Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frei aus der Luft gegriffen: Musikhandschuh steuert Computer auf spielerische Weise (Hannover Messe 2010)

30.03.2010
Flinke Finger gleiten über unsichtbare Saiten, Gitarrensound dröhnt aus Lautsprechern. Wie beim Spiel einer Luftgitarre erklingen Töne, aber sie wirken, wie aus der Luft gegriffen.

Möglich macht dies ein neuartiger Musikhandschuh, der über Fingerbewegungen Signale an einen Computer übertragen kann. Damit lassen sich aber nicht nur Gitarrenklänge und Klavierstimmen erzeugen. Die feinfühlige Steuerung könnte künftig auch in Robotern und Computerspielen zum Einsatz kommen.

Wissenschaftler der Universität des Saarlandes stellen ihre Erfindung vom 19. bis 23. April auf dem saarländischen Forschungsstand der Hannover Messe (Halle 2, Stand C 44) vor.

Der Musikhandschuh ist mit Magnet- und Beschleunigungssensoren ausgestattet und misst damit die Bewegungen der Hand und der einzelnen Finger. "Wir erfassen nicht nur, wo sich gerade ein einzelner Finger befindet und wie er sich verbiegt, sondern wir können auch die Position der gesamten Hand laufend messen", sagt Esther Tesfagiorgis, die in einem Team von Mechatronik-Studenten den Musikhandschuh an der Universität des Saarlandes entwickelt hat. Über ein Computerprogramm werden die Bewegungen dann in Töne übersetzt. Bisher kann der Handschuh Gitarren- und Klavierklänge simulieren. Je nachdem, ob die rechte Hand sich flach oder vertikal in der Luft bewegt, schaltet der Musikhandschuh automatisch vom Klaviermodus auf die Luftgitarre um.

"Mit der empfindlichen Steuerung sind aber auch viele andere Anwendungen denkbar. Man könnte zum Beispiel die Gebärdensprache damit erfassen oder Computerspiele und Roboter mit der Hand steuern", erklärt Esther Tesfagiorgis, die mit ihrem Team die Erfindung zum Patent angemeldet hat. Auch für feinfühlige Handbewegungen, die bei chirurgischen Operationen notwendig sind, könnte der sensorgesteuerte Handschuh eingesetzt werden. Er verfügt an der Handseite über einen Beschleunigungssensor und auf der Innenhand über Permanentmagnete, die ein magnetisches Feld erzeugen. An den Seiten der einzelnen Finger befinden sich in Höhe des ersten Fingergliedes so genannte magnetoresistive Sensoren. "Wenn sich die Hand bewegt und sich damit das Magnetfeld ändert, wandeln die Sensoren diese Veränderung in elektrische Spannung um. Diese wird über ein Gerät erfasst und im Computer als Signal verarbeitet", erläutert die Saarbrücker Studentin.

Das vierköpfige Mechatronik-Team der Universität des Saarlandes hat mit dem Handschuh im vergangenen Jahr den nationalen Cosima-Wettbewerb (Contest of Students in Microsystem Applications) im Rahmen des Mikrosystemtechnik Kongresses 2009 in Berlin gewonnen. Damit qualifizierte es sich für den internationalen i-Can im Januar 2010 in Xiamen, China, und konnte sich dort gegen 17 andere studentische Gruppen aus insgesamt sechs Ländern als Sieger durchsetzen.

Fragen beantworten:

Prof. Dr. Hartmut Seidel
Lehrstuhl für Mikromechanik
Universität des Saarlandes
Tel.: 0681 302-4416
Mail: seidel@lmm.uni-saarland.de
Esther Tesfagiorgis
Tel. 0511 / 89 49 71 01 (Telefon am Messestand)
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/
http://www.lmm.uni-saarland.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Hohe Akzeptanz vor Markteinführung - Die Entwicklung des Großschranksystems VX25 von Rittal
24.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Rittal digitalisiert Fertigung - Produktion weltweit nach Industrie 4.0
25.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Helfer bei der Zellreinigung

14.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe

14.08.2018 | Materialwissenschaften

Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb

14.08.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics