese Bausteine...

Im Focus: Regensburg physicists watch electron transfer in a single molecule

For the first time, an international team of scientists based in Regensburg, Germany, has recorded the orbitals of single molecules in different charge states in a novel type of microscopy. The research findings are published under the title “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunneling microscopy on insulators” in the prestigious journal “Nature”.

The building blocks of matter surrounding us are atoms and molecules. The properties of that matter, however, are often not set by these building blocks...

Im Focus: Universität Konstanz gewinnt neue Erkenntnisse über die Entwicklung des Immunsystems

Wissenschaftler der Universität Konstanz identifizieren Wettstreit zwischen menschlichem Immunsystem und bakteriellen Krankheitserregern

Zellbiologen der Universität Konstanz publizieren in der Fachzeitschrift „Current Biology“ neue Erkenntnisse über die rasante evolutionäre Anpassung des...

Im Focus: University of Konstanz gains new insights into the recent development of the human immune system

Scientists at the University of Konstanz identify fierce competition between the human immune system and bacterial pathogens

Cell biologists from the University of Konstanz shed light on a recent evolutionary process in the human immune system and publish their findings in the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Thema Desinformation in Online-Medien

15.02.2019 | Veranstaltungen

FfE-Energietage 2019 - Die Energiewelt heute und morgen vom 1. bis 4. April 2019 in München

15.02.2019 | Veranstaltungen

Deutscher Fachkongress für kommunales Energiemanagement: Fokus Energie – Architektur – BauKultur

13.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Katalysatoren - Fluktuationen machen den Weg frei

15.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Berührungsgeschützt, kompakt, einfach: Rittal erweitert Board-Technologie

15.02.2019 | Energie und Elektrotechnik

Wie kann digitales Lernen gelingen? Lern-Prototypen werden auf der didacta vorgestellt

15.02.2019 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics