Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn das Erbe auf dem Server liegt

15.01.2016

Das Institut für Notarrecht an der Universität Jena und der Thüringer Notarverein laden zu Kolloquium und Neujahrsempfang am 29. Januar nach Erfurt ein

Erbstreitigkeiten können eine sehr unappetitliche Sache sein. Doch während es „klassisch“ nur ums liebe Geld oder das Häuschen im Grünen ging, kommt seit einiger Zeit der sogenannte digitale Nachlass hinzu.


Wenn die Daten nicht mehr auf Papier, sondern digital vorliegen, kommt es für die Erben zu zahlreichen Fragen, um die sich auch das Kolloquium „Digitaler Nachlass“ dreht.

Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Dieser neuartige Nachlass und die rechtlichen Aspekte stehen im Mittelpunkt des Kolloquiums „Digitaler Nachlass“ des Instituts für Notarrecht an der Universität Jena am 29. Januar im Luthersaal des Augustinerklosters in Erfurt. Gastgeber sind der Direktor des Instituts für Notarrecht Prof. Dr. Walter Bayer sowie der Thüringer Notarverein.

„Der digitale Nachlass kann sehr vielgestaltig sein, vom digitalen Fotoalbum bis zum E-Mail-Archiv“, sagt Prof. Dr. Christian Alexander von der Universität Jena. Der Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Medienrecht verweist darauf, dass es nicht nur um private Daten geht, wenn über die digitalen Hinterlassenschaften eines Menschen nachgedacht werde.

„Manche Unternehmer machen ihre Buchhaltung inzwischen nur noch digital, da stellt sich im Todesfall ganz dringlich die Frage nach den Zugriffsrechten“, sagt Alexander. Die Frage, wer nach dem Tod eines Menschen auf dessen diverse Accounts zugreifen kann, sollte zudem bei sozialen Netzwerken geklärt werden. Einige Anbieter bieten bereits Regelungen an, so Prof. Alexander. Wünschenswert sei es, die entsprechenden Vorstellungen rechtzeitig zu klären, zum Beispiel in einer Vollmacht ähnlich einer Patientenverfügung.

„Vieles lässt sich zu Lebzeiten mit einer Erbschaftsregelung klären“, sagt Christian Alexander. Ob es noch Lücken in den bestehenden Gesetzen gibt, werde sich zeigen. Bislang gebe es kaum richterliche Entscheidungen dazu.

Digitaler Nachlass als Rechtsproblem?

Beim Kolloquium „Digitaler Nachlass“ hält Prof. Alexander am Freitag (29. Januar) um 15.45 Uhr den Vortrag „Digitaler Nachlass als Rechtsproblem? Überlegungen aus persönlichkeitsrechtlicher, datenschutzrechtlicher und vertragsrechtlicher Sicht“. Danach gibt es Gelegenheit zur Diskussion.

Um 16.45 Uhr wird der Notar Dr. Stefan Gloser aus Naila sprechen. Gloser hat seinen Vortrag überschrieben mit „Der 'digitale Nachlass' in der notariellen Praxis“. Er wird Prof. Alexanders Vortrag aus Sicht des Praktikers ergänzen.

Im Anschluss an die Vorträge und Diskussionen laden das Institut für Notarrecht und der Thüringer Notarverein zu ihrem Neujahrsempfang ein. Interessierte Gäste sind herzlich willkommen, die Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung wird bis zum 22. Januar gebeten, per E-Mail an: notarinstitut[at]uni-jena.de oder per Fax 03641 / 942512.

Kontakt:
Prof. Dr. Christian Alexander
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 942100
E-Mail: ls-alexander[at]uni-jena.de

Institut für Notarrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 942510
E-Mail: notarinstitut[at]uni-jena.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-jena.de

Stephan Laudien | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Ähnlicher als gedacht: Männer und Frauen gleichen ihr Gesundheitsverhalten nach Einschnitt an
04.05.2020 | Max-Planck-Institut für demografische Forschung

nachricht Das Geschlechter-Kliff: Warum Frauen in einer Partnerschaft selten mehr verdienen als die Männer
23.04.2020 | Max-Planck-Institut für demografische Forschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuartiges Covid-19-Schnelltestverfahren auf Basis innovativer DNA-Polymerasen entwickelt

Eine Forschungskooperation der Universität Konstanz unter Federführung von Professor Dr. Christof Hauck (Fachbereich Biologie) mit Beteiligung des Klinikum Konstanz, eines Konstanzer Diagnostiklabors und des Konstanzer Unternehmens myPOLS Biotec, einer Ausgründung aus der Arbeitsgruppe für Organische Chemie / Zelluläre Chemie der Universität Konstanz, hat ein neuartiges Covid-19-Schnelltestverfahren entwickelt. Dieser Test ermöglicht es, Ergebnisse in der Hälfte der Zeit zu ermitteln – im Vergleich zur klassischen Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR).

Die frühe Identifikation von Patienten, die mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert sind, ist zentrale Voraussetzung bei der globalen Bewältigung...

Im Focus: Textilherstellung für Weltraumantennen startet in die Industrialisierungsphase

Im Rahmen des EU-Projekts LEA (Large European Antenna) hat das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Textile Faserkeramiken TFK in Münchberg gemeinsam mit den Unternehmen HPS GmbH und Iprotex GmbH & Co. KG ein reflektierendes Metallnetz für Weltraumantennen entwickelt, das ab August 2020 in die Produktion gehen wird.

Beim Stichwort Raumfahrt werden zunächst Assoziationen zu Forschungen auf Mond und Mars sowie zur Beobachtung ferner Galaxien geweckt. Für unseren Alltag sind...

Im Focus: Biotechnologie: Enzym setzt durch Licht neuartige Reaktion in Gang

In lebenden Zellen treiben Enzyme biochemische Stoffwechselprozesse an. Auch in der Biotechnologie sind sie als Katalysatoren gefragt, um zum Beispiel chemische Produkte wie Arzneimittel herzustellen. Forscher haben nun ein Enzym identifiziert, das durch die Beleuchtung mit blauem Licht katalytisch aktiv wird und eine Reaktion in Gang setzt, die in der Enzymatik bisher unbekannt war. Die Studie ist in „Nature Communications“ erschienen.

Enzyme – in jeder lebenden Zelle sind sie die zentralen Antreiber für biochemische Stoffwechselprozesse und machen dort Reaktionen möglich. Genau diese...

Im Focus: Biotechnology: Triggered by light, a novel way to switch on an enzyme

In living cells, enzymes drive biochemical metabolic processes enabling reactions to take place efficiently. It is this very ability which allows them to be used as catalysts in biotechnology, for example to create chemical products such as pharmaceutics. Researchers now identified an enzyme that, when illuminated with blue light, becomes catalytically active and initiates a reaction that was previously unknown in enzymatics. The study was published in "Nature Communications".

Enzymes: they are the central drivers for biochemical metabolic processes in every living cell, enabling reactions to take place efficiently. It is this very...

Im Focus: Innovative Sensornetze aus Satelliten

In Würzburg werden vier Kleinst-Satelliten auf ihren Start vorbereitet. Sie sollen sich in einer Formation bewegen und weltweit erstmals ihre dreidimensionale Anordnung im Orbit selbstständig kontrollieren.

Wenn ein Gegenstand wie der Planet Erde komplett ohne tote Winkel erfasst werden soll, muss man ihn aus verschiedenen Richtungen ansehen und die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gebäudewärme mit "grünem" Wasserstoff oder "grünem" Strom?

26.05.2020 | Veranstaltungen

Dresden Nexus Conference 2020 - Gleicher Termin, virtuelles Format, Anmeldung geöffnet

19.05.2020 | Veranstaltungen

Urban Transport Conference 2020 in digitaler Form

18.05.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wie sich Nervenzellen zum Abruf einer Erinnerung gezielt reaktivieren lassen

29.05.2020 | Biowissenschaften Chemie

Wald im Wandel

29.05.2020 | Agrar- Forstwissenschaften

Schwarzer Stickstoff: Bayreuther Forscher entdecken neues Hochdruck-Material und lösen ein Rätsel des Periodensystems

29.05.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics