Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bereit für die Zukunft

20.04.2006


Auf der Hannover Messe 2006 präsentiert das Forschungszentrum Karlsruhe zukunftsträchtige Großprojekte und Hightech-Angebote für die Industrie



"50 Jahre Forschungszentrum Karlsruhe. Bereit für die Zukunft" - unter diesem Motto steht der Auftritt der nordbadischen Hightech-Schmiede auf der diesjährigen Hannover Messe. Auf der weltgrößten Industrieschau (24. bis 28. April) präsentiert das Forschungszentrum zukunftsträchtige Großprojekte wie die Neutrinowaage KATRIN und das Biokraftstoff-Verfahren bioliq® ebenso wie konkrete Technologie-Angebote für den Sofortbedarf, z. B. Wasserstoffsicherheits-Untersuchungen und neue Verfahren der Bauteiloptimierung für kleine Unternehmen und Handwerker. Am zentralen "Jubiläumsstand" des Forschungszentrums (Halle 2, Stand C24) sind die Messebesucher überdies eingeladen, einen multimedialen Streifzug durch die wechselvolle Geschichte einer der größten Großforschungseinrichtungen Europas zu unternehmen.

Hier ein Überblick über das Messeangebot des Forschungszentrums Karlsruhe:


Halle 2, Stand C24
Energie aus der Sonne: Karlsruhe entwickelt Komponenten für den Fusionsreaktor

Fusionskraftwerke sollen nach dem Vorbild der Sonne aus der Verschmelzung leichter Atomkerne Energie gewinnen. Der internationale Experimentalreaktor ITER soll hier erstmals den Durchbruch bringen: ITER wird um ein Vielfaches mehr Energie gewinnen als zur Zündung des Fusionsfeuers aufgewendet wird. Das Forschungszentrum Karlsruhe, das seit vielen Jahren federführend an dem Großexperiment beteiligt ist, entwickelt hierfür neue, technologisch anspruchsvolle Komponenten, beispielsweise Mikrowellenröhren zur Aufheizung des Plasmas auf Temperaturen um 100 Millionen Grad Celsius. Supraleitende Magnetspulen erzeugen starke Felder, welche das Plasma einschließen, denn kein Material würde derart hohen Temperaturen standhalten. Das Tritiumlabor Karlsruhe entwickelt die Komponenten für den Brennstoffkreislauf. Außerdem wurden Testkörper für die innere Auskleidung der Brennkammer, das so genannte Blanket, entwickelt, die in ITER einer Funktionsprüfung unterzogen werden sollen.

Halle 2, Stand C24
bioliq® - Synthesekraftstoff aus Biomasse

Mit dem Karlsruher bioliq®-Verfahren kann in einem mehrstufigen Produktionsprozess aus trockener Restbiomasse, z. B. Getreidestroh, Restholz oder Rinde, synthetischer Kraftstoff produziert werden. Dazu erzeugen zunächst dezentrale Schnellpyrolyse-Anlagen aus der zerkleinerten Biomasse ein transportfähiges flüssiges Zwischenprodukt hoher Energiedichte. Dieser "Slurry" kann dann mit geringen Transportkosten umweltfreundlich zur zweiten Stufe der Verarbeitung, einer zentralen Großanlage zur Gaserzeugung und Synthese von Kraftstoffen, geliefert werden. Im Rahmen eines Förderprojektes wurde im Herbst 2005 mit dem Bau einer Pilotanlage im Forschungszentrum Karlsruhe begonnen.

Halle 2, Stand C24
Die Waage für Neutrinos

KATRIN, das KArlsruhe TRItium Neutrino Experiment, soll eine der spannendsten Fragen der Physik klären: Wie groß ist die Masse des Neutrinos, und welche Rolle spielt es bei der Entwicklung unseres Universums? Die Elementarteilchen wurden 1930 theoretisch vorausgesagt und 1957 experimentell nachgewiesen. Noch ist aber nicht geklärt, welche Masse Neutrinos haben. KATRIN soll diese Frage klären. Die Neutrinomasse hat Auswirkungen auf die Teilchenphysik, die Astrophysik und die Kosmologie. So haben Neutrinos nach dem Urknall die großräumige Struktur des Universums beeinflusst. KATRIN ist ein Projekt mehrerer europäischer und amerikanischer Institutionen. Schon heute arbeiten unter Federführung des Forschungszentrums Karlsruhe rund 100 Wissenschaftler, Techniker und Studenten an dem Großexperiment. Das zentrale Element - das so genannte Hauptspektrometer - wird einen Durchmesser von rund 10 Metern sowie eine Länge von 24 Metern haben und noch in diesem Jahr seine abenteuerliche Reise zum Forschungszentrum Karlsruhe antreten. KATRIN kostet rund 33 Millionen Euro und wird im Jahr 2008 mit ersten Messungen beginnen.

Halle 2, Stand C24
Karlsruhe Nano Micro Facility (KNMF) - gebündelte Kompetenz für den Anwender

Ob technologisches Know-how, spezialisierte Anlagen oder professionelle Durchführung, die KNMF bietet Nutzern aus Industrie und Forschung eine einmalige technische und wissenschaftliche Infrastruktur bei der Herstellung von Mikro- und Nanostrukturen sowie bei deren Charakterisierung.

Halle 15, Stand D36
Mikrotechnologie - von der Idee zum Produkt

Das "Forschungszentrum Industrieforum Mikrofertigungstechnik" präsentiert sich mit seinen Leistungen auf dem Gemeinschaftsstand Microtechnology. Es berät und informiert mittelständische Firmen, Großunternehmen und Start-ups in Deutschland und den angrenzenden Ländern über Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie. Das Forschungszentrum Karlsruhe bietet u. a. Kompetenzen in den Mikrofertigungs- und Replikationstechniken, bei der Mikrohandhabung und -montage, beim elektronischen Systemaufbau, in Werkstofftechnik, Simulations-, Analyse- und Prüfverfahren.

Halle 13, Stand H81
Sichere Nutzung von Wasserstoff

Sichere Lösungen für die Nutzung von Wasserstoff stellt das Forschungszentrum am Stand Hydrogen + Fuel Cells vor. Um potenzielle Risiken des Energieträgers Wasserstoff zu untersuchen, wird im Forschungszentrum die europaweit größte und vielseitigste Großanlage für die Wasserstoff-Sicherheitsforschung betrieben. Die Experimente ergänzen das über Jahrzehnte aufgebaute Know-how des Forschungszentrums bei der computergestützten Simulation von Wasserstoff-Unfällen und liefern wesentliche Beiträge zu einer Sicherheitsarchitektur für den flächendeckenden, täglichen Umgang mit dem Energieträger Wasserstoff.

Halle 2, Stand D26
Supraleitung in der Energietechnik

Was Supraleitung leisten kann, zeigt ein besonderes Exponat des Forschungszentrums auf dem Stand SuperConductingCity: Eine Windkraftanlage mit einer schwebenden Achse, die berührungsfrei arbeitet. Doch Supraleitung kann noch mehr. Die Karlsruher Arbeiten reichen von der technischen Hochtemperatur-Supraleiter-Entwicklung über supraleitende Strombegrenzer bis zum Einsatz supraleitender Komponenten in der Kernfusion und beim Neutrinoexperiment KATRIN.

Halle 2, Stand C19
Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse

Am Stand von "Baden-Württemberg International" präsentiert sich das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse des Forschungszentrums. Thematisch stehen dabei Studien zur Endlagerung hochradioaktiver Abfälle, zur Fusionstechnologie, zur Gewinnung von Kraftstoffen aus Biomasse und zur Nanotechnologie im Vordergrund.

Halle 2, Stand C30
Netzwerk Lebenszyklusdaten

Am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stellt sich das vom Forschungszentrum Karlsruhe getragene Netzwerk Lebenszyklusdaten vor. Das im Aufbau befindliche Netzwerk ist die deutsche Informations- und Kommunikationsplattform für alle an der Thematik Lebenszyklusanalysen interessierten Firmen. Mit wissenschaftlich fundierten Lebenszyklusanalysen, die Produktion, Konsum und Entsorgung der Produkte berücksichtigen, tragen die beteiligten Wissenschaftler zur Entwicklung nachhaltiger Produkte bei.

Halle 2, Stand C52
Bionik - das geniale Ingenieurbüro der Natur

Nach dem Vorbild der Natur haben Biomechanik-Ingenieure des Forschungszentrums eine Methode entwickelt, mit der ein Bauteil in wenigen Minuten optimiert werden kann. Ein besonderer Blickfang auf dem Bionik-Themenstand wird das Bionik-Exponat des Forschungszentrums von der Weltausstellung 2005 in Aichi (Japan) sein.

Pressevertreter sind herzlich eingeladen zur Standparty am Mittwoch, dem 26.04.2006, ab 18.00 Uhr, Halle 2, Stände C24 und C19.

Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,1 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schlüsseltechnologien.

Dr. Joachim Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzk.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Hohe Akzeptanz vor Markteinführung - Die Entwicklung des Großschranksystems VX25 von Rittal
24.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Rittal digitalisiert Fertigung - Produktion weltweit nach Industrie 4.0
25.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenverschränkung erstmals mit Licht von Quasaren bestätigt

20.08.2018 | Physik Astronomie

1,6 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschungsgruppe zu Quantentechnologien

20.08.2018 | Förderungen Preise

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics