Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Migrantinnen: übersehene High Potentials

13.07.2012
inter 3-Studie identifiziert karriererelevante Erfolgsfaktoren für hochqualifizierte Migrantinnen

Wirtschaft und Politik haben die Problematik des voranschreitenden Fachkräftemangels in Deutschland längst erkannt. Die Bundesregierung fordert in ihrer Strategie zum Demografischen Wandel die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte und die Entwicklung einer Willkommenskultur.

Wie diese Willkommenskultur aus Sicht hochqualifizierter Migrantinnen aussehen müsste, zeigt die Studie „Professionelle Selbstorganisation von Migrantinnen auf dem Weg an die Spitze“, die das inter 3 Institut für Ressourcenmanagement im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) derzeit erstellt.

Das Problem: Die erwünschte Zuwanderung qualifizierter Migranten stagniert seit Jahren auf einem anhaltend niedrigen Niveau. Gleichzeitig bleibt die Beschäftigungsquote hochqualifizierter Migrantinnen in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Ingenieurs-, Naturwissenschaften und Technik) ebenfalls sehr niedrig. Doch genau diese sehr gut ausgebildeten Frauen bergen ein hohes Potenzial, um dem Fachkräftemangel in Deutschland erfolgreich entgegenzuwirken.

inter 3-Studie zur Karriereförderung ausländischer MINT-Fachfrauen

Um dieses Potenzial zu aktivieren, werden in der inter 3- Studie zunächst die Karrierehemmnisse identifiziert, die über MINT- und frauenspezifische Karrierehürden hinausgehen und im Migrationshintergrund begründet sind. Ziel ist es, Strategien zur Förderung ausländischer Nachwuchsfachkräfte zu erarbeiten und eine professionelle Selbstorganisation der hochqualifizierten Zuwanderinnen zu ermöglichen.

Dr. Susanne Schön, wissenschaftliche Leiterin bei inter 3, betont die Notwendigkeit spezieller Angebote: „Unabhängig von Alter und Herkunftsland behindern kulturelle und Sprachhürden auch exzellent ausgebildete Frauen auf dem Weg an die Spitze. Das zeigen die Interviews mit Bau- und Elektroingenieurinnen, Chemikerinnen, Geophysikerinnen und Informatikerinnen aus insgesamt sieben Nicht-EU-Ländern.“
Studie zeigt kulturelle und sprachliche Einstiegshürden in deutsches Hochschul- und Arbeitssystem

Zentrales Ergebnis der Studie ist ein migrantenspezifischer Unterstützungsbedarf zur Überwindung kultureller Fremdheit gegenüber dem deutschen Hochschul- und Arbeitssystem. Fehlende Kenntnisse des deutschen Hochschulsystems und der hiesigen Arbeitskultur hindern Migrantinnen oftmals jahrelang daran, ihren fachwissenschaftlichen Kompetenzen und innovativen Ideen erfolgreich Geltung zu verschaffen.
Dringenden Bedarf an Beratung und Training haben die ausländischen MINT-Fachfrauen zudem für den in Deutschland hochformalisierten Bewerbungsprozess. Ebenfalls hohen Bedarf gibt es an der Vermittlung von Deutschkenntnissen auf hohem und fachsprachlichem Niveau. Der Grund: Die meisten Verwaltungsabläufe sind ebenso wie sämtliche informellen Kommunikationsprozesse nicht mit Englisch oder guten Deutschgrundkenntnissen reibungslos zu bewältigen. Zwangsläufig werden die Migrantinnen im Berufsalltag trotz ihrer hohen Fachkompetenz ausgegrenzt.

Entwicklung karrierefördernder Lösungsstrategien bis Jahresende 2012
Für eine Vielzahl der zugewanderten MINT-Expertinnen verläuft die berufliche Karriere derzeit daher unter dem Niveau ihrer fachlichen Möglichkeiten. Damit vergeudet der Wirtschaftsstandort Deutschland wichtige Potenziale, um sich im internationalen Wettbewerb der „besten Köpfe“ erfolgreich zu messen. Lösungsstrategien zur effizienten Karriereförderung ausländischer MINT-Fachfrauen in Deutschland entwickelt inter 3 in enger Kooperation mit der Zielgruppe und mit Migrantenorganisationen bis zum Jahresende 2012.

Die Studie „Professionelle Selbstorganisation von Migrantinnen auf dem Weg an die Spitze“ wird vom BMBF im Programm „Frauen an die Spitze“ gefördert.
Nähere Informationen finden Sie unter http://www.qualifizierte-migrantinnen.com.

Wissenschaftliche Leiterin

Dr. Susanne Schön
Tel.: 030 – 34 34 74 52
E-Mail: schoen@inter3.de

Pressekontakt

Helke Wendt-Schwarzburg
Tel.: 030 - 34 34 74 46
E-Mail:wendt-schwarzburg@inter3.de
Julia Große-Heitmeyer
Te.: 030 - 34 34 74 44
E-Mail: grosse-heitmeyer@inter3.de

Helke Wendt-Schwarzburg | idw
Weitere Informationen:
http://www.inter3.de
http://www.qualifizierte-migrantinnen.com/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Fotos aus sozialen Medien zeigen soziokulturellen Wert von Landschaften
12.10.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Der ängstliche Nao - Wenn Menschen emotional auf Roboter reagieren
14.08.2018 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics