Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungszentrum Jülich präsentiert marktorientierte Brennstoffzellen und Prüfverfahren für Handgepäck

13.04.2007
Neue Techniken kommen häppchenweise: Zuerst werden die Nischen besetzt, dann der Markt überrollt. Den ersten Schritt tut nun die Direktmethanol-Brennstoffzelle aus Jülich und findet ihren Platz in einem Hubwagen, der auf der Hannover Messe erstmals zu sehen ist. Daneben wird ein neues Identifikations-Verfahren für Flüssigkeiten vorgestellt, das bei der Handgepäckkontrolle auf Flughäfen eingesetzt werden könnte.

Wer Kisten und Kästen transportiert, bedient sich dazu oft Paletten und Elektrohubwagen. So lassen sich die schwersten Lasten schnell und flexibel bewegen - im Supermarkt um die Ecke genau so wie in riesigen Lagerhallen. Das einzige, das heute noch aufhält, ist die lange Ladezeit für die Akkus der Hubwagen.

Am Stand G32/4 in Halle 13 der Hannover Messe stellen das Forschungszentrum Jülich und Partner aus der Industrie nun den Prototypen des ersten mit Methanol betriebenen Elektrohubwagens vor. Eine Brennstoffzelle wandelt die chemische Energie des flüssigen Methanols direkt in elektrischen Strom für den Antrieb um. Statt langer Akku-Ladezeiten lässt sich das Gefährt wie ein Auto in wenigen Minuten betanken. Trotzdem ist es in geschlossenen Räumen nutzbar, da es keine Schadstoffe produziert.

„Mit diesem Prototyp stehen wir nur noch einen Schritt vor der Kommerzialisierung unserer Brennstoffzellentechnik“, erklärt Prof. Detlef Stolten, Direktor am Jülicher Institut für Energieforschung. Das Institut betreibt Forschung aus einem Guss - von der Verbesserung der Kernkomponenten für Zellen und Stacks bis zur Entwicklung einbaufähiger Brennstoffzellensysteme. „Wir wollen alle Aspekte im Auge halten und aufeinander abstimmen. Nur so lässt sich das komplexe System Brennstoffzelle wirtschaftlich machen“, erklärt Stolten. Einen Einblick in den Jülicher Forschungsansatz gibt Prof. Stolten am 18. April. Ab 14:20 Uhr spricht er auf dem Forum des Gemeinschaftsstandes „Wasserstoff und Brennstoffzelle“ (Halle 13, G26).

Schon am Eröffnungstag treten zwei weitere Jülicher Experten auf. Dr. Robert Steinberger-Wilckens, Projektleiter Brennstoffzellen, spricht an gleicher Stelle über die Entwicklung der SOFC-Brennstoffzelle in Jülich (16.04., ab 15:20 Uhr, Halle 13, G26 ).

Dipl.-Math. Jürgen Friedrich Hake, Leiter des Bereichs Systemforschung und Technologische Entwicklung am Institut für Energieforschung, moderiert eine große Podiumsdiskussion zum Thema „Ist Energiemanagement Voraussetzung für die Zukunft erneuerbarer Energien?“ Als Teilnehmer erwartet werden unter anderem Johannes Lackmann, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie, Dr. Lutz Mez, Geschäftsführer der Forschungsstelle für Umweltpolitik, und Hellmuth Frey, EnBW. (Halle 12, Stand C06, Energieforum „Life needs Power“)

Was ist drin? Was ist dran? Diese Fragen beantworten Jülicher Physiker mit zwei neuen Messverfahren auf dem Stand „Innovationsland NRW“ (Halle 2, C36).

Einerseits können nun Mikrowellenfelder genutzt werden, um die Art der Flüssigkeit in geschlossenen Flaschen zu bestimmen. Harmlose Getränke und Flüssigseifen werden so von brennbaren Lösungen und Säuren unterschieden ­ in Sekundenschnelle. Physikalische Grundlage der Microwave Liquid Identification (MLI) bildet dabei die elektrische Leitfähigkeit und Polarisierbarkeit der Stoffe. Mögliche Einsatzgebiete sind neben der Kontrolle von Handgepäck im Flughafen und bei Großveranstaltungen auch die Feuchtigkeitsmessung bei Baustoffen und in der Medizin.

Andererseits entwickeln Jülicher Physiker hochempfindliche supraleitende Sensoren für Magnetfelder, die SQUIDs. Sie ermöglichen es, Risse im Innern von Metallteilen aufzuspüren, mit dem Erdmagnetfeld nach Rohstoffen zu suchen oder das schlagende Herz zu beobachten.

Veranstaltungen in Kürze
16.4., 14.30 Uhr, Halle 12, Energieforum Stand C06, Prof. Jürgen-Friedrich Hake, Podiumsdiskussion „Ist Energiemanagement Voraussetzung für die Zukunft erneuerbarer Energien? “, mit Johannes Lackmann, Dr. Lutz Mez und Hellmuth Frey.

16.4., 15.20 Uhr, Halle 13, Gemeinschaftsstand Wasserstoff & Brennstoffzellen G26, Dr. Steinberger-Wilckens, Vortrag „SOFC - Von Komponenten zu Brennstoffzellensystemen“,

18.4., 14.20 Uhr, Halle 13, Gemeinschaftsstand Wasserstoff & Brennstoffzellen G26, Prof. Stolten, Vortrag „Entwicklung der Direktmethanol-Brennstoffzelle“

Projekte in Kürze
Halle 13, Stand G32/4, Gemeinschaftsstand Wasserstoff & Brennstoffzellen,
- Elektrohubwagen mit Direktmethanol-Brennstoffzelle,
- Hochtemperatur-PEFC-Brennstoffzellen-System
- 20kW-SOFC-Teststand
Halle 2, C36, Stand „Innovationsland NRW“,
- Squids: hochempfindliche Magnetsensoren für Geologie, Medizin und Materialforschung

- Stoffidentifikation mittels Mikrowellenpolarisation

Mehr Informationen über SQUIDs:
http://www.fz-juelich.de/iff/d_imf

Webseiten der Hannover Messe:
http://www.hannovermesse.de/
Pressekontakt:
Kosta Schinarakis, Wissenschaftsjournalist, Unternehmenskommunikation, Forschungszentrum Jülich, Tel. 02461 61-4771, Fax 02461 61-4666, E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de

Über das Forschungszentrum Jülich

Das Forschungszentrum Jülich ist mit rund 4.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das größte multidisziplinäre Forschungszentrum in Europa.

Seine Themen spiegeln die großen Herausforderungen der Gesellschaft wider: Erhalt von Gesundheit, Umgang mit Information, Schutz der Umwelt sowie Versorgung mit Energie.

Langfristige, grundlagenorientierte und fächerübergreifende Beiträge zu Naturwissenschaft und Technik werden ebenso erarbeitet wie konkrete technologische Anwendungen für die Industrie.

Charakteristisch für Jülich ist, dass sich die Forscher zwei zentraler Schlüsselkompetenzen bedienen: der Physik und des wissenschaftlichen Rechnens mit Supercomputern.

Forschungszentrum Jülich GmbH, 52425 Jülich,
Mitglied der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren,
Unternehmenskommunikation, Telefon 02461 61-4661, Telefax 02461 61-4666,
E-mail: info@fz-juelich.de, http://www.fz-juelich.de
Annemarie Winkens
Forschungszentrum Juelich GmbH
Unternehmenskommunikation
52425 Juelich
Tel. 02461 61 8027
Fax.02461 61 8282

Annemarie Winkens | Forschungszentrum Jülich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de
http://www.fuelcells.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Hohe Akzeptanz vor Markteinführung - Die Entwicklung des Großschranksystems VX25 von Rittal
24.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Rittal digitalisiert Fertigung - Produktion weltweit nach Industrie 4.0
25.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics