Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kosten senken mit Contracting

18.04.2008
Firmen bieten kompletten Service von der Anlagenoptimierung bis zur Lieferung von Strom, Wärme, Kälte und Druckluft / Dezentrale Erzeugung entlastet die Umwelt von CO2 und die Unternehmen von Kosten

Energiekosten haben einen immer größeren Anteil an den Gesamtkosten eines Unternehmens. Darum gilt diesem Bereich auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht eine wachsende Aufmerksamkeit.

Längst gibt es Möglichkeiten, die eigenen Kosten zu senken und zusätzlich die Umwelt zu entlasten: Die Lösung heißt Contracting. Dabei geht es nicht nur um die Erzeugung und den Einkauf von günstiger Nutzenergie, sondern auch um die Optimierung komplexer Prozessabläufe bis zum kompletten Outsourcing aller für ein Unternehmen nötigen Betriebsmedien wie Strom, Dampf, Wasser, Druckluft oder Kälte. Und die Umwelt profitiert gleich doppelt: Durch optimierte Prozesse wird weniger CO2 ausgestoßen und durch eine dezentrale Energieerzeugung ist die Effizienz höher. Auf der HANNOVER MESSE 2008 steht dieses Thema im Mittelpunkt des ESCO Forum-Gemeinschaftsstandes in Halle 13, Stand C60.

ESCO steht für Energie-Service und Contracting und ist ein Zusammenschluss von 24 Unternehmen, die das Contracting in Deutschland anbieten. Zehn von ihnen sind auf der HANNOVER MESSE vertreten. "Die Entscheidung zum Energie-Contracting ist auf der Kundenseite keine primär technische, sondern in erster Linie eine strategische Frage", sagt Dr. Jobst Klien, Vorsitzender des ESCO Forum im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI). "Schließlich geht es ja häufig auch um die Auslagerung von Bereichen beim Kunden, die nicht die Kernkompetenz des Unternehmens betreffen."

In der Praxis ist Contracting sehr vielfältig: Es reicht vom technischen Anlagenmanagement bis zum Full-Service-Contracting, bei dem sich der Anbieter neben der Energielieferung auch um das technische Facility Management kümmert. In der Immobilienwirtschaft am weitesten verbreitet ist das so genannte Einspar-Contracting, bei dem die Anlagentechnik und der Betrieb der Anlagen des Kunden aufgrund der Erfahrungen des Contractors optimiert werden. Das Besondere dabei ist eine Einspargarantie für den Kunden, der aber weiter Eigentümer und Betreiber der Anlagentechnik bleibt.

Produzierende Unternehmen - von der Automobilindustrie über den Maschinenbau bis zur Getränkeindustrie - setzen heute aber primär auf das so genannte Energieliefer-Contracting, bei dem der Anbieter Energie und Produktionsmedien wie Wärme, Dampf, Druckluft oder Kälte eigenverantwortlich erzeugt und liefert. Der Kunde profitiert von garantierten Energie- und Medienpreisen und kann sich ganz auf seine Kernkompetenz konzentrieren. Dabei setzen die Contracting-Unternehmen verstärkt auf die dezentrale Energieerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), die einen Gesamtnutzungsgrad von mehr als 85 Prozent der eingesetzten Primärenergie ermöglicht. Während in Deutschland erst rund 11 Prozent des Stroms aus KWK-Anlagen stammen, sind es in den Niederlanden schon 40 Prozent und in Dänemark rund 50 Prozent.

Experten versichern immer wieder, dass neben dem Einsatz von KWK-Anlagen noch weitere große Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz ungenutzt bleiben, die durch den Einsatz von Contracting-Lösungen schnell und sicher gehoben werden könnten.

Wichtig ist bei der Wahl des Anbieters dessen Kompetenz. Nur wer in der Lage ist, die Nutzenergie- und Medienversorgung des Kunden mit den Produktions- und Betriebsprozessen zu verzahnen wird am Ende auch das Maximum an Einsparungen erzielen. "Nur Anbieter, die Know-how und Erfahrungswerte aus diesen kundenspezifischen Produktions- und Betriebsprozessen mitbringen, sind in der Lage, sich ständig an veränderte Anforderungen flexibel anzupassen", sagt Klien im Vorfeld der HANNOVER MESSE.

Doch auf dem ESCO Forum-Gemeinschaftsstand geht es nicht nur um den praktischen Einsatz von Contracting-Lösungen, sondern auch um die politische Dimension. In Podiumsdiskussionen thematisieren Experten die Auswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und des Kraft-Wärme-Kopplung-Gesetzes und den Einsatz von Contracting auch für mittelständische Unternehmen.

Neue Ideen rund um das Thema Energieversorung präsentiert das Forum "Life Needs Power - Perspektiven für Energienutzung" (Halle 12, Stand C 06), das der ZVEI gemeinsam mit dem Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) veranstaltet. Vorgestellt wird unter anderem ein Kooperationsprojekt, in dem Energieversorger und Herstellerunternehmen gemeinsam Geschäftsmodelle und technische Konzepte für virtuelle Kraftwerke entwickeln, die aus einer Vielzahl von kleinen Kraftwerken mit Hilfe von Software und Steuerungen zu einer großen Einheit verbunden werden. Der Vorteil: Wenn Strommengen mehrerer Anlagen gebündelt vermarktet werden, können Vertriebswege genutzt werden, die Betreibern von einzelnen Anlagen nicht zur Verfügung stehen. So lassen sich die Anlagen wirtschaftlicher und effizienter betreiben. Das Forum Life Needs Power während der HANNOVER MESSE zeigt, wie es geht.

Katja Havemeister | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.hannovermesse.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Hohe Akzeptanz vor Markteinführung - Die Entwicklung des Großschranksystems VX25 von Rittal
24.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Rittal digitalisiert Fertigung - Produktion weltweit nach Industrie 4.0
25.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Im Focus: Chemiker der Universitäten Rostock und Yale zeigen erstmals Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen

Die Forschungskooperation zwischen der Universität Yale und der Universität Rostock hat neue wissenschaftliche Ergebnisse hervorgebracht. In der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten die Wissenschaftler über eine Dreierkette aus Ionen gleicher Ladung, die durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden. Damit zeigen die Forscher zum ersten Mal eine Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen, die sich im Grunde abstoßen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Professoren Mark Johnson, einem weltbekannten Cluster-Forscher, und Ralf Ludwig aus der Physikalischen Chemie der...

Im Focus: Storage & Transport of highly volatile Gases made safer & cheaper by the use of “Kinetic Trapping"

Augsburg chemists present a new technology for compressing, storing and transporting highly volatile gases in porous frameworks/New prospects for gas-powered vehicles

Storage of highly volatile gases has always been a major technological challenge, not least for use in the automotive sector, for, for example, methane or...

Im Focus: Materiezustände durch Licht verändern

Forscherinnen und Forscher der Universität Hamburg stören die kristalline Ordnung

Physikerinnen und Physikern der Universität Hamburg ist es gelungen, mithilfe von Laserpulsen die Ordnung von Quantenmaterie so zu stören, dass ein spezieller...

Im Focus: Disrupting crystalline order to restore superfluidity

When we put water in a freezer, water molecules crystallize and form ice. This change from one phase of matter to another is called a phase transition. While this transition, and countless others that occur in nature, typically takes place at the same fixed conditions, such as the freezing point, one can ask how it can be influenced in a controlled way.

We are all familiar with such control of the freezing transition, as it is an essential ingredient in the art of making a sorbet or a slushy. To make a cold...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Neurowoche 2018: 7000 Experten für Gehirn und Nerven tagen in Berlin

15.10.2018 | Veranstaltungen

Berlin5GWeek: Private Industrienetze und temporäre 5G-Inseln

15.10.2018 | Veranstaltungen

PV Days in Halle zeigen neue Chancen für die Photovoltaik

11.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Smart Glasses Guide: Neues Tool zur Auswahl von Datenbrillen und Anwendungen

15.10.2018 | Informationstechnologie

Neurowoche 2018: 7000 Experten für Gehirn und Nerven tagen in Berlin

15.10.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Grauer Star: Neues Verfahren bei der Katarakt-Operation

15.10.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics