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UDE-Wissenschaftler untersuchten Arbeitslosigkeit bei Älteren

08.05.2013
Während sich die Arbeitslosigkeit generell rückläufig entwickelt, ist die Quote bei den über 60-Jährigen in den letzten Jahren gestiegen.

„Da immer mehr Ältere länger arbeiten und die Alterserwerbsbeteiligung steigt, wird auch das Risiko größer, von Arbeitslosigkeit betroffen zu werden“, stellt Dr. Martin Brussig vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) in einer aktuellen Studie fest. Seit über zehn Jahren wächst die Zahl der Älteren, die noch berufstätig sind, stetig an. Im Jahresdurchschnitt 2012 waren 61,5 Prozent der Bevölkerung zwischen 55 und 64 Jahren erwerbstätig (2000: 37,6 Prozent).

Unter den Älteren entwickeln sich die Arbeitslosenquoten unterschiedlich: Während sie bei den 55- bis 59-Jährigen – wie der allgemeine Trend – zwischen 2006 und 2011 gesunken ist, ging die Quote der 60- bis 64-Jährigen nach oben. Insbesondere, dass die 58er-Regelung weggefallen ist – sie erleichterte den Leistungsbezug vor der Rente –, hat die Personenzahl mit diesem Sonderstatus drastisch reduziert und die statistisch erfasste Arbeitslosigkeit erhöht. 2011 machten fast nur noch Hartz-IV-Empfänger von dieser Regelung Gebrauch. Aber viele Arbeitslose im Hartz-IV-Bezug werden gar nicht als solche registriert, weil sie nach einer neuen Vorschrift nicht mehr erfasst werden. Etwa 100.000 ältere ALG II-Bezieher waren 2011 deshalb nicht als arbeitslos ausgewiesen.

Die ungünstigere Entwicklung der Arbeitslosenzahlen von über 60-Jährigen ist nach Einschätzung der IAQ-Wissenschaftlerin Dr. Sarah Mümken nicht so sehr auf schlechte Arbeitsmarktbedingungen für diese Gruppe zurückzuführen als vielmehr auf die Reformen in der Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik. Sie führen dazu, dass mehr Ältere länger im Job bleiben oder sich bis zur Rente arbeitslos melden. Die Arbeitsmarktpolitik steht damit in der Praxis vor neuen Anforderungen, weil sie zunehmend Ältere zu vermitteln hat. „Der potenzielle Kundenkreis der älteren Arbeitslosen, die nicht nur der Vermittlung zur Verfügung stehen müssen, sondern im Umkehrschluss eine solche auch erwarten können sollten, ist mit der zunehmenden Alterserwerbsbeteiligung deutlich gestiegen“, so die IAQ-Wissenschaftler.

Das IAQ berichtet in unregelmäßiger Folge über Ergebnisse des „Altersübergangs-Monitors“, der von der Hans-Böckler-Stiftung und dem Forschungsnetzwerk Alterssicherung der Rentenversicherung gefördert wird.

Weitere Informationen:
Dr. Sarah Mümken, Tel. 0203-379-2365, sarah.muemken@uni-due.de
PD Dr. Martin Brussig, Tel. 0203-379-3931, martin.brussig@uni-due.de
Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0170/8761608, presse-iaq@uni-due.de

Beate Kostka | idw
Weitere Informationen:
http://www.iaq.uni-due.de/auem-report/

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